Advertisement

Test: Yamaha KX 49 PDF Drucken E-Mail

Yamaha bringt mit der neuen Controller-Reihe vier neue Instrumente an den Start, die aus einer langen Tradition stammen. In den 80er Jahren waren die Masterkeyboards KX 88 und KX 76 von den Bühnen nicht wegzudenken, ließen sich mit ihnen auch große MIDI-Setups sicher und zuverlässig kontrollieren. Zusammen mit ihren hochwertigen Tastaturen kamen damals auch die ersten Digital Pianos in Mode.

Die neue USB-Controller-Reihe von Yamaha besteht aus vier Modellen, dem KX25, KX49, KX61 und dem KX8. Wie man sich denken kann, deutet die Zahl jeweils auf die Anzahl der Tasten hin. Das KX25 hat also 25 Tasten sprich zwei Oktaven, das KX49 vier Oktaven, das KX61 besitzt 61 Tasten, also fünf Oktaven, und das Flaggschiff KX8 besitzt 88 Tasten. Für jeden Bereich vom Computerarbeitsplatz bis zum Bühnenset ist also gesorgt, die Geräte besitzen allesamt dieselben Features und sollen neben den normalen Steuerfunktionen eines Keyboards auch die Steuerung einer DAW (Digital Audio Workstation) und die Steuerung von virtuellen Instrumenten, sprich Plug-Ins und VSTi-Instrumenten ermöglichen. »Virtual Studio Technology« (VST) ist eine von der Firma Steinberg entwickelte Schnittstelle für Software im Audio-Bereich. Die VST-Schnittstelle ist heute die am weitesten verbreitete auf allen Plattformen, die Gesamtzahl verfügbarer Plug-Ins beläuft sich auf weit mehr als 3 000. Über diese Schnittstelle lassen sich die virtuellen Instrumente oder auch Effekte in ein Computerprogramm wie Cubase einbinden und via Controller wie dem KX 49 spielen und editieren. Die Programmversion Cubase AI4 ist neben anderen Tools dem KX49 beigelegt. Als Testgerät haben wir die 49-tastige Version von Yamaha erhalten.

Anschlüsse und Controller
Da das KX49 keine eigene Klangerzeugung besitzt, also wirklich nur als Controller für externe oder Computer-Instrumente fungiert, fällt sofort die große Anzahl an Bedienelementen auf, die das Gerät besitzt. Yamaha hat sich über die Konzeption eines solchen Gerätes eine Menge Gedanken gemacht und so ist das Bedienpanel in folgende Bereiche aufgeteilt: Im linken Bereich liegt die Steuerung für die virtuellen Instrumente mit vier Controll-Reglern für Cutoff, Resonance, Pan und Level, die aber auch anderen Parametern zugeordnet werden können. Daneben die Taster für die Editierung des eingebauten Arpeggiators und das Display, um die Parametereinstellungen kontrollieren zu können. Im rechten Bereich liegen die Taster für die Fernsteuerung einer DAW incl. eines kompletten Satzes Transporttasten. Mit vier Cursor-Tasten, einer ESC- und ENTER-Taste sind von der Funktionalität her echte Computertasten mit an Bord. Es lassen sich neue Tracks hinzufügen sowie Mute und Solo anwählen, das VSTi-Fenster eines Kanals öffnen, Programmnummern verändern und verschiedene Cubase-Funktionen anwählen. Yamaha hat hier konsequent Bedienungsfunk­tionen vom Computer in den Controller verlagert. Nach kurzer Zeit schon kann man feststellen, dass man die Maus weit weniger zur Hand nehmen muss und die direkte Anwahl von Parametern den Workflow doch erheblich beschleunigen kann. Das Keyboard zum Einspielen ist halt der Mittelpunkt der Arbeit, und so ist es nur sinnvoll, soviel wie möglich an Bedienelementen in die Nähe der Tastatur zu bringen.
Schlussendlich besitzt das KX49 noch die üblichen zwei Modulationsräder für Pitch-Bend und Modulation. Auf der Rückseite bietet das KX49 folgende Anschlussmöglichkeiten: Neben dem Anschluss für das Netzteil und dem Standby-Schalter liegen die MIDI In/Out-Buchsen und der Anschluss für ein Sustainpedal. Die Verbindung zum Rechner wird via USB-to-Host Anschluss hergestellt. Das KX49 besitzt zwar einen Anschluss für ein Netzteil, das beigelegt ist, bequemer ist jedoch die Stromversorgung über den USB-Port des Rechners. Folgendes ist hierbei zu beachten: Die USB-Bus-Betriebsfunktion kann nur genutzt werden, wenn das KX49 direkt an den Computer angeschlossen wird, ein Hub kann nur genutzt werden, wenn dieser auch eine eigene Stromversorgung bereitstellt. Ebenso ist ein Durchschleifen der USB-Verbindung beispielsweise über die Tastatur des Mac nicht möglich, da hier eine Unterversorgung der Geräte auftritt. Ist das KX49 an einen mobilen Rechner angeschlossen, ist zu bedenken, dass das KX49 permanent Energie benötigt, die den Rechner davon abhält, in den Stromsparmodus zu schalten und so die Batterie zu schonen. Hier hilft nur das Abschalten des KX49 per Standby-Schalter.

Praxis und Bedienung
Um sinnvoll mit dem KX49 zu arbeiten, sollten zunächst die notwendigen Softwares installiert werden. Hier handelt es sich um die Cubase Version AI4, des Weiteren um den Yamaha USB-MIDI-Treiber und die »Extensions for Steinberg DAW«. Es werden die beiden Betriebssysteme Windows XP Home oder Professional sowie Mac OS X 10.4.x unterstützt. Man sieht schon, dass langsam die älteren Betriebssystemversionen nicht mehr unterstützt werden. Die Minimalanforderungen für den Rechner sind allerdings mit Intel Pentium 1,4 GHz oder PowerMac G4 1 GHz bzw. Core Solo 1,5 GHz und jeweils 512 MB RAM noch im moderaten Rahmen. Die Installation verlief ohne Probleme, man kann von ausgereiften Softwares reden. Bei der Bedienung fällt schon die enge Verzahnung zu den Steinberg-Produkten auf, immerhin ist Steinberg seit einiger Zeit Mitglied der Yamaha-Familie. Jedoch auch unter Logic Pro auf einem PowerBook G4 war nach einigen Parametereinstellungen ein reibungsloser Betrieb möglich. Auch die große Anzahl von Templates für verschiedene Anwendungen macht sich positiv bemerkbar. Und dann macht die Arbeit mit dem KX49 auch wirklich Spaß. Man ertappt sich natürlich in der Anfangszeit dabei, ständig zur Maus zu greifen oder nach der Computertastatur zu schielen, aber man lernt die Vorzüge dieser »großen Fernbedienung« schnell zu schätzen. Gerade beim Komponieren und Arrangieren erhöht sich der Workflow erheblich, da man die Finger quasi gar nicht mehr von den Tasten lassen muss. Auch beim Editieren von virtuellen Instrumenten will man das KX49 schnell nicht mehr missen.

Fazit
Das ist schon durchdacht, das Ganze! Dachte man zuerst, nur den x-ten Keyboard-Master-Controller unter den Fingern zu haben, muss man nach diesem Test sagen, dass dies der erste Controller ist, bei dem das Zusammenspiel mit dem Computer nicht nur im Mittelpunkt steht, sondern auch zu Ende gedacht ist. Viele Handgriffe, für die man sonst immer zu Maus oder Computertastatur greifen musste, sind jetzt unmittelbar am Keyboard zu erreichen und ermöglichen ein deutlich flüssigeres Arbeiten. Zusammen mit dem Arpeggiator und seinen 340 Phrasen ist das Arbeiten in den unterschiedlichsten Stilistiken möglich, und es stellt sich eigentlich nur die Frage, welche der vier Tastaturversionen von 25 bis 88 Tasten in Frage kommt: Platz auf dem Schreibtisch oder Platz für die Finger?

www.yamaha.de
UVP: 319 EUR

Yamaha KX49

- Tastatur 2 Oktaven (KX25) bis 8 Oktaven (KX8), anschlagsdynamisch
- Anschlüsse: MIDI IN/OUT, USB-to-HOST, Sustain Pedal, Netzteil
- Betriebssysteme: Windows XP Home/Professional, Mac OSX 10.4.x
- Min. Anforderung:
Win Pentium 1,4 GHz 512 MB RAM
Mac PowerMac G4 1 GHZ oder CoreSolo 1,5 GHz 512 MB RAM
- Software: Steinberg Cubase AI4, USB-MIDI-Treiber, Extensions for Steinberg DAW
- Kompatibilität: Apple Logic Pro 7.2, MOTU Digital Performer 5.1 Cakewalk Sonar 6
- Maße: 830 x 286,6 x 92 mm
- Gewicht: 3 kg