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Alles unter Kontrolle
Der heutzutage übliche Recording/Mix-Weg über DAW-Setups lässt natürlich irgendwann einmal das Verlangen nach einem entsprechenden Controller aufkommen, über den sich die ganzen virtuellen Fader, Potis und Tasten steuern lassen, wie man es eben von einem Mischpult oder sonstigem Hardware-Outbord-Equipment her kennt. Früher oder später ist die ewige Bedienung per Maus und Computer-Tastatur dann doch eher unbefriedigend und man möchte »etwas Reales in die Finger bekommen«.
Die Firma Mackie nahm sich bereits im Jahre 1997 dem Controller-Thema an und präsentierte den »HUI«-Controller inklusive dem HUI-Protokoll, über das es sogar ProTools-Usern möglich war, die Software via Hardware-Controller zu steuern (HUI steht übrigens für »Human User Interface«). Es folgten die »Mackie Logic Control«, die speziell auf die Logic Sequenzer-Software zugeschnitten war (damals noch von Emagic), die »Mackie Control«, die im Prinzip die Logic Control für weitere Plattformen öffnete, die »Mackie Control Universal«, die ein direkter Nachfolger mit einigen neuen Features und noch mehr Kompatibilität war, und die »Mackie C4«, die ein spezieller PlugIn-Controller war. 10 Jahre nach Einführung der Mackie HUI präsentierte man im letzen Jahr die »Mackie Control Universal Pro«, die sowohl in einem neuen Look auftritt als auch über neue Funktionen verfügt. Wir möchten in diesem Test einmal sehen, was das Mackie MCU Pro Konzept (so der Kurzname) zu bieten hat und wie es sich in der Praxis gibt.
Konzept und Aufbau
Die Mackie MCU Pro präsentiert sich in einem solide verarbeiteten Metallgehäuse mit silberner Oberfläche. Die Maße betragen 41,9 * 12 * 42,9 cm (B * H * T) und das Gewicht 5,4 kg. Die Bedienoberfläche unterteilt sich in acht Kanalzüge und eine Master-Sektion. Jeder Kanalzug ist mit einem 100 mm Penny + Giles Motorfader (Auflösung: 10 Bit), hintergrundbeleuchteten Tasten für »Select«, »Mute«, »Solo« und »Rec«, einer Signal-LED und einem »V-Pot« (ein fein gerasterter Endlos-Drehregler mit LED-Kranz) ausgestattet. Die Master-Sektion verfügt ebenfalls über einen 100mm Motorfader, insgesamt 57 Bedientasten, fünf Laufwerksfunktionstasten sowie ein großes Jog/Shuttle-Wheel. Die Master-Sektion unterteilt sich in folgende Bereiche: V-Pot Assign, Fader Banks, Display, Function Select, Global View, Modifiers, Automation, Utilities, Marker und Transport. Diverse LEDs signalisieren die unterschiedlichen Aktivitäten der Taster. Die Beschriftung der Master-Sektion entspricht übrigens der Apple Logic Software – um aber auch mit anderen Programmen arbeiten zu können, liegen der MCU Pro zusätzlich fünf Klebe-Schablonen für die Softwares Digital Performer, Nuendo/Cubase, Sonar, Tracktion und ProTools bei. Mackie´s Tracktion 3 gehört übrigens ebenfalls zum Lieferumfang. Als Display für die Kanalzüge steht ein hintergrundbeleuchtetes, zweizeiliges 55-Zeichen Display zur Verfügung, das sehr gut ablesbar ist. Eine zweistellige 7-Segment Anzeige signalisiert den aktuellen Bearbeitungsmodus der Channel-Strips. Als Time-Anzeige dient ein zehnstelliges 7-Segment Display, das in Stunden, Minuten, Sekunden und Frames bzw. in Bars, Beats, Sub Division und Ticks unterteilt ist – zwei LEDs (SMPTE und Beats) signalisieren den jeweiligen Anzeige-Status. Eine »Rude Solo«-LED komplettiert das Bild.
Die Rückseite der MCU Pro bietet einen USB-Port (zur einfachen und treiberlosen Rechneranbindung), drei MIDI I/O-Ports, zwei »User Switch«-Anschlüsse (6,3 mm Klinkenbuchsen, um Fußschalter für z.B. Play/Stop, Rec Ready, Drop In/Out, etc. anzuschließen), eine »External Control«-Buchse (6,3 mm Klinke – hier kann ein weiterer, variabler Controller wie z.B. ein Master Volume-Poti angeschlossen werden), den Anschluss für das externe Netzteil sowie den Power-Schalter. Auf der Unterseite des Gehäuses befinden sich Bohrungen für genormte VESA-Halterungen, so dass man den Controller z.B. auf einem entsprechenden Schwenkarm montieren könnte.
Die MCU Pro unterstützt folgende Protokolle: Mackie Control, Logic Control und HUI (Emulation). Der Controller kann mit dem Rechner entweder via MIDI oder (wesentlich einfacher) über den USB-Port angeschlossen werden – eine Treiberinstallation ist nicht nötig.
Praxis und Fazit
Ich habe die Mackie MCU Pro mit einem MacBook Pro 2,33 GHz unter ProTools LE und Logic getestet. In beiden Fällen verlief die Anbindung des Controllers problemlos und man konnte gleich loslegen. Die Bedienung gestaltet sich bereits nach kürzester Zeit äußerst komfortabel, da die Bedienoberfläche wirklich logisch und übersichtlich aufgebaut ist. Die Penny + Giles Motorfader hinterließen im Test einen sehr guten und zuverlässigen Eindruck – auch schnellen Fader-Fahrten folgten diese bei Fuß. Die Transporttasten verfügen über einen guten Druckpunkt und das Jog/Shuttle-Rad besitzt eine so feine Rasterung, dass diese quasi gar nicht auffällt. Positiv ist auch, dass die Tasten in den Channel-Strips hintergrundbeleuchtet sind, was das Arbeiten auch unter »schummrigen« Lichtverhältnissen sehr angenehm gestaltet. Die Displays sind ebenfalls sehr gut ablesbar, da der Winkel der Neigung gut gewählt ist, der Kontrast ausreichend hoch ist und für eine Entspiegelung gesorgt wurde. Wem die acht Kanalzüge der MCU Pro nicht ausreichen, kann sein Setup noch um die »Extender Pro«, die weitere acht Channel-Strips bereitstellt, und die »Control C4 Pro« erweitern, die ein spezieller Controller für Plug-Ins und virtuelle Instrumente ist.
Insgesamt ist Mackie mit der Control Universal Pro ein sehr guter Controller gelungen, der sowohl die Bezeichnung »Universal« als auch »Pro« zurecht trägt.
www.mackie.com
UVP: 1 299 EUR
Mackie MCU Pro
- Neun 100 mm Penny + Giles Motorfader (acht Channel-Strips, ein Master)
- Acht Endlos-Drehregler mit LED-Ring in den Kanälen
- Beleuchtete Rec-, Solo-, Select- und Mute-Taster pro Kanal
- Großes, hintergrundbeleuchtetes LC-Display
- Transport-Tasten
- Integriertes USB/MIDI-Interface für Direkt-Verbindung zum Mac oder PC
- Drei MIDI-I/Os
- Keine Treiberinstallation nötig
- Schablonen für Digital Performer, Nuendo/Cubase, Sonar, Tracktion und ProTools (Beschriftung der Oberfläche entspricht Apple Logic)
- Unterstützte Protokolle: Mackie Control, Logic Control und HUI (Emulation) |