Advertisement

Grundsatzartikel

Studio-Tüff

Login






Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren
Test: Casio Digital-Piano Privia PX-120 PDF Drucken E-Mail

Mit dem Privia PX-120 stellt Casio ein neues Digital-Piano für das Einsteigersegment vor, das neben verbesserten Features wie Klang- und Tastatureigenschaften auch einige neue Funktionen bietet, die in den Keyboard- und Entertainerbereich zielen. Wir wollen sehen wie sich der neue Casio-Spross im Vergleich zu seinen zahlreichen Mitbewerbern schlägt. Wie verschiedene andere Hersteller auch, bietet Casio das Instrument in verschiedenen Varianten an: da wäre zuerst die Stage-Piano-Version, die mittels eines herkömmlichen Keyboardständers auf der Bühne oder im Proberaum zum Einsatz kommt und den mitgelieferten Sustain-Taster benutzt. In der zweiten Variante kommt zusätzlich der Ständer CS-65 PDK zum Einsatz, der das Instrument schon wesentlich seriöser erscheinen lässt und ebenfalls mit dem Sustain-Taster benutzt wird. Schlussendlich vervollständigt die Pedal-Einheit SP-30 das Instrument und lässt es auch im heimischen Bereich eine gute Figur machen. So ist man im Budget sehr flexibel aufgestellt und kann sich die für den Nutzungszweck günstigste Variante aussuchen.

Aufbau und innere Werte
Wir haben die komplette Ausbaustufe des Privia PX-120 mit Ständer- und Pedaleinheit im Test gehabt und das Ganze stellte sich mit drei großen Kartons schon recht imposant dar. Also die Kartons gleich ausgepackt und jede Einheit enthielt dann eine eigene recht genaue Anleitung zum Aufbau des ganzen Instruments. Und die funktionierte denn auch ohne Probleme. Auch eine einzelne Person sollte dieses Instrument ohne langes Probieren aufbauen können und benötigt hierfür nur einen handelsüblichen Kreuzschlitzschraubenzieher. Auch an Kleinigkeiten wurde gedacht: so benutzt man ein Teil der Styroporverpackung als Halterung für die Saitenteile des Ständers, um sie aufrecht stehend problemlos am Instrumentenkorpus anbringen zu können und so konnten wir nach kurzer Aufbauzeit das Privia in seiner ganzen Schönheit bewundern. Das Instrument macht einen ausgesprochen schlanken Eindruck und passt mit den hölzernen Saitenteilen eigentlich in jede Umgebung. Das Privia kommt mit der skalierten Hammermechanik CPZ Mk2, die sich sehr angenehm spielt und einer Polyphonie von 128 Stimmen. Dies ist für das Einsteigersegment ein ausgesprochen starkes Statement, lässt sich doch mit dieser Ausstattung jede Art von Klavierliteratur auch bei exzessivem Pedalgebrauch bewältigen. Das Instrument verfügt über elf AiF-Klangfarben und als besonderes Bonbon über eine kleine Begleitautomatik mit 20 so genannten Piano-Rhythmen, die sich sehr gut beim Komponieren und Arrangieren einsetzen lassen und eine echte Bereicherung des Instruments darstellen. Das Privia besitzt folgende DSP-Effekte: 4 Nachhall-Typen, 4 Chorus-Typen und 3 Brilliance-Typen. Als besonderes Schmankerl bietet das Privia auch noch die Klaviersaitenresonanz, die die Klavierklänge noch mal deutlich aufwertet. Ebenfalls mit an Bord ist ein zweispuriger Recorder, mit dem sich das Spiel aufnehmen lässt. Auf zwei Spuren speichert das Privia insgesamt 5000 Töne, was in der Regel ausreichen sollte. Die Daten werden im eingebauten Flash-Speicher geschützt. Das Privia bringt das Spiel über ein 2-Wege-Lautsprechersystem ans Ohr. Jeweils ein 8 cm und ein 6 cm Lautsprecher werden mit 2 x 8 Watt Verstärkerleistung versorgt. Eine Musikbibliothek mit 60 Stücken zeigt dem Probanden, wohin fleißiges Üben führen kann und freundlicherweise sind auch alle Stücke in einem dicken Notenband beigelegt.

Anschlüsse
Das Casio-Piano wird mit dem beigelegten Netzteil mit Strom versorgt und besitzt rückwärtig die folgenden Anschlüsse: neben besagtem Anschluss für das Netzteil liegt die Buchse für das beigelegte Sustain-Pedal im Klinkenformat und zwei Buchsen für MIDI IN/OUT. Auf der Unterseite des Gerätes liegt der Anschluss für das Pedal SP-30. An der linken Geräteseite liegen der Powerschalter und zwei Anschlüsse für Kopfhörer im Mini-Stereo-Klinken-Format. Weitere Anschlüsse gibt es nicht, so das man sich für eine externe Verstärkung mit einer Adapterlösung behelfen muss.

Bedienung
Casio hat sich bei der Bedienung des Privia PX-120 für eine Kombination aus Tastern und Klaviertasten entschieden d.h. neben einigen globalen Reglern und Tastern, die direkt eine Funktion ansprechen, erreicht man die weiteren Funktionen durch Drücken des Tone/Setting-Schalters und einer entsprechenden Klaviertaste. Das Auslösen der Funktion wird stets quittiert mit einem beep-ähnlichen Ton. Dies geht nach kurzer Zeit zügig von der Hand und ist lediglich von Nachteil, wenn man innerhalb eines Stückes den Klang wechseln muss oder mehrere Einstellungen kurz hintereinander ausführen will. Die Beschriftungen oberhalb der einzelnen Tasten sind allerdings nur bei guten Beleuchtungsverhältnissen klar erkennbar, gute Augen sind dabei auch nicht von Nachteil. Generell ist die Einteilung der Tastatur wie folgt angeordnet: Auf der linken Seite liegen die Parametereinstellungen für die Begleitautomatik (Normal, Single Finger, Fingered und Full Range Chord), gefolgt von der Lautstärkeregelung für Song und Begleitautomatik. Schlussendlich die Einstellungen für das Metronom, den Metronomtakt und das Tempo. Hier gibt es sowohl einen +/- Taster, wie auch die Nummern 0-9, sodass man für das Tempo 86 beispielsweise 0-8-6 eingeben muss. Im Mittelteil der Tastatur liegen die Einstellungen für Song/Rhythmus-Anwahl, auch hier mit +/- Tastern und den Nummern 0-9, gefolgt von der Klangfarbenwahl und den Einstellungen für die Anschlagsdynamik. Folgende Klänge stehen zur Auswahl: Klavier in einer gedeckten und einer brillanten Ausführung, hier Classic und Modern genannt. Diese beiden Klänge haben im Bedien-Panel auch einen eigenen Taster, sodass man stets zum Klavier zurückfindet. Zusätzlich hat man noch eine dritte Klaviervariation. Es folgen zwei E-Piano Klänge, die beide aus einem Fender Rhodes stammen. Der erste ist eher warm und weich, während der zweite mehr Glockenanteil enthält. Bei erhöhter Brilliance-Einstellung erhält man einen sehr schönen höhenreichen Ton. Es folgt ein Cembalo und ein Vibraphon, den Schluss bilden eine vollchörige Kirchenorgel und ein Streichorchester, sowie zwei Bassklänge. Im rechten Teil der Tastatur schließlich finden die Einstellungen für Brillanz, Hall und Chorus ihren Platz, gefolgt von der Transposition und Stimmung des Geräts, dann die MIDI-Parameter Sendekanal und Local Control und schlussendlich die Parameter für den Bestätigungston (den man natürlich auch abstellen kann), sowie für die Datensicherung und die Bedienungssperre. Wie man sieht, sind alle wichtigen Parameter vorhanden und man wird nach kurzer Zeit sicher mit dem Gerät umgehen können.
Das eigentliche Bedien-Panel des Privia PX-120 sieht dann auch recht aufgeräumt aus:
Neben dem großen Lautstärkeregler liegen die drei Taster für die Song- bzw. Rhythmus-Anwahl mit Start/Stop, Sync und dem Umschalter zwischen Song und Rhythmus. Daneben zwei Taster für den Aufnahmeteil mit Recorder on/off und der Anwahl der beiden Spuren, hier als linke und rechte Hand bezeichnet. Daneben der Schalter für das Metronom zu Übungszwecken. Mittig liegen die beiden Taster Grand Piano Classic und Modern. Hier kann man jederzeit zum gewünschten Klavierklang zurückkehren; ein Feature das auch mit dem Instrument nicht vertraute Spieler sicher durch den Parameterdschungel zum Klavierklang zurückführt. Durch gleichzeitiges Drücken dieser zwei Taster gelangt man in den Duett Modus. Hier wird für zwei Spieler die Tastatur geteilt und beide Spieler bedienen dieselben Tonlagen vom C3 bis zum C6 wobei der linke Spieler auch das linke Pedal und der rechte das rechte Pedal als Sustain benutzt. Das ganze ist nicht zu verwechseln mit dem vierhändigen Spiel wo beide Spieler eine Tastatur benutzen. Es gibt auch einen Layer-Modus am Privia PX-120, in dem man die Tone/Setting-Taste drückt und gleichzeitig zwei Klangfarben anwählt, die dann auch zusammen erklingen.

Klang und Fazit
In der Einsteigerklasse stellt Casio mit dem Privia PX-120 einen starken Vertreter vor. Mit seiner großen Polyphonie ist das Klavierspiel ohne Einschränkungen möglich. Das Privia ist daher auch für den Einsteiger das ideale Instrument für den Unterricht und das Spiel zuhause. Die Bedienungselemente sind auf das notwendigste beschränkt, jedoch sind alle Funktionen auf einfache Weise schnell erreichbar. Auch den unerfahrenen Usern wird sich das Instrument nach kurzer Zeit erschließen. Mein Favorit bei den Pianoklängen ist das Preset Classic, das für mich den Klang eines Klaviers am authentischsten wiedergibt. Die anderen beiden Presets sind wesentlich brillanter im Ton und werden für Pop und Jazz sicher auch viele Freunde finden. Die beiden E-Pianos sind auch sehr gut gelungen, wie auch das Cembalo und das Vibraphon. Die Kirchenorgel und das Streichorchester sind in Ordnung, obwohl ich diese eher als Dreingabe ansehen würde. Die Begleitautomatik erfüllt ihren Zweck voll und ganz, sie bietet einen Querschnitt der populären Styles und ist zum Üben, Komponieren und Arrangieren eine tolle Hilfe, wenn sie auch nicht ein aktuelles Keyboard ersetzen kann. Aber für diesen Zweck ist das Instrument ja auch nicht geschaffen. In Relation zum Preis gesehen bietet das Privia PX-120 eine Menge an Features und sollte beim Einsteiger auf jeden Fall in die nähere Wahl genommen werden.

Technische Daten

Max. Polyphonie 128 Stimmen
Tastatur 88 Tasten anschlagsdynamisch
Klangfarben 11 Layer (außer Bassklangfarben)
Split (Bassklangfarben nur unterer Bereich)
Effekte Brillanz (–3 bis 3),
Nachhall (4 Typen),
Chorus (4 Typen),
akustische Resonanz
Metronom Schläge pro Takt: 0, 2, 3, 4, 6
Tempobereich: 20 bis 255
Duett Anpassbarer Tonbereich (–1 bis 2 Oktaven)
Musikbibliothek Anzahl Songs: 60
Song-Lautstärke: Regelbar Part Ein/Aus: L, R
Begleitautomatik Anzahl Rhythmen: 20,
Tempobereich: 20 bis 255
Controller: START/STOP, SYNCHRO/FILL-IN
Begleitautomatik-Modi: NORMAL, CASIO CHORD, FINGERED, FULL RANGE CHORD
Begleitautomatik-Lautstärkepegel: Regelbar
 
Recorder Funktionen: Echtzeit-Aufnahme
Wiedergabe Anzahl Songs: 1
Anzahl Spuren: 2
Kapazität: Ca. 5.000 Noten gesamt
Aufnahmedatenschutz: Eingebauter Flash-Speicher
Pedale Dämpferpedal (Soft- und Sostenutopedalbedienung über optionale Pedaleinheit SP-30 möglich)
Andere Funktionen Anschlagwahl: 3 Typen
Aus Transponierungsfunktion: ±1 Oktave (–12 bis 0 bis 12)
Stimmfunktion: A4 = 440,0 Hz ±99 Cent (variabel)
Bedienungssperre
MIDI 16-fach multitimbral (Receive)
Ein-/Ausgänge PHONES-Buchse: Stereo-Minibuchsen x 2
Dampferpedalbuchse: Standardbuchse
Spannungsversorgung: 12 V DC Midi-Ausgang/Eingang (MIDI OUT/IN)
Pedaleingang (nur fur optionales SP-30)
Lautsprecher (12 cm 6 cm, oval) 2 (Leistung: 8,0 W + 8,0 W)
Stromversorgung Netzadapter AD-12
Abmessungen 132,2 (B) 27,8 (T) 13,4 (H) cm
Gewicht Circa 11,4 kg

UVP`s:

PX-120 649 EUR
Stand CS-65 PDK 99 EUR
Pedal SP-30 49 EUR

www.casio-europe.com