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Test: Yamaha CLP 330 M PDF Drucken E-Mail

Dieses Jahr feiert Yamaha das 25-jährige Jubiläum der Clavinova-Reihe. Zeit einmal zurückzuschauen, wie sich aus den Anfängen der digitalen Klangerzeugung ein eigenständiges Musikinstrument entwickelt hat, das mittlerweile in vielen Schulen und Ausbildungsstätten seinen Platz gefunden hat und aus unserer Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken ist.

Wir haben für diesen Bericht mit dem CLP 330 M ein aktuelles Mittelklassemodell dieser Baureihe zum Test erhalten, das gleichzeitig Bestandteil dieses Berichtes ist.

Zuerst ein kleiner Abriss der Yamaha Firmengeschichte: Bekanntermaßen sind die Musikinstrumente nur ein Bereich der Yamaha Produktpalette, schaut man sich die Website an, sind die Bereiche Yamaha HiFi, mit Home Cinema und DVD-Player, Yamaha Motors, mit Motorrädern und Marine-Equipment, sowie Yamaha Musikinstrumente, mit Pro Audio-Equipment und Computer Music Instruments angegeben. Yamaha engagiert sich ebenfalls in der Schulmusik und hat eine eigene Musikschule entwickelt. Die Firma heißt offiziell Nippon Gakki Co. Ltd. und beginnt 1887 mit der Entwicklung von kleinen Kirchenorgeln, Reed Organs genannt. 1900 wird das erste Klavier, 1902 der erste Flügel gebaut. Nach dem Eintritt in die Möbelbranche 1903 entsteht dann 1914 die erste Harmonica, 1922 der erste High-Quality-Plattenspieler, 1932 die erste Pfeifenorgel und 1942 die erste akustische Gitarre. 1954 ist ein wichtiges Jahr, denn zu dieser Zeit wird die Yamaha Music School, der erste HiFi-Player und das erste Motorrad aus der Wiege gehoben. Im Jahre 1959 wird die erste Orgelreihe unter dem Namen Electone produziert, dieser Name findet heute noch Verwendung. Weiterhin beginnt 1965 die Produktion von Blasinstrumenten und ein Jahr später die Produktion von Drums und elektrischen Gitarren. 1968 stellt Yamaha das erste HiFi-Stereo-Equipment vor und 1974 den Lautsprecher NS1000M, von dem man unter ähnlichem Namen noch viel hören sollte, ebenso den ersten Synthesizer CSY-1 und den ersten Mixer PM-1000. 1976 kommen die ersten Electric und Electronic Pianos auf den Markt, 1980 unter der Bezeichnung PortaSound die ersten Keyboards. Schließlich sehen wir 1983 den ersten Compact Disk-Player CD-1 sowie das Disklavier. 1983 kommt unser Jubiläumskandidat Clavinova zur Welt. Just im selben Jahr wird auch der erste Digital Synthesizer, der legendäre DX-7, auf den Markt gebracht. Die Klangerzeugung mittels der FM-Synthese ist beiden Geräten gemein und sollte in den nächsten Jahren für einen grundlegenden Wandel der Hörgewohnheiten in der Popmusik sorgen. Es gab Zeiten in den 80ern wo man eigentlich den ganzen Tag nur den DX-7 im Radio hörte. Yamaha hatte die Zeichen der Zeit erkannt und begann im selben Jahr auch mit der Herstellung eigener LSIs. 1984 baute Yamaha den ersten Industrieroboter und 1987 vollzog man im einhundertsten Firmenjahr die Umbenennung in die heutige Firmierung Yamaha Corporation. 1993 produzierte Yamaha mit dem VL-1 und dem VP-1 die ersten Virtual Acoustic Synthesizer, sowie das Silent Piano. Die nächsten Jahre sollten ganz im Zeichen des „Silent“ stehen, es folgten 1994 das Silent Grand Piano, 1997 die Silent Violin und 1998 das Silent Cello. 2000 wurde mit mLAN die New Digital Network Interface Technology eingeführt, 2001 die Silent Guitar und 2002 die Silent Viola und die Electric Violin. 2003 schließlich stellte Yamaha mit dem Vocaloid eine Singing Synthesis Technology vor und verabschiedete sich vom CD-R/RW Business. Man sieht hier schon, wie Yamaha über die Jahre unermüdlich neue Konzepte erfunden und weiterentwickelt hat, die zum Teil das Musikbusiness nachhaltig beeinflusst haben.

 
Das Clavinova Konzept

Die Clavinova Instrumente sind technologisch immer mit der jeweiligen State-of-the-Art-Technologie ausgestattet gewesen. Das heißt für die aktuellen Modelle eine AWM2 Klangerzeugung mit Stereosampling und 128stimmiger Polyphonie und einer sehr gut ansprechenden Tastatur, der Graded Hammer-Tastatur aus eigenem Hause. Diese Tastatur ist jetzt mit der GH3-Version noch einmal verbessert worden. Es werden jetzt pro Taste drei Sensoren eingesetzt. Bisher nutzten die normalen Tastaturen zwei Kontakte pro Taste, einen Ruhekontakt und einen Arbeitskontakt bei gedrückter Taste. Aus der Geschwindigkeit zwischen dem ersten und zweiten Kontakt errechnet das System die Anschlagsdynamik. Der dritte Kontakt nun gibt die Möglichkeit, den Ton schon bei halb losgelassener Taste neu zu intonieren angelehnt an die typischen Repetitionseigenschaften einer guten Flügeltastatur. Dies ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einer Klaviertastatur mit senkrechter Mechanik und einer Flügeltastatur mit liegender Mechanik. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung optimaler Anpassung an das Original. Die Samples basieren immer auf einem Yamaha Konzertflügel, sodass eigentlich die gesamte Technologie aus dem eigenen Hause stammt und in langen Jahren stetig weiterentwickelt wurde.

Es gibt innerhalb der Clavinova-Reihe mit den CLP-Pianos und den CVP-Pianos zwei Produktlinien. Die CLP-Pianos enthalten in der Regel mehrere Pianosounds, sowie einige zusätzliche E-Piano Sounds und Vibraphon, Cembalo, Strings und Chor. Bei den neueren Modellen findet man jetzt auch eine akustische Gitarre. Meist ist auch ein Songrecorder eingebaut, mit dem man seine Ideen festhalten kann und ein USB-Anschluss zum Speichern seiner Werke. Also ist ein CLP-Clavinova das Klavier zum Üben und Komponieren und wird auch mittlerweile dementsprechend oft für den Unterricht verwendet. Durch sein gediegenes Äußeres, das es kaum von einem echten Klavier unterscheidet, findet es natürlich auch seinen Platz in jeder Wohnlandschaft. Daher gibt es die Clavinova auch in verschiedenen Ausführungen und Furnieren bis zum Flügelgehäuse. Durch die gewichtigen Gehäuse – das CLP 330 M z.B. wiegt stolze 68kg – lässt sich auch eine hochwertige Verstärkung einbauen, was sich sehr positiv auf den Klang eines solchen Instruments auswirkt.

Die CVP-Reihe enthält alle diese Features auch, ist aber zusätzlich noch mit der kompletten Klangerzeugung und der Begleitautomatik eines Entertainerkeyboards ausgestattet. Es handelt sich eigentlich um eine Mischung aus Piano und Keyboard. Auch hier gibt es verschiedene Ausführungen und Gehäuse von Klavier oder Flügel oder sehr moderne neue Kreationen.

Die CLP-Reihe ist konzipiert in verschiedenen Modellen für den Einsteiger bis zum ambitionierten Musiker. Die Einsteigermodelle sind hervorragend für den Einstieg in den Unterricht geeignet, da allen Modellen die sehr gut ansprechende Tastatur eigen ist. Lediglich die Topmodelle haben eine edle Holztastatur, die den Gesamteindruck noch einmal steigert. Die CVP-Pianos liegen naturgemäß aus einem höheren Preisniveau, richten sich aber auch weniger an den Anfänger, der mit diesem Instrument auch überfordert wäre, sondern eher an den ambitionierten Spieler, der auch schon über Erfahrung im Keyboardbereich verfügt und so die komplexen Features eines solchen Geräts auch einzusetzen weiß.

 
Das Clavinova CLP 330 M

Das CLP 330 M ist wie gesagt die Mittelklasse der aktuellen CLP-Baureihe und wird in drei verschiedenen Ausführungen angeboten: Das M steht hier für Mahagoni, weiterhin gibt es eine Ausführung in dunklem Rosenholz und eine Ausführung in Kirschbaum. Als Klangerzeugung kommt hier die AWM-Technologie (Advanced Wave Memory) mit drei dynamischen Samplestufen zum Einsatz. Die 128-stimmige Polyphonie garantiert ungetrübtes Spielvergnügen, das durch die Features der neuen GH3-Tastatur noch mal unterstützt wird. Das CLP 330 hat 14 verschiedene Klänge:

Grand Piano 1+2
E-Piano 1+2
Cembalo 1+2
Vibraphone
Kirchenorgel 1+2
Hammondorgel
Streicher 1+2
Chor
Akustische Gitarre
 

Durch simples Drücken zweier Presets gleichzeitig erreicht man den Dual-Modus, um zwei Klänge gleichzeitig spielen zu können. An digitalen Effekten erhält man Hall, Chorus, Phaser, Tremolo, Leslie und Brilliance. Das CLP bietet sieben verschiedene Stimmungen an. Der integrierte 2-Spur-Recorder und ein Metronom runden das Bild ab. Verstärkt wird das Ganze mittels zwei 20 W Verstärkern die ihre Leistung an zwei 16 cm Lautsprecher abgeben. Folgende Anschlüsse finden wir am CLP 330: vorn auf dem Bedienpanel ist der USB to Device-Anschluss, mit dem sich Daten des Recorders auf einen USB-Stick oder andere USB-Speichermedien speichern lassen. Auf der linken Unterseite befinden sich die MIDI-Anschlüsse IN/OUT/THRU, sowie zwei Klinkenbuchsen für AUX IN L/R und AUX OUT L/R und die USB to Host-Buchse.

Komplettiert wird das Ganze mit zwei weiter vorn platzierten Kopfhörerbuchsen, die als Stereo-Klinkenbuchsen ausgeführt sind.

 
Klang und Fazit

Das Wichtigste Preset bei einem Digital Piano ist naturgemäß der Flügel, der hier in zwei Variationen angeboten wird. Zusammen mit der GH3-Tastatur muss man dem CLP 330 ein erstklassiges, sehr realistisches Klangbild attestieren, dass für alle Stilistiken gleichermaßen geeignet ist. Mit der einfachen Klangregelung von mellow bis brilliance lässt sich von intimen klassischen Aufführungen bis zu brillanten Pop- und Jazz-Arrangements alles realisieren. Die beiden E-Pianos bieten eine FM-Variation, sowie ein sehr schönes Fender Rhodes Piano. Die beiden Cembalo, mit und ohne Koppel, sowie das Vibraphon sind ohne Fehl und Tadel ebenso die Kirchenorgel Einstellungen kleines Werk und großes Werk. Eine gut gesampelte Hammond-Orgel, zwei Streichereinstellungen, Chor und akustische Gitarre schließen den Kreis.

Während dieses Tests ergab sich eher zufällig die Situation, dass wir neben meinem Bechsteinflügel auch ein Digital-Piano der Einsteigerklasse eines anderen Herstellers im Studio stehen hatten und so hatte man den Vergleich vom Original über ein Einsteigermodell mit einem Nettogewicht von 11,5kg bis zum CLP 330, mit einem Nettogewicht von 68 kg. Der Unterschied vom Flügel zum CLP war naturgemäß immer noch vorhanden, was die Tastaturen angeht, ist mittlerweile kaum noch ein Unterschied auszumachen. Der eigentliche Unterschied zeigte sich dann vom Einsteigerpiano zum CLP-Piano. Nicht die eigentliche Qualität der Samples war das Problem, die Verstärkung des Kleinen mit Mini-Lautsprechern war dem Lautsprechersystem des CLP mit seinem schweren Holzgehäuse als Klangkörper derart unterlegen, dass man es kaum glauben wollte. Hier zeigten sich deutlich die Grenzen eines mobilen Kunststoffgehäuses mit sehr kleinen Lautsprechern. Setzte man sich Kopfhörer auf, relativierte sich das Problem und die Probanden rückten wieder näher zusammen. Hier zeigte sich wie wichtig eine solide Verstärkung bei einem solchen Gerät ist, will es sich mit dem Original messen lassen.

Die Clavinovas werden uns sicher die nächsten Jahre mit vielen neuen Instrumenten erfreuen, die immer näher an das Original, den Flügel heranrücken.

 
 
Yamaha Clavinova CLP 330 M

Klangerzeugung AWM 3 Stufen dynamisches Stereo-Sampling

Polyphonie 128 Stimmen

Presets 14

Effekte Reverb, Chorus, Phaser, Tremelo, Leslie

Verstärkung 20W x 2, 2 Lautsprecher 16cm

Anschlüsse MIDI IN/OUT/THRU, USB to Device/to Host

AUX IN L/R, AUX OUT L/R, 2 Kopfhörer

Masse 141 cm x 92 cm x 51 cm

Gewicht 68 kg

UVP 1.649 EUR