Drahtlose MIDI Kommunikation
Die UF-Serie der Keyboardcontroller der Firma CME war uns seinerzeit schon durch ihre Funktionsvielfalt und die durchdachten Features bei einem gleichzeitig mehr als günstigen Preis aufgefallen.
Die neue Serie der CME-Controller bringt nun, neben einem neuen Design, ein komplettes Wireless-MIDI-System mit, WIDI genannt, wobei die Sendeeinheit im Gerät verbaut ist und die dazugehörige Empfangseinheit als USB-Stick direkt in den Rechner gesteckt wird. Dieses Feature und viele neue Detailverbesserungen lassen Interessantes erwarten.
Äusseres und Aufbau
Die UF-Serie ist jetzt in vier Ausführungen erhältlich: Das UF 50 mit 49 Tasten, das wir hier im Test hatten, das UF 60 mit 61 Tasten, das UF 70 mit 76 Tasten und schließlich das UF 80 mit 88 Tasten. Allen Modellen gleich ist die Tastatur mit Anschlagsdynamik und Aftertouch, lediglich im größten Modell kommt eine hochwertige gewichtete Tastatur zum Einsatz. Wurde in der alten Serie noch die Gewichtung der Tasten mit darunter geklebten Gewichten erzielt, ist die neue Tastatur ungleich angenehmer zu spielen, klappert nicht und stellt einen guten Kompromiss zwischen einer klavierähnlichen und einer Synthesizertastatur dar. Selbiges gilt für das Gehäuse, das mit seinem silbernen Aluminium-Finish ungleich professioneller daherkommt. Auf den ersten Blick fällt die große Anzahl an Fadern und Reglern auf, die jetzt in weichem Kunststoff ausgeführt sind und sich angenehm präzise steuern lassen. Das Konzept ist ähnlich der alten Serie schnell erklärt: Das UF 50 verfügt über neun Fader, acht Drehregler und sechs Funktionstaster, die sich mittels des Layer-Tasters in drei Ebenen mit MIDI-Befehlen belegen lassen und das Zentrum der Echtzeitregelung von MIDI-Daten darstellen. Weiterhin besitzt das UF 50 neben einem Display, welches drei Zeichen zeigen kann, ein großes Dial-Rad und neun darunter liegende Funktionstaster, sowie eine komplette sechstastige Sequencer-Steuerung. Die Funktionstaster F1 bis F6 sind frei programmierbar und übersichtlich beschriftet, sodass man zum Beispiel durch paarweises Drücken wichtige Parameter, wie All Notes Off, Default, Mute, GM On erreicht oder direkt die Parameter Transpose und Oktavierung. Mit Shift und einem Tastendruck erreicht man 45 Befehle und Parameter, die fest beschriftet sind und so ein einfaches Handling ermöglichen. So braucht der UF 50 kaum tief verschachtelte Menüs und man kommt schnell ans Ziel, auch wenn es einmal ausgefallene Programmierungen sein sollen. Die neue UF-Reihe ist „Class Compliant“ unter Windows XP und Mac OSX, Vista-User müssen leider draußen bleiben, aber wie man hört, schwenken die meisten zur Zeit doch wieder auf XP um. Verrückte Welt, aber ähnliches spielt sich seit einiger Zeit auch bei den Äpfeln ab, wo nur die ganz Mutigen von der Power PC- auf die Intel-Plattform wechseln. Treiber braucht der UF 50 also keine mehr, auf unserem G5-Mac wurde der USB-Stick mit der Empfangseinheit sofort erkannt und tat ohne weitere Probleme seinen Dienst. Man sollte jedoch beachten, dass der Stick direkt an den Rechner angeschlossen wird, an einem aktiven Hub funktionierte er nicht, auch kann man das Gerät nicht direkt an ein Soundmodul oder ein Instrument anschließen. Es braucht in jedem Fall einen Device-Anschluss, der es auch mit Strom versorgt.
Auf der Rückseite bietet der UF 50 folgende Anschlüsse: Einen MIDI-Ausgang, einen USB-Port, über den es alternativ zum Netzteil mit Strom versorgt werden kann, zwei Fußpedale und einen Anschluss für den Breath-Controller BC3. Weiterhin gibt es noch einen Erweiterungsslot über den zurzeit folgende Geräte bzw. Karten eingebaut werden können: Das Piano/String Modul UFDP 1, den Waldorf Nano Synthesizer, den wir seinerzeit schon getestet hatten und das Firewire Audiointerface UUF 400e.
So lässt sich der UF 50 also alternativ über vier Systeme mit der Außenwelt verbinden: herkömmliches MIDI, den bidirektionalen USB-Port, den Wireless-MIDI-Port und das optionale Audiointerface via Firewire. Verglichen mit vielen anderen Geräten ist das schon eine optimale Ausstattung. Die interessanteste Variante ist sicherlich das drahtlose MIDI-Interface. Dieses WIDI-Interface hat folgende Features: Es überträgt MIDI-Daten über eine Entfernung von bis zu 80 Metern vom und zum Computer, also im Full Duplex Mode. Die Sendeeinheit ist im Keyboard fest eingebaut, während der Sender in Form eines USB-Sticks in den Computer eingesteckt wird. Die Datenübertragung ist praktisch latenzfrei, nach Angaben von CME ist sie kleiner als 3 ms. Im Test fiel mir der Unterschied zum USB-MIDI-Interface gar nicht auf. Man sollte jedoch bedenken, dass auch dieses Interface nur ein Glied in der Latenzkette zum und vom Rechner darstellt. Wenn man zum Beispiel das WIDI-System als Sender benutzt, dann im Rechner ein virtuelles Instrument spielt, das dann noch durch ein Plug-In, wie einen Hall oder Chorus bearbeitet wird, kann im Ergebnis die Summe aller Latenzen sehr wohl deutlich spürbar sein. Dafür kann dann natürlich das WIDI-System nichts.
Praxis und Bedienung
Das WIDI-System lernt man in der täglichen Arbeit schnell zu schätzen: Schnell mal mit dem Keyboard vom Studio in den Aufnahmeraum umgezogen, um ein Stück mit dem Sänger oder der Band zu proben und trotzdem immer noch die Kommunikation zum Rechner behalten, das ist schon sehr praktisch. Weitere Anwendungen sehe im Live-Betrieb, wo man zum Beispiel auf einfache Weise ein Keyboard für die Sängerin in der Mitte der Bühne platzieren kann, das dann aus dem Rack des Keyboarders mit Sounds beschickt werden kann. Für die Zukunft wäre vielleicht toll, ein kleines Gerätchen wie den WIDI-Stick auch direkt in ein Soundmodul einstecken zu können, das wäre dann der Gipfel der Flexibilität. Aber auch so macht die Arbeit mit dem UF 50 richtig Spaß: Angefangen von der Tastatur, die sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert hat, ist auch die Arbeit mit den Controllern wirklich einfach und übersichtlich. Folgende Features fanden bis jetzt noch keine Erwähnung: Mit der U-CTRL-Funktion lässt sich auf einfache Weise das Gerät nach dem Mackie Protokoll belegen. Ebenso lassen sich die Fader in den Drawbar-Modus einstellen, sodass eine neunchörige Orgel simuliert werden kann. Die Anschlagsdynamik lässt sich in zehn Kurven einstellen und die Tastatur lässt sich in viele Stimmungen einstellen, gut für ethnische, arabische und alte klassische Stilistiken. Wir haben das UF 50 mit Logic Pro getestet und die Zusammenarbeit lief reibungslos. Auch mit verschiedenen Roland- und Yamaha-Expandern konnte man sofort loslegen. Durch die übersichtliche Gestaltung des Frontpanels ist auch im Live-Betrieb sicheres Navigieren mit dem Controller möglich.
Fazit
Mit der neuen UF-Serie hat CME die Produktreihe der MIDI-Controller optimal weiterentwickelt. Kleine Schwächen der Tastatur wurden ausgemerzt, die neue Optik verleiht den Geräten einen professionellen Look und sie machen einen sehr Eindruck in Bezug auf Road-Tauglichkeit und Haltbarkeit. Das neue drahtlose MIDI-System mit Namen WIDI stellt eine große Bereicherung dar. Das immer noch sehr faire Preis- Leistungsverhältnis lässt eigentlich nur eine Frage offen: Welches der vier Modelle nimmt man nun??
CME MIDI-Controller UF 50 mit Wireless MIDI
49-tastiges Keyboard mit Anschlagsdynamik und Aftertouch
Bedienungselemente
Endlosdialrad
3 Zeichen Display
Pitchbend- und Modulationsrad
13 Funktionstaster
6 Sequencer Transporttasten
Programmierbare Controller
9 Fader
8 Drehregler
2 Pedalanschlüsse
Breath Controller Anschluss
MIDI-Out
USB-Port
WIDI drahtlose MIDI-Übertragung mit WIDI XU USB-Stick
Anschlagdynamik und Aftertouch in 10 Kurven einstellbar
Zugriegelmodus für Fader wählbar
Ethnische/arabische Skalen und Temperierungen wählbar
U-CTRL-Funktion zur Anpassung an das Mackie© Control-Protokoll
20 User-Bank-Plätze zum Speichern eigener Konfigurationen
Erweiterungsslot für Audiointerface oder Waldorf Nano Synth
Stromversorgung über USB oder beiliegendes Netzteil
Class Compliant unter Windows XP und Mac OS X
Robustes Aluminiumgehäuse
Abmessungen: 859 x 348 x 113 mm
Gewicht: 8,2 kg
UVP: 349 EUR
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