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„Soundmodul mit Audio-Interface“
Mit dem SonicCell bringt Roland ein neues Klangmodul auf den Markt, das sich sowohl in eine Computerumgebung nahtlos einfügen lässt, aber auch im Live-Bereich als universeller Klangerzeuger und Abspielstation von beliebigen MIDI-, MP3- oder Audio-Dateien einsetzbar ist. Das Gerät lässt sich aufgrund seiner Abmessungen sowohl direkt am Desktoparbeitsplatz betreiben als auch mit der optionalen Halterung an einem Stativ auf der Bühne einsetzen.
Der Clou ist sicherlich die kluge Mischung aus verschiedenen Features mit sehr guter Erweiterbarkeit der Komponenten. So ist neben der 128-stimmigen Klangerzeugung auch das für den Computerarbeitsplatz wichtige 2-kanalige Audio-Interface mit Mikrofon-Preamp inklusive Phantompower vorhanden, während für den Bühneneinsatz beliebige Files direkt von einem USB-Stick abgespielt werden können. Der Computer-User profitiert von der Anbindung in seine Sequencer-Software via VST bzw. AU (Audio Unit beim Mac), während der Musiker für die Bühne das Soundreservoir noch mit zwei der SRX-Boards von Roland erweitern kann. Für ein Gerät dieser Preisklasse sind das ganz erstaunliche Features, die Roland in diesem kleinen Gehäuse bereitstellt.
Äußeres und technische Daten
Nach dem Auspacken hat man eine kleine, handliche „Kiste“ auf dem Schreibtisch stehen, die für den Arbeitsplatz am Computer genau die richtige Größe hat: Auf der rechten Seite sind unter dem recht kleinen Display die wenigen Bedienelemente und das recht große Dialrad, das auch auf Druck reagiert. Die linke Seite enthält praktisch nur die Blende für die zwei nachrüstbaren SRX-Boards. Auffallend lediglich das vorne angebrachte Volumen-Rädchen, das einem MP3-Player alle Ehre machen würde - ich möchte es jedoch nicht auf der Bühne ablesen oder einstellen müssen. Hier wäre ein gut ablesbarer Fader auf der Vorderseite sicher die bessere Lösung gewesen. Auf der Rückseite bietet das SonicCell folgende Anschlussmöglichkeiten: Die Audioausgänge R/L(MONO) in 6,3mm Klinke ausgeführt und daneben die Audioeingänge einmal in Klinke als Line-In R und als XLR für den linken Kanal, schaltbar als Mic/Git HiZ/Line-Eingang. Zusätzlich steht hier ein Input Level-Regler zur Verfügung. Es folgen die MIDI In/Out-Anschlüsse und die USB-Anschlüsse „Host“ und „Device“. Der Power-Schalter und der Anschluss für das beigelegte Netzteil runden das Bild ab.
Beigelegt ist dem SonicCell neben der Bedienungsanleitung die SonicCell Editor-CD mit folgendem Inhalt: Treiber für Windows XP, Windows Vista und Mac OS X mit den Editorprogrammen SonicCell Editor, SonicCell Librarian und SonicCell Playlist Editor. Weiterhin enthält die CD - wie bei Roland üblich - die Cakewalk-Software. Die Einbindung der PlugIn-Formate VSTi (Windows/Mac) und AU (Mac OS X) ist laut Roland mit den Programmen Sonar LE/6.2, Cubase 4 und Logic Pro 7.2 getestet worden. Wir haben auf einem Mac Powerbook G4 1,5 GHz getestet. Für den Einsatz des Editors gibt Roland folgende Systemvoraussetzungen an: Für Windows die Versionen XP und Vista, letztere jedoch nicht in der 64-Bit Version. Erwartet werden ein Pentium- oder Celeron-Prozessor mit mindesten 1,4 GHz mit 512 MB RAM und einem USB 2.0 Anschluss. Ähnliches gilt beim Mac: erwartet werden Mac OS X (ab 10.4.3) auf einem PowerPC G4 mit mindestens 1 GHz und 512 MB RAM.
Erster Eindruck
Bevor wir den Computer anschließen, spielen wir den SonicCell zuerst ganz normal als Soundmodul über MIDI an und benutzen als Controller das Roland Digital-Piano EP 880. Und schon tritt entspanntes Lächeln in die Gesichtszüge: Ganz Roland-typisch hat man dem SonicCell eine Library mitgegeben, die auch hohen Ansprüchen gerecht wird. Neben vielen bekannten Klängen sind auch eine Menge neuer Kreationen dabei, die genau wie die Naturklänge von hoher Qualität sind und durch die integrierten Effekte den letzten Schliff bekommen. Für die moderne Musikproduktion ist man also bestens gerüstet. Das SonicCell bezieht sein Klangfutter aus einem 128 MB großen Speicher und ist in den Roland-typischen Patches organisiert, hier 896 + 256 GM2 und 64 Performances, die aus 16 Parts gebildet werden können. Zieht man die Anschaffung von einem oder zwei SRX-Boards in Betracht, lässt sich so projektbezogen eine perfekte Klang-Library zusammenstellen. Zusätzlich stehen 32 + 9 GM2 Rhythm-Sets zur Verfügung. Die Effektsektion besteht aus drei Blöcken, die 78 Algorithmen erzeugen können. Zusätzlich stehen drei Chorus-Typen, fünf Hall-Typen und als Mastering-Effekt ein 3-Band Kompressor zur Verfügung. Als besonderes Feature bietet das SonicCell die Möglichkeit, das Input-Signal mit sechs verschiedenen Effekten zu versehen. Diese ließen sich dann beispielsweise mit dem Mikrofonsignal gleichzeitig aufnehmen, oder umgekehrt ließe sich das SonicCell auch auf der Bühne als zusätzliches Effektgerät nutzen. Die Effekte sind von bekannter Qualität, ich bin speziell ein Freund der Roland Chorus- und Hall-Effekte. Beim Abspielen von MIDI-Files macht das SonicCell ebenfalls eine gute Figur, desgleichen beim Abspielen von MP3- oder Audio-Files in den Formaten WAV oder AIFF. Der Audiobereich des Roland-Moduls arbeitet in 24 Bit Auflösung mit den Sampling-Frequenzen 44,1/48/96 kHz, die auf der Vorderseite eingestellt werden. Es gilt zu beachten, dass das Gerät nur die voreingestellten Formate abspielen kann, es ist also ratsam auf dem USB-Stick die Formate nicht zu mischen. Man müsste sonst das Gerät aus- und wieder einschalten, um ein neues Audiofile-Format anzusprechen. Die Qualität der Wandler jedenfalls ist von sehr guter Qualität und verleiht dem SonicCell einen druckvollen und transparenten Sound.
Computerbetrieb und Einsatz als PlugIn
Die Installation der Roland-Treiber und Editor-Software ging ohne Probleme vonstatten, so dass nach der Installation und Anbindung des SonicCell via USB alle Möglichkeiten zur Verfügung standen. Die einfachste ist sicherlich die Editierung des SonicCell mit der dazugehörigen Editor-Software. Hier hat man natürlich eine ganz andere Übersicht über das Geschehen im Gerät, da für tiefer greifende Eingriffe ins Klanggeschehen das Display des SonicCell doch zu klein geraten ist. Mit dem Editor ist das Handling wirklich ein Kinderspiel und sollte auch ungeübten Usern oder Neulingen nach kurzer Zeit flüssig von der Hand gehen. Im Verbund mit Logic Studio fungiert das SonicCell als MIDI-Interface, Audio-Interface sowohl für den Output wie auch für den Input (Mikrofon oder Line-In) und schlussendlich als PlugIn, also Audio-Unit im Inputfenster des Instrumentenkanals. Hier taucht der Editor also innerhalb von Logic als Instrumentenfenster auf. Alle Anwendungen liefen problemlos ab. Man kann dem SonicCell auch in diesem Bereich eine stabile Performance bescheinigen. Es ist schon ein Unterschied, solch ein Hardware-Instrument im Gegensatz zu einer reinen Softwarelösung einzubinden.
Fazit
Das SonicCell hat eigentlich nur ein Problem: Wie will man ein solches Gerät bezeichnen? Ist es ein Soundmodul mit Erweiterungssteckplätzen für SRX-Boards, ein USB Audio-Interface mit Mic-Preamp und Phantompower, ein MIDI-Interface, ein MP3-Player oder ein VSTi und AU PlugIn? Die Anwendungs- und Erweiterungsmöglichkeiten sind riesig, und überall macht das SonicCell eine sehr gute Figur. Anwendungsmöglichkeiten sehe ich sowohl im Home-Computer-Studio und im Tonstudio, wie auch auf der Bühne und im Schulungsbereich. Überall, wo eine kompakte, sehr gut klingende Universallösung gefragt ist, sollte man das SonicCell in die nähere Wahl nehmen. Es wird schwer sein, in diesem Segment eine bessere Lösung zu finden.
UVP: 755 EUR
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