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Tinnitus (zwei 06) PDF Drucken E-Mail

"Energiegeladen"

T.6

Beim Deutschen Rock und Pop-Preis 2005 gewann die Band Tinnitus den ersten Preis in der Kategorie

"Deutscher Alternative-Preis 2005". Tinnitus aus Rheinbrohl am Rhein liefert energiegeladenen deutschsprachigen Rock. Genau das Richtige für alle, die auf deutschsprachige, musikalisch anspruchsvolle Musik der etwas härteren Schiene abfahren. Auf ihrem Weg „nach oben" kommt der Preis genau im richtigen Augenblick.

Xound hatte Gelegenheit zu einem  Gespräch mit der Band nach ihrem Auftritt im neuen Kölner Club „Purple".

Xound: Ihr habt beim deutschen Rock- und Poppreis in Hamburg einen der ersten Plätze gewonnen. Hat sich für euch seitdem etwas verändert?

Ron: Wir hatten eine gute Presseresonanz und u.a. hierdurch die Gelegenheit wahrgenommen mit Revolverheld zu spielen. Außerdem werden wir ab März ein Jahr lang vom deutschen Rock- und Popverband gefördert, wir dürfen 1.000 CDs produzieren. Davon versprechen wir uns ziemlich viel.

Peter: Das läuft jetzt langsam an. Der Verband kümmert sich um die Promotion und wir haben beim Wettbewerb u.a. ein Studiowochenende mit CD-Pressung gewonnen.

Xound: Ihr verkauft doch bereits jetzt nach euren Konzerten auch CDs. Wo und wie wurden diese aufgenommen?

Ron: Hier in Köln. Im "The Room", so hieß das Studio, das gibt's jetzt leider nicht mehr.
Wir haben in eigener Regie aufgenommen und alles selber finanziert, indem wir Partys veranstaltet haben.

Sebastian: An dieser Stelle müssen wir uns bei Falk Wulms und David Stammel bedanken, die beiden Jungs aus dem Studio haben uns sehr geholfen. Sie fanden unsere Sachen gut und haben deshalb auch sehr viel Arbeit in uns gesteckt.

Ron: Das war aber schon das zweite Album „Coram Publico". Davor haben wir schon mal ein Album „Auf dem Weg" selbstständig produziert.

Sebastian: Dem zweiten Album ist noch eine DVD beigefügt, darauf kann man sich unseren Touralltag und Live-Konzerte ansehen, da sind ein paar sehr lustige Geschichten dabei.

Xound: Ihr kommt auch Live ziemlich tough rüber, probt ihr viel?

Sebastian:Ja wir arbeiten viel an uns, wir sind ja mittlerweile auch schon eine Ewigkeit zusammen und haben weit über 100 Konzerte gespielt.    Anmerkung: seit 97 gelöscht.

Bastian: Vor allen Dingen sind wir dicke Freunde, wir verstehen uns supergut, kommen aus demselben „Dorf" und haben viel miteinander zu tun. Wir proben so oft, wie es geht, aber mindestens zweimal pro Woche.

Xound: Wie entstehen die Songs bei euch?

Bastian: Unterschiedlich, meistens kommt Ron, unser kreativer Kopf, mit Ideen und die werden dann im Proberaum umgesetzt und für die Texte sorgt eigentlich jeder von uns.

Xound: Ihr habt deutsche Texte. War das schon immer so?

T.1Ron: Ja, das ist auch das Besondere an unserer Band, seit `97 gibt´s uns schon, und wir haben immer auf Deutsch gesungen. Heute singt ja ein Großteil der Bands auf  Deutsch, aber damals waren wir mit die Einzigen. Das war von Anfang an unser Ding.

Sebastian: Wir hatten nicht die Intention, auf jeden Fall etwas anderes zu machen. Wir denken Deutsch und deshalb wollten wir auch deutsche Musik machen.

Peter: Und weil keiner Englisch konnte.(Gelächter)

Ron: Englisch können schon, aber vernünftige Lieder auf Englisch zu schreiben und zu singen, ist nicht so einfach.

Sebastian: Man kann sich in einer fremden Sprache einfach nicht so gut ausdrücken wie in der Muttersprache, das ist ja ganz klar.

Xound: Dank des Preises habt ihr jetzt die Chance, eine neue CD zu produzieren. Wollt ihr wieder in eigener Regie agieren oder nehmt ihr euch diesmal einen Produzenten mit an Bord?

Ron: Wir nehmen erst mal wieder alleine auf.

Sebastian: Wir hatten die drei Songs, die wir aufnehmen wollen, schon fertiggestellt, bevor wir den Preis gewonnen haben. Der Gewinn kam genau rechtzeitig und Ende Mai können wir loslegen.

Xound: Habt ihr jetzt nach dem Wettbewerb Kontakte zu Plattenfirmen?

Sebastian: Wir haben einen lockeren Kontakt zu einem Verlag. Der A&R - Manager wird uns auf einem unserer nächsten Konzerte in Augenschein nehmen.

Xound: Habt ihr den A&R über den Wettbewerb kennengelernt?

Sebastian: Nein, wir hatten vorher schon Kontakt zu ihm, aber als er erfuhr, dass wir den Preis gewonnen haben, wurde er hellhörig. Ob sich daraus etwas ergibt? Ich weiß es nicht. Die wirklichen Kontakte zu einem Management oder zu Produzenten bestehen noch nicht.

Bastian: Da warten wir noch auf die Richtigen. Aber wenn sich jemand melden möchte, bitte jetzt. Wir sind heiß, wir wollen raus auf die großen Bühnen.

Xound: Ihr habt euch entschlossen, eure CDs ins Internet zu stellen, zum downloaden? Ist dadurch die Möglichkeit, CDs zu verkaufen, nicht vertan?

Bastian: Unsere CD beinhaltet ja eine Bonus-DVD, das ist u.a. ein Anreiz, sie trotzdem zu kaufen. Außerdem ist auch ein schönes Booklet mit Texten dabei. Es gibt viele Leute, die auf das Gesamtwerk wert legen.

Peter: Uns ist es wichtig, an mehr Leute heranzukommen. Wenn wir beispielsweise ein Konzert gegeben haben und die Leute haben uns gesehen, aber keine CD gekauft, dann haben sie sich eventuell unsere  Internetadresse gemerkt, gehen auf die Seite und Laden unsere Musik auf ihren Rechner.

Sebastian: Und wer kein Geld für die Musik bezahlen möchte, schafft das so oder so.

Ron: Auf dem Level, auf dem wir uns gerade befinden, verdienen wir mit der Musik eh nicht viel, uns ist es wichtiger, dass viele Leute unsere Musik haben und kennen.

Xound: Aber wenn ihr "groß" werdet  ist es schon euer Ziel, Geld damit zu verdienen?

Peter: Ja, auf jeden Fall, dann wird sich das auch ändern, dann werden die Lieder nicht mehr umsonst angeboten und wir werden zu totalen Kommerzschweinen. (Gelächter)

Ron: Die Zeiten haben sich halt geändert, eine CD hat für die Leute nicht mehr den selben Wert wie früher und um überhaupt einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen, ist es für uns optimal, die Lieder umsonst im Internet anzubieten.

Bastian: Es ist halt unser großer Traum, damit wirklich weit zu kommen.

Sebastian: Trotz allem ist es uns sehr schwer gefallen, die Lieder ins Internet zu stellen. Es gab lange Diskussionen.

Xound: Das denke ich mir, man gibt sich Mühe, dass das Album gut wird und verkauft bzw. verschenkt es dann unter Wert.

Sebastian: Was heißt unter Wert, wenn die Leute die Musik hören wollen und geil finden, dann haben wir doch alles erreicht, was wir erreichen wollten, so sehe ich das auf jeden Fall. Und wenn sie uns so gut finden, kaufen sie vielleicht die nächste Platte, kommen zu unseren Konzerten, kaufen vielleicht sogar unsere T-Shirts.

Peter: Ja, bei den Konzerten läuft die Promotion auch wirklich gut. Wir verteilen Flyer, auf denen unsere Internetadresse steht, dadurch haben wir im Monat circa 2.000 Besucher auf unserer Website und ungefähr 200 mal wird unser Album runtergeladen.

Xound: Dafür, dass ihr eine noch unbekannte Band seid, seid ihr aber gut organisiert, mit den Flyern, der Website, das ist ja nicht unbedingt üblich. Erstellt ihr diese Sachen selbst?

Ron: Ich bin Mediengestalter, wir machen alles komplett selber.

Sebastian: Aber im Hintergrund haben wir schon eine helfende Hand, Rons Vater, er ist von Anfang an, also seit neun Jahren,  mit dabei, ist sehr engagiert und übernimmt das Booking und was sonst so anfällt.

T.13Bastian: Ohne ihn wären wir nicht so weit, wie wir es heute sind.

Xound: Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, beim Deutschen Pop- und Rockpreis mitzumachen?

Peter: Wir waren Mitglieder beim Rockverband, die haben uns dann angeschrieben und wir haben uns daraufhin beworben. Wir wurden prompt eingeladen und so haben wir uns in den Zug gesetzt und sind nach Hamburg zum Deutschen Rock- und Poppreis gefahren. Ganz ohne Illusionen, wir waren erst mal total happy, dass wir überhaupt hinfahren durften. Super, schönes Wochenende in Hamburg, fahren wir hin und machen das Beste daraus, und so ging das immer weiter und plötzlich standen wir da auf der Bühne im Finale.

Xound: Was war das für ein Gefühl?

Alle: Sehr geil, aufregend...

Sebastian: ...auf jeden Fall, vor 2.000 Leuten in diesem Musical Theater zu spielen - wow - ich hatte die ganzen vier Minuten, während wir den Song spielten, Gänsehaut.

Bastian: Auch wenn du dort mit deiner Band im Publikum sitzt mit 2.000 Leuten, die Musiker werden nominiert und dann wird dein Name genannt, echt cool.

Xound: Ich war ja auch da und hab euch gesehen wie ihr in dem großen Theater aufgetreten seid. Für mich sah das aus,  als würdet ihr das jeden Abend machen.

Ron: Das ist cool, wenn das so rüberkommt, aber wir waren echt super aufgeregt.

Peter: Aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Ich könnte mich daran gewöhnen.(lacht)

Nach der Siegerehrung haben wir noch einen kleinen Dämpfer bekommen: Wir haben erfahren, dass Montags auf der Reeperbahn doch tatsächlich ab 2.00 Uhr morgens nichts mehr los ist. Wie es sich für Sieger gehört sind wir dann zur Tanke, haben ein paar trockene Brötchen und Bier gekauft und dann ab in die Jugendherberge.

Xound: Wollt ihr in diesem Jahr wieder teilnehmen? Geht das überhaupt?

Bastian: Ja, das geht, aber wir wollen uns nicht bewerben, wir möchten nur gerne dort spielen. Die Siegerband vom letzten Jahr hatte auch einen Gastauftritt.

Sebastian: Wir haben einmal gewonnen und das wäre albern sich noch mal zu bewerben..

Sebastian: Der Deutsche Rock- und Poppreis ist eine super Veranstaltung. Der Rockverband bietet so viel an, man kann die Platte unter deren Label veröffentlichen, das haben wir auch wahrgenommen. Man bekommt einen Labelcode, Rabatt bei der GEMA, eine gute Anwaltsberatung, die wir sogar schon gebraucht haben.

www.tinnitustrupp.de