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Peachbox (drei 06) PDF Drucken E-Mail

„Früh übt sich...“

5g

Spätestens seit den Erfolgen von Bands wie Tokio Hotel werden selbst ganz junge Musiker ernst genommen. So überzeugte auch beim deutschen Rock- und Pop-Preis 2005 die Paderborner Band Peachbox mit einer grandiosen Performance sowohl Jury als auch Publikum und belegte den ersten Platz in der Kategorie Pop. Die vierköpfige Band besteht aus zwei „Kleinen“, Florian Müller (13, Gitarre und Backingvocals) und Eduard Telik (13, Keyboards) sowie den beiden „Großen“ David Müller (18, Bass und Leadvocals) und Sven Zumbrock (17, Drums  und Backingvocals). Durch ihre musikalischen Eltern inspiriert und geführt, fließt die Musik schon seit Kindertagen in den Adern der vier Kreativen. Trotz des jungen Alters klingt die Musik ausgereift, die Bühnenpräsenz wirkt gekonnt – wie bei den großen Stars - und trotzdem ist alles durchsetzt von einer unglaublichen Frische und Lebendigkeit. Ich bin mir sicher, dass wir von Peachbox noch so Einiges hören werden.

Xound hatte Gelegenheit zu einem Gespräch mit der sympathischen Band.

Xound[X]: Ihr wurdet Ende letzten Jahres beim deutschen Rock- und Pop-Preis 2005 mit dem ersten Platz in der Kategorie Pop ausgezeichnet. Hat sich seitdem irgendetwas für euch verändert?

David: Es hat sich sogar Einiges verändert. Wir haben sehr viel Aufmerksamkeit gewonnen und sehr viele Anfragen für Auftritte bekommen. Ebenso haben wir viele neue Kontakte zu anderen Bands geknüpft und es haben sich Freundschaften unter den Bands entwickelt.

Wir stehen z.B. nun auch in etwas engerem Kontakt mit Peilomat, einer weiteren Siegerband beim deutschen Rock- und Pop-Preis 2005. Für uns ist die Kommunikation untereinander, mal mitzubekommen , was ansonsten so in Deutschland läuft, sehr wichtig. Wir sind ja ansonsten hier in Paderborn ziemlich abgeschnitten vom Rest der Musikszene.

X: Ihr habt im Frühjahr 2005 bei Silbermond im Vorprogramm gespielt.

3lDavid: Wir haben letztes Jahr den Manager von Silbermond kennen gelernt und stehen auch in Kontakt mit der Band. So hatte sich ergeben, dass wir mit Silbermond zusammen in Würzburg spielen konnten.  Vor etwa zwei Monaten hatte uns die Band wieder angerufen und gefragt, ob wir nicht im Rahmen der aktuellen Tour noch mal im Vorprogramm auftreten möchten. So ergab sich jetzt der Auftritt am 19. Mai in Berlin in der Columbiahalle.

X: Gibt es schon konkrete Nachfragen von Plattenfirmen oder Verlagen?

Sven: Es gab einige Plattenfirmen, die interessiert waren, aber konkrete Angebote, die wir annehmen wollten bzw. konnten, waren bisher nicht dabei. Dies liegt  u.a. auch daran, dass wir alle noch zur Schule gehen und auch unsere beiden „Kleinen“ (lacht)  ja auch noch nicht die 10. Klasse erreicht haben.

X: Ihr habt ja bereits eine Album-CD. Habt ihr diese CD in Eigenregie erstellt?

Florian: Ja, wir haben alles privat finanziert und wir arbeiten auch jetzt im Studio bereits an der zweiten CD. Diese wird den Titel „Ready to rise“ haben. Wir sind gerade noch mitten in den Aufnahmen, in den nächsten Tagen werden die Drums eingespielt.  Das neue Album wird bald erscheinen, alles Nähere wird man auch unserer Internetseite finden.

X: Arbeitet ihr mit einem Produzenten?

Sven: Die Produzentenrolle übernimmt ein Freund von uns, André Föller. Er schreibt auch  die Texte zusammen mit David und so hat sich die Zusammenarbeit ergeben.

X: Falls ihr nun einen Plattenvertrag bei einer Schallplattenfirma bekommt, wollt ihr dann an dieser Konstellation festhalten? Oft bekommt man ja auch einen bekannten Produzenten vor die Nase gesetzt.

Ede: Wir wollen auf jeden Fall in dieser Konstellation weitermachen, denn es passt alles perfekt zusammen. Für uns ist wichtig, dass unser Charakter gewahrt bleibt, wenn das nicht möglich wäre, müssten wir halt „Nein“ sagen.

PEACHBOX-Videodreh-012David:  Wir würden in jedem Fall in dieser Besetzung bleiben, wie Ede schon gesagt hat, weil die Chemie einfach stimmt. Es gab niemals den Gedanken, irgendjemanden auszutauschen. Wenn die Plattenfirma uns nicht so nimmt, wie wir sind – das klingt jetzt vielleicht ein bisschen arrogant - werden wir uns nicht darauf einlassen. Wir machen die Musik in dieser Konstellation, weil sie so aus uns rauskommt. Wir machen die Musik nicht, um Weltstars zu werden. Wir möchten mit der Musik etwas transportieren, eine Message, und das ist unser Leben. Da können wir uns nicht verstellen.

X: Wie entstehen eure Songs?

Florian: Unsere Songs entstehen meist im Proberaum. Einer von uns bringt dann eine Idee mit und dann jammen wir etwas rum, probieren die verschiedensten Dinge aus. Jeder versucht mit seinem Instrument etwas hinzuzufügen. D.h. wir schreiben die Songs meist zusammen in den Proben.

X: Wie oft probt ihr?

Florian: Wir proben mindestens zweimal pro Woche - jeweils drei Stunden - und auch vor jedem Auftritt.

X: Wie kommt es, dass ihr englisch singt?

David: Wir haben uns - als wir die Band vor vier Jahren gegründet haben – entschieden,  Englisch zu singen, weil wir den Traum haben, unsere Musik über Deutschlands Grenzen hinaus präsentieren zu können, damit möglichst viele Menschen die Chance haben, unsere Musik zu hören, unsere Gedanken zu verstehen und sich von unserer Songs inspirieren zu lassen. Mit der englischen Sprache können wir halt viel mehr Leute erreichen. Im Moment sind viele Bands mit deutschsprachiger Musik erfolgreich, und so werden auch wir oft darauf angesprochen, ob wir nicht auch auf deutsche Texte umsteigen wollen, doch wir weigern uns. Wir sehen es als unsere Berufung an, so weiter zu machen. Es fließt einfach gut und wir haben gemerkt, dass sich doch hier sehr viele Leute mit unseren Texten beschäftigen, auch wenn sie in Englisch sind.

X: Habt ihr als Band konkrete andere Bands als Vorbilder?

Sven: Klar, wir haben als einzelne Musiker ganz individuell unsere musikalischen Vorbilder zu denen wir aufschauen, doch für uns als Band gibt es kein konkretes Vorbild. Man wird natürlich durch andere Bands wie z.B. Red Hot Chili Peppers u.v.a. immer inspiriert, doch wir messen uns nicht an anderen Bands und versuchen auch nicht, zu klingen wie...

X: Ihr seit ja noch relativ jung, und genau für eure Zielgruppe hat die Industrie ja eine ganze Palette an umstrittenen Inhalten geschaffen - von  TV-Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“, bis hin zu Handy-Klingeltönen in Form von Songs. Was haltet ihr von diesen Dingen?

David: Man muss beide Seiten der Medaille sehen. Das positive bei den Klingeltönen ist, dass man halt über dieses Medium sehr viele Menschen erreicht. Es gibt ja heute auch die Möglichkeit, nicht nur mit einzelnen, monophonen Tönen eine Melodie zu spielen, sondern den Song sogar im Original-Sound abzuspielen. Auf der anderen Seite wird halt durch diese neuen Technologien sehr viel kommerzialisiert und leider geht heute auch sehr viel Musik in dem gesamten Wust an Information einfach unter.

ralf-meier---peachbox05Die Casting-Shows sind für uns etwas ganz Skurriles. Hier werden „ normale Menschen“ innerhalb von vier Wochen zu irgendwelchen Stars geformt. Sie müssen in Kürze Leistungen bringen, für die andere Musiker und Bands z.T. 15 Jahre und über 1.000 Gigs mit allen Höhen und Tiefen gereift sind und sich die Finger blutig gespielt haben, selbst wenn nur zwei Leute im Publikum waren. 

Die „Superstars“ werden halt durch das Fernsehen extrem gepuscht und stehen sofort vor einem Millionen-Publikum. Meist ist es für sie die erste richtige Show, der erste richtige Auftritt und das noch mit Songs, die sie von anderen gemacht bekommen.  

In unserem Song „Starkiller“ behandeln wir genau dieses Thema.

X: Wie sehen eure Ziele aus?

Ede: Unser Ziel ist es zunächst, so viele Auftritte wie möglich zu machen – spielen, spielen spielen. Wir möchten möglichst viele Leute mit unserer Musik berühren.

David: Ja, das trifft es auf den Kopf, wir wollen halt möglichst viele Menschen mit unserer Musik erreichen.

Klar, möchten wir so viele CDs wie möglich verkaufen, aber nicht um reich und berühmt zu werden, sondern um vielen Menschen unsere Musik nahe zu bringen. 

Heute ist alles so hektisch, man rennt von einem Ort zum anderen, die Kommunikation zwischen den Menschen läuft z.T. über Chatrooms und die Welt wird immer unpersönlicher. Umso wichtiger  ist, dass man auch mal zur Ruhe kommt und sich die Zeit nimmt, Musik zu hören. Die Musik ist ein ganz bedeutendes Kommunikations-Medium, um auch Erfahrungen unter Menschen auszutauschen.

www.peachbox.de