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Test: Apple Logic Studio PDF Drucken E-Mail
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„Alles neu?“

Sie war ja lange erwartet, die Logic Pro-Version 8 - und es kursierten die wildesten Gerüchte, von einem komplett neu geschriebenem Programm mit neuem Namen, vom „ProTools-Killer“ war die Rede, aber vor allen Dingen stand seit Monaten im Raum, dass das neue Programm erst mit Erscheinen von Mac OS X Version 10.5 mit Namen „Leopard“ erscheinen könne, da es zwingend auf neue Features dieser Betriebssystemversion angewiesen sei. Insbesondere von einer neuen Steuerung mittels Touchdisplay war die Rede. Umso überraschter waren wir, als die Logic Studio Suite ganz unspektakulär auf der Apple Website auftauchte – für „die besten iPod Modelle aller Zeiten“ luden Steve Jobs und seine Mannen die Weltpresse immerhin Anfang September ins kalifornische Cupertino zu einem Special-Event, der unter dem Motto „The beat goes on“ stand. Von wegen neuer Name für Logic, von wegen Abhängigkeit von der neuen OS X Leopard-Version, alles schien beim Alten zu sein und doch ist fast alles neu. Das sage ich jetzt mal als Logic-User seit Version 1.7 und bin mir allerdings jetzt schon sicher, dass uns in den nächsten sechs Wochen noch weitergehende Neuerungen bzw. Updates erwarten. Natürlich war jetzt noch nicht die Zeit für tiefer gehende Tests, dies wird erst in der kommenden Ausgabe möglich sein, man kann jedoch jetzt schon sagen, dass die wesentlichen Änderungen keine technischen Features sind, sondern sich überwiegend in der Bedienung und im Handling abspielen, und hier ist wirklich kein Stein auf dem anderen geblieben und der erste Eindruck ist sehr positiv.

Inhalt der des neuen Logic Studio Pakets
Kernstück des Studio-Paketes ist „Logic Pro 8“, das mit dem neuen Single-Window-Interface das größte Facelifting erhalten hat und in der Bedienung komplett neu designed wurde. Neu ist die „Main Stage“, die den Mac in ein leistungsfähiges Live-Rig mit gut lesbarer Anzeige verwandelt, die auch bei kritischer Beleuchtung und auf größere Entfernung erkennbar ist. „Soundtrack Pro 2“ schließlich widmet sich der Untermalung bewegter Bilder mit Musik, Dialogen und Soundeffekten. Die „Studio Instruments“ versorgen das System wie bisher mit 40 Instrumenten und beinhalten Weiterentwicklungen des „Ultrabeat“, des „Sculpture“, des „ES 2“-Synthesizers und des Samplers „EXS 24“. Die „Studio Effects“ enthalten jetzt 80 professionelle Studio-Effekte mit dem neu entwickelten „Delay Designer“ und dem weiterentwickelten „Space Designer“, die wie viele andere Effekte jetzt auch als True-Surround-Versionen für die Multikanal-Audioverarbeitung zur Verfügung stehen. Der „Utility Bereich“ besteht aus dem „Waveburner“ für das Mastering von CDs , dem „Compressor 3“ für das Kodieren in Surround Formate, der „Apple Loops“-Applikation sowie einem Impuls Resonanz-Programm zur Aufnahme von akustischen Räumen. Zu guter Letzt kommt das Paket mit einer gewaltigen Bibliothek an Loops, Sounds und Sound-FX, nämlich 18.000 Apple-Loops verschiedener Genres, 5.000 Soundeffekten und 1.300 EXS-Instrumenten. Zusammen mit dem deutlich gesenkten Preis von 479 EUR kommt hier ein Musikproduktionssystem auf den Markt, das es in dieser Vollständigkeit und universellen Verwendbarkeit noch nicht gegeben hat. Da werden sich alle Mitbewerber mächtig ins Zeug legen müssen, um Gleichwertiges anzubieten.

Installation und Systemvoraussetzungen

Die Installation und die Systemvoraussetzungen sind eigentlich zur alten Version ähnlich geblieben: Minimal-Voraussetzung ist ein G4-Prozessor ab 1,25 GHz mit 1GB RAM, lediglich zur Surroundbearbeitung ist ein G5-Doppelprozessor angesagt und natürlich darf es bei Verwendung großer Sample-Libraries auch deutlich mehr Arbeitsspeicher sein. Ein großer Unterschied besteht allerdings im Festplattenspeicherbedarf der neuen Version: Die gesamte Logic Studio Suite verschlingt an die 50 GB Platz auf der Harddisk, womit eine Komplett-Installation auf meinem Powerbook G4 schlichtweg ausscheidet. Auf unserem Studiorechner, einem Intel Mac Pro (2,66 GHz, Quadcore Xeon) war die Installation innerhalb einer Stunde erledigt, wobei wir die Logic Studio Update-Version von Logic Pro 7 verwendet haben. Eine zweite Installation auf einem Power Mac G5 mit 2,5 GHz Dual Core wurde allerdings verweigert, weil das Installationsprogramm meinen älteren, blauen Emagic Academic Dongle beanstandete. Wer diese Version verwendet, sollte beim Kauf mit Apple Rücksprache nehmen, wie hier verfahren werden muss. Der Dongle gehört jedenfalls auch der Vergangenheit an und wird nur noch für Neuinstallationen der Update-Version benötigt. Das Programm wird jetzt mit einer einfachen Seriennummer freigeschaltet, und das ist schön, macht es doch den Ärger mit vergessenen Dongles vergessen. Die alte Logic Pro Version bleibt übrigens auf dem Rechner, man kann jederzeit wechseln, falls ältere Songs auf der neuen Plattform nicht funktionieren sollten. Angaben zur Kompatibilität mit Drittanbieter Plug-Ins und Instrumenten kann ich noch nicht machen, da auf unserem Studiosystem lediglich eine pure Logic Pro Version installiert ist. Das angeschlossene Tascam DM-4800 Pult mit Firewire-Karte wurde jedenfalls sofort erkannt und funktionierte mit seinen 32 Ein- und Ausgängen fehlerlos. Nach Nutzung eines neueren Dongles funktionierte auch die Installation auf dem G5-Rechner ohne Probleme. Hier wurden an Audio-Interfaces ein MOTU Traveler und eine Digidesign M-Box sofort erkannt und verrichteten ihren Dienst ohne Probleme. Bis auf zwei Abstürze beim Öffnen älterer Songs in der ersten halben Stunde lief der Rechner dann stabil mit beiden Versionen. Verschiedene Plug-Ins fielen allerdings durch den Kompatibilitätstest des Audio-Unit-Managers. Neu ist hier ebenfalls die Prüfung auf Eignung zur Verwendung der Nodes. Also laufen die Drittanbieter Plug-Ins jetzt auch im Node-Bereich auf anderen Rechnern. Zufriedenstellend liefen dann „Spectrasonic Athmosphere“, „Trilogy“ und „Stylus“, die Plug-Ins von PSP, das meiste von Native Instruments, die Produkte von Korg, G-Media und Arturia.

Erster Eindruck
Der erste Start wird natürlich mit der neuen Logic Pro 8 Version gemacht. Hier sind die Unterschiede zur alten Version natürlich am größten, denn statt der zahlreichen Fenster der alten Version kommt das neue Logic jetzt wirklich mit einem einzigen Fenster aus. Hier sind die Apple-Designer wirklich Meister im ökonomischen Gestalten, denn schon nach kurzer Zeit erkennt man die Vorteile dieses Designs: Die Bedienung ist klarer geworden und der Workflow wird schneller, wenn zum Beispiel der eingeblendete Channelstrip nicht nur den jeweiligen Kanal, sondern auch den Ziel- bzw. Ausgangskanal sowie eventuelle Bus-Kanäle einblendet, so dass man den Signalverlauf sofort komplett im Blick hat. Das Trackmixer-Fenster ist verschwunden, dessen Sinn sich mir sowieso nie erschlossen hat. Man kann jetzt jedenfalls aus dem Hauptfenster heraus die Plug-Ins versetzen oder kopieren, man kann den Track-Namen einfach anklicken, um ihn umzubenennen, und das Handling mit den Browsern auf der rechten Seite macht die Sound-Suche sehr viel einfacher. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass das Aufrufen von Channel-Strips oder neuen Instrumenten sehr viel schneller geht als in der alten Version. Umgekehrt scheint das Wechseln kompletter Fensteranordnungen mit der Nummerntastatur träger zu sein als vorher. So reiht sich eine Kleinigkeit an die andere, und es ist müßig, innerhalb von einem Tag ein endgültiges Statement abzugeben, in der nächsten Ausgabe werdet ihr Genaueres lesen können. Bis dahin empfehle ich, die Apple-Website für weitere Informationen zu besuchen, oder man bestellt direkt das Update. Die eingefleischten Logic-User werden das sowieso tun.

UVP:
Vollversion: 479 EUR
Upgrade von Logic Pro: 199 EUR

www.apple.de