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Test: Roland E-80 und die Roland-Website „Keyboardclub“ PDF Drucken E-Mail
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„Music-Workstation“

Das Roland E-80 ist das größte Arranger-Keyboard von Roland und hat seit seinem Erscheinen 2006 einige Softwareupdates und Verbesserungen erfahren. Grund genug, das Flagschiff von Roland einer näheren Betrachtung zu unterziehen und gleichzeitig einen Blick auf das Roland-Webportal „Roland Keyboardclub“ zu werfen.

Äußeres
Schon auf den ersten Blick fasziniert das E-80 durch seine imposante und professionelle Erscheinung. Das große, farbige Touch-Display mit den darunter liegenden Zugriegeln und die große Anzahl an Fadern, Reglern und beleuchteten Tastern lassen dieses Keyboard auch in jedem Studio eine gute Figur machen. Und tatsächlich lässt es sich nicht nur durch sein hervorragendes Klangdesign in der Musikproduktion einsetzen. Die große Anzahl von Features und Spielhilfen umfassen eine komplette Zugriegelorgel in „Virtual Tonewheel“-Technologie mit Drawbars, Leslie, Verzerrer etc., einen Mikrofoneingang mit integriertem Vocal Harmonist mit vier Modi ( Auto Pitch, Voice FX, Talk und Singer), der in drei Harmonietypen 30 Small, 30 Ensemble und 24 Vocoder Programme bereitstellt und den D-Beam als Infrarotsteuerung für interessante DJ-Features, Instrumenteneffekte und Arpeggios sowie einen virtuellen Gitarristen.

Verbindungen zur Außenwelt
Neben den Audioausgängen (L/MONO und R) und einem Metronom-Ausgang gibt es die externen Audioeingänge (L, R), den Eingang zum Vocal Harmonist in XLR (symmetrisch) und Klinke (asymmetrisch), einen USB-Anschluss für Datenübertragung und MIDI, das obligate MIDI-Trio (IN, OUT, THRU) sowie vier Buchsen für Sustainpedal, programmierbaren Taster, programmierbares Pedal und FC-7 Control Pedal. Weiterhin gibt es einen Videoausgang für Texte und Akkorde, das Gerät kann Text und BMP-Dateien importieren und darstellen, ein Diskettenlaufwerk (3,5“ 2HD/2DD) und einen PC-Karten Slot, der die Formate CompactFlash, Memory Stick, SmartMedia und Microdrive über Kartenadapter unterstützt. Man ist also für alle Umgebungen gerüstet, zusätzliche Einzelausgänge für den Audiobereich hätten im Studiobereich das Glück perfekt gemacht, ist der E-80 hier auch als multitimbrales Soundmodul perfekt einsetzbar.

Innere Werte
Der E-80 bezieht sein Klangfutter aus einem riesigen, der dann noch einmal mit zwei SRX Expansion-Slots erweiterbar ist, in die sich die im Studiobereich anerkannten SRX-Boards einsetzen lassen, die mit professionellen Sounds aus allen Bereichen erhältlich sind. So sind schon intern 1100 Klänge, bei Roland „Tones“ genannt, und 54 Drumkits abrufbar, die einen separaten Equalizer für jeden Tone und jedes Drumkit enthalten, wobei hier noch erwähnt sei, dass ein spezieller Hall nicht nur für jeden Klang in den Styles verfügbar ist, sondern auch noch für jeden Sound des Drumkits (Kick, Snare etc.). Die Polyphonie ist mit 128 Stimmen großzügig ausgelegt und 32-fach multitimbral verwendbar. An Realtime-Effekten gibt es 12 Reverbs, sechs Chorus-Typen, in der MFX-Sektion 84 Multieffekte, in der Mastering-Sektion einen parametrischen EQ und einen Multibandkompressor, die Zugriegelorgel ist mit Rotary, Vibrato und Overdrive ausgestattet und der Mikrofoneingang ist mit Noise Gate, Kompressor, neun Hall- und neun Delay-Effekten bestückt. In der Harmonist-Sektion finden sich weitere neun Reverbs, neun Delays und neun Chorus-Programme, womit man allen Programmieranforderungen gewachsen ist. Diese unglaubliche Vielfalt wird dann abermals von den Style/Song-Effektprozessoren getoppt, die acht Reverb-, acht Chorus- und 3x MFXSektion mit 84 Multieffekten bietet, zudem kommt die Mastering-Sektion mit parametrischem EQ und Multibandkompressor hinzu. Man kann also an praktisch jeder Stelle der Klangerzeugung dezidiert in das Soundgeschehen eingreifen, um die ohnehin sehr guten Sounds weiter zu veredeln. Das E-80 stellt 350 Styles bereit, die in 12 musikalische Gruppen eingeteilt sind. Auch hier herrscht eitel Sonnenschein mit Variation/Intro/Ending in jeweils vier Variationen und sechs Fill-Ins. Weiterhin verfügt der Roland über einen Stylecomposer, der acht Spuren mit Micro Editing, Piano Roll Editing und die Guitar Modus Programmierung enthält und so eigene Style-Kreationen möglich macht. Wie man sieht, wird man von den Möglichkeiten und Features geradezu erschlagen, es ist also sehr wichtig, mit einem ausgeklügelten Bedienkonzept das Instrument komfortabel bedienbar zu machen.

Handling und Praxis
Das E-80 verfügt über eine große Anzahl Fader, Schalter und Regler, die gerade im Live-Bereich unmittelbaren Zugang zu den wichtigen Spielparametern gestatten. Separat anwählbare Instumenten- und Style-Gruppen, einfache Layer- und Split-Funktionen sowie die 9-chörige Zugriegelorgel vermitteln sofort großen Spielspaß, ohne große Umwege gehen zu müssen. Der eigentliche Mittelpunkt ist jedoch das große, farbige Touchdisplay in der Mitte des E-80. Durch simplen Fingerdruck navigiert man hier durch die Menus. Dies gestattet unmittelbaren, schnellen Zugriff auf alle Parameter, und daran hat man sich sehr schnell gewöhnt. Die Sache hat allerdings auch einen Nachteil: Seit zwei Wochen ertappe ich mich ständig dabei, wie ich bei allen Keyboards und Synthesizern auf dem Display herumtippe, natürlich ohne Erfolg.
Doch eine solche Steuerung macht nur Sinn, wenn die Programmierung der einzelnen Fenster einfach und musikalisch sinnvoll gestaltet ist. Diese Problematik hat Roland sehr gut gelöst, und so lassen sich Editierungen an allen sinnvollen Ecken durchführen. Exemplarisch hier nur einmal zwei Beispiele:

1. Man sucht die Einstellung für die Anschlagsdynamik, um das E-80 an das eigene Spielgefühl und bestimmte Klangeinstellungen anzupassen. Wir drücken im Menu auf das Touch-Menu und gehen hier in den Keyboard-Folder und haben folgendes Menu vor uns: Der Touch-Response lässt sich erst einmal in den Kurven High, Medium und Low einstellen und dann noch im Modus Fixed, der stufenlos in der Velocity von 000 bis 127 einstellbar ist. Damit aber nicht genug, denn diese Parameter sind dann auch noch separat für die drei verschiedenen Klänge im Upper-Bereich der rechten Hand sowie auch für den Lower-Bereich der linken Hand einstellbar. Das ist mal wirklich komfortabel und lässt feinste Abstimmungen sowohl für das Spiel der rechten und linken Hand zu, als auch für die Balance von Layersounds untereinander.

2. Man möchte die Effektanteile wie Hall oder Chorus in den verschiedenen Klangruppen anpassen: Hier gibt es sowohl Mix-Pages für die einzelnen Klangabteilungen, wo man komfortabel zum Beispiel den Hall für einen Klangeffekt des D-Beam regeln kann oder die Effektanteile für die Klänge der rechten und linken Hand, dann aber auch für alle Parts der Begleitautomatik oder die Vocal Abteilung. Das alles ist sehr übersichtlich angelegt und macht nach kurzer Zeit richtig Spaß und lädt geradezu zum Programmieren ein.

Klang und Fazit
Das wichtigste Kauf-Kriterium bei einem solchen Instrument ist naturgemäß der Klang. Der wird erst einmal durch das Bi-Amping Soundsystem des E-80 sehr gut und sehr druckvoll wiedergegeben. Beim gesamten Klang muss man dem E-80 erst einmal bescheinigen, dass es das hat, was leider viele aktuelle Keyboards nicht mehr haben, nämlich Charakter! In jeder Spielsituation überzeugt die direkte und klare Gestaltung des Spielgeschehens. Dies äußert sich in der Authentizität der Tones und ihrer Bearbeitung mit Effekten wie auch in den Styles, die teilweise absoluten Live-Charakter haben. Bei ihnen macht sich auch die große Anzahl von One-Shot-Drum Phrasen bemerkbar, die wirklich live eingefangen sind. Man spürt an allen Ecken die große Erfahrung von Roland in der Konzeption von elektronischen Musikinstrumenten, die schon viele Kultgeräte wie TR 808, TR 909, TB 303, die Juno-Synthesizer oder die JV-Serie hervorgebracht haben. Vieles ist hier eingeflossen und macht das E-80 eher zu einer Arrangier- und Produziermaschine denn zu einem normalen Keyboard. Als Beispiele seien hier auch der Guitar-Modus genannt, der absolut echte Gitarrenspieltechniken wie Strumming oder Arpeggios auf dem Keyboard möglich macht sowie die Cover- und Makeup-Tools, die schnelle Editierungen und das Austauschen von Sounds in den Styles möglich machen. So sehe ich dieses Instrument in erster Linie für den Spieler, der das Instrument auch professionell nutzen will, sei es im Entertainment-Sektor oder im Studio- und Live-Bereich, aber auch für den ambitionierten Keyboard-User, der auch mal in die Tiefen der Programmierung eindringen möchte, um neue Sounds und Styles zu kreieren, und auch Spaß am Editieren hat. Alle werden im E-80 ein Instrument finden, das sie für lange Zeit begeistern wird. Nicht zu vergessen, dass das E-80 zur Zeit mit verschiedenen Bundles zu sehr günstigen Preisen angeboten wird. Es lohnt sich also, die Augen auf zu halten.

Das Roland-Webportal und der Roland Keyboardclub
In der heutigen Zeit wird es neben einem guten Produktsupport und der Produktpflege immer wichtiger, mit regelmäßigen Softwareupdates auch ein Webportal anzubieten, das den User nicht nur mit neuen Sounds und Styles versorgen kann, sondern auch den Austausch mit anderen Usern anbietet und im Mediabereich Audio- und Videomaterial bereitstellt.
Das Roland-Webportal bietet Informationen zu allen aktuellen, aber auch den älteren Modellen und bietet hier umfassenden Support und aktuelle Updates zum Download an. Auch findet man hier viele informative und interessante Links zu Künstlern, die mit Roland-Instrumenten arbeiten. Speziell für die Keyboarder und Pianisten gibt es den Roland Keyboardclub.
Hier findet der interessierte Roland-User viele Informationen zu seinem Gerät. Als Beispiel hier die „Ready to Play Styles“ (RTP): Hier werden Play-Styles von Ralf Schink vorgestellt, die in Anlehnung an bestimmte berühmte Songs programmiert wurden. Sie lassen sich hier downloaden und sind liebevoll begleitet von einer Programmieranleitung mit Bildern im PDF-Format und einem MP3-File zum Anhören. Im Multimedia-Bereich gibt es interaktive Videos zur Anleitung neben einer Reihe phantastischer Audiofiles verschiedener Roland-Programmierer und Künstler, die die ganze Bandbreite der Instrumente demonstrieren. Das Magazin „MIDI Songs“ und ein Keyboard-Forum sowie der Shop runden das Angebot ab.

UVP: 3.466,-- EUR

www.roland-musik.de
www.rolandkeyboardclub.com


Roland E 80
- Tastatur: 61 anschlagdynamische Tasten mit Aftertouch
- Polyphonie: 128 Stimmen
- Tones: 1100,
54 Drum Kits, separater EQ für jeden Tone und jedes Drum-Instrument innerhalb von Styles,
Wellenformspeicher: 1GB
- Zugriegel: basierend auf der Virtual Tonewheel-Technologie
- SRX Expansion Slots: 2
- Multitimbral-Parts: 32
- Preset Styles: 350 Styles in 12 Familien
- Audioausgänge: Main (L/mono, R), Metronom-Ausgang
- Audioeingänge: Externer Audioeingang, (L, R), Vocal Harmonist-Eingang, (XLR, Klinke)
- Buchsen: 1 x Haltepedal, 1 x programmierbarer Taster, 1 x Fußpedal, 1 x FC-7 Control Pedal
- Videoausgang: für Texte und Akkorde (2 Typen), Text- und BMP- Dateien-Darstellung
- Abmessungen: 1175,8 (B) x 488,7 (T) x 197,8 (H) mm
- Gewicht 22,5 kg