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„Digital-Piano“
Das EP 880 ist ein neuer Vertreter der mobilen Digital-Pianos innerhalb der Roland Produktfamilie und ist im mittleren Preissegment angesiedelt. Mit seiner 64-stimmigen Polyphonie und der gewichteten Klaviertastatur sollte das Instrument auch höheren Anforderungen genügen und durch seine Mobilität auch in verschiedenen Umgebungen einsetzbar sein. Wir wollen sehen, ob das EP 880 diesen Ansprüchen gerecht wird.
Klangerzeugung und Steuerung
Basis der Klänge des EP 880 sind die in Stereo gesampelten Klänge eines Konzertflügels, die zusätzlich noch mit einer Simulation der Saitenresonanz veredelt wurden. Hierbei wird das Mitschwingen der Leersaiten bei gedrücktem Sustain-Pedal imitiert. Dies lässt sich beim EP 880 in sieben Resonanzpegeln einstellen und sorgt für einen sehr stimmigen Klangeindruck, der durch die 64 Stimmen der Klangerzeugung in absolut realistischer Weise umgesetzt wird. Sowohl für klassische Werke als auch im Pop- und Jazz-Bereich ist mit dem EP 880 absolut echtes und authentisches Klavierspiel möglich, das sowohl den Spieler als auch den Zuhörer überzeugt. Dies habe ich im Test mit diversen „Opfern“, sprich Musiker-Kollegen, Schülern und Eltern, ausprobieren können. Das Zusammenspiel von Klangerzeugung, Tastatur und Verstärkung ist beim EP 880 perfekt gelungen, was in diesem Preissegment nicht immer der Fall ist. Die 15 Klänge des EP 880 sind in folgende Gruppen unterteilt: Piano, E-Piano, Harpsichord, Organ und Strings. Jeder Sound lässt sich in drei Variationen spielen. Beim Piano sind das einmal das „Grand Piano“, ein sehr brillanter farbenreicher Konzertflügel, dann unter „Mellow Piano“ eine etwas gedecktere Variante sowie ein Piano und String-Vertreter. Das E-Piano besteht aus einem Vintage-mäßig klingenden Fender Rhodes, dann einem typischen DX-7 Vertreter und einem Vibraphon. Speziell diesen Klängen verleiht der Chorus den letzten Schliff. Unter Harpsichord finden wir ein Cembalo, eine klassische Kirchenorgel als Organ Flute sowie ein Hohner Clavinet D6. Die Orgel-Abteilung beherbergt eine klassische Tutti-Registrierung der Kirchenorgel und zwei Hammond Rock- und Jazzregistrierungen. Unter Strings finden wir schließlich eine langsam einschwingende Streicher-Sektion sowie einen klassischen Chor und eine schnelle Streicherprogrammierung.
Die Steuerung des Gerätes lässt sich mit dem übersichtlichen Bedienpanel recht einfach bewerkstelligen. Folgende Bedienelemente zur Klanganwahl sind als Taster vorhanden: Für jede der fünf Klanggruppen steht ein beleuchteter Taster bereit, der in den Farben rot, grün und unbeleuchtet die drei verschiedenen Klangfarben angibt. Das dreistellige 7-Segment Display wird also hier gar nicht angesprochen. Es wird zum Beispiel für die Taster „Reverb“ und „Chorus“ verwendet. Man kann hier den Hall oder Chorus ein- und ausschalten, wenn man jedoch die Taste gedrückt hält, lässt sich über das Display und die danebenliegenden „+/-" Taster der Hall in sieben Stufen einstellen. Über diese beiden Bedienstrukturen wird quasi das ganze Instrument eingestellt. Dies sind die Taster „Brilliance“ zur Klangveränderung, „Transpose“ und „Split“ zur Transponierung des Gerätes und Teilung der Tastatur bzw. gemeinsam gedrückt zur Einstellung der Lautstärkebalance im Dual-Modus sowie der Taster „Twin-Piano“. Hier lässt sich das EP 880 von zwei Spielern gleichzeitig bedienen, bei paralleler Verwendung von zwei Sustainpedalen. Weiterhin gibt es noch die Taster „Song“ und „Metronom“ zur Wiedergabe der 66 internen Songs und zur Steuerung des Metronoms zu Übungszwecken. Die „Key Touch“-Taste dient zur Einstellung der Anschlagsdynamik in vier Stufen (hard, medium, soft und fixed) - hier wieder mittels der Ampelfarben. Die letzten Taster betreffen den Songrecorder des EP 880, mit dem man sein Spiel zu Übungszwecken auf zwei Spuren aufnehmen kann. Dies soll natürlich keinen Sequencer ersetzen, verrichtet aber bis zu 5.000 Noten zuverlässig seinen Dienst, und ein Song lässt sich sogar abspeichern. Im Verbund mit einem Computer stellt das EP 880 die Grundfunktionen wie „Local On/Off“, etc. zur Verfügung. Man kann sagen, dass das Bedienkonzept sehr durchsichtig ist und auch Anfänger vor keinerlei Probleme stellen sollte. Zur Not sollte auch ein Blick in die sehr übersichtliche Bedienungsanleitung hilfreich sein.
Klang und Fazit
Das Konzept des EP 880 geht voll auf - im mittleren Preissegment stellt Roland hier einen gewichtigen Vertreter auf. Gerade bei klassischer Klavieranwendung klingt das EP 880 ganz hervorragend, sagte man doch Roland oft nach, eher für pop- und rockmusikalische Anwendungen prädestiniert zu sein. Davon kann hier gar keine Rede sein, zusammen mit der internen Verstärkung klingt das Roland sehr rund und druckvoll, mein persönlicher Favorit für klassische Werke ist das „Mellow Piano“, während für Pop und Jazz das „Grand Piano“ sicher erste Wahl ist. Die E-Pianos sind Roland-typisch auch sehr gut, die Orgel und Streicherklänge würde ich eher als Dreingabe bezeichnen, die man immer mal brauchen kann. Ich wage jedoch mal die Behauptung, dass sich 98% der Interessierten über die Klavierklänge und seine Verstärkung für ein solches Instrument entscheiden. Hier muss man das EP 880 auch für Schule und Unterricht in die nähere Wahl nehmen, ich habe bis jetzt noch kein Piano getestet, das mit der internen Verstärkung einen solche Druck erzeugen kann. Unbedingt beim Musikhändler seiner Wahl antesten!
UVP: 999 EUR
www.rolandmusik.de
Technische Daten:
- 88 Tasten
- gewichtete Hammermechanik
- Anschlagdynamik: 4 Stufen
- Polyphonie: 64 Stimmen
- 15 Klänge
- Temperierung: 7 Typen, Stimmung wählbar
- Transponierung: -6 bis +5 Halbtöne
- Effekte: Reverb (8 Stufen), Chorus (8 Stufen), Dämpferresonanz (8 Stufen)
- Metronom
- Recorder: 2 Spuren, Notenspeicher für ca. 5.000 Noten
- Anschlüsse: Audio Out (L/Mono, R), Audio In (L/Mono, R)
- MIDI In, Out
- Kopfhörer x 2
- Pedal x 2
- Ausgangsleistung: 2 x 10 Watt, Digital Bass Enhancer
- Lautsprecher: 2 x 10 cm, Bassreflex-System
- Abmessungen: 131,2 x 38,9 x 14 cm
- Gewicht: 19,5 kg

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