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„Röhrenfeuerwerk“
Die Marke ART gilt mittlerweile als Synonym für extrem preiswertes Studio-Equipment mit erstaunlich hoher Qualität. Man fragt sich immer wieder, ob die Entwickler zaubern können, um ein derart interessantes Preis/Leistungs-Verhältnis bei sämtlichen Produkten zu gewährleisten.
Der neueste Spross der kanadischen Firma ART ist das TubeFire 8, ein 8-kanaliger Mikrofon-Röhren-Vorverstärker, der gleichzeitig über einen Firewire-Port mit dem Rechner verbunden werden und hier als Audio-Interface mit acht Ein- und Ausgängen verwendet werden kann. Ein sehr cleveres Konzept zu einem unschlagbaren Preis wie dieser Bericht zeigen wird.
Äußeres und Anschlüsse
Als erstes fällt beim ART TubeFire 8 die geringe Größe von nur einer Höheneinheit auf, wobei acht Röhren-Vorverstärker mit den dazugehörigen Steuerungselementen untergebracht sind - zuzüglich einer flexiblen Steuerung der Ausgangskanäle und eines Monitorausgangs für Kopfhörer. Auf der Rückseite befinden sich acht symmetrische Kombibuchsen (XLR/6,3mm-Klinke) für die Eingangskanäle. Die acht Ausgangskanäle sind als symmetrische Klinkenbuchsen ausgeführt und können mit einem Schalter zwischen +4dBu und -10dBV im Pegel umgeschaltet werden. Zwei Firewire-Ports sorgen für die Verbindung zum Rechner oder via Expansion zu einem weiteren TubeFire-Interface. Mehrere Geräte können so, je nach Leistung des Rechners, kombiniert werden und ergeben ein leistungsfähiges Aufnahmesystem. Für die Synchronisation der Wordclock in einem größeren System sorgen ein BNC Ein- und Ausgang. Schlussendlich gibt es noch den Standardanschluss für das Netzkabel.
Mittels der beiliegenden CD werden die Treiber wahlweise für Windows XP oder Mac OS X installiert. Wir haben das System an einem Apple G5 getestet, und nach Installation der Treiber erscheint auf dem Bildschirm das Control-Panel des ART, das erfreulich schlicht gestaltet ist: Ein Schalter regelt den „Sync-Status internal“ oder „external“, und nach Klick auf die „Set Up“-Taste erscheint die Apple-Systemeinstellung „Audio/MIDI“, in der man die weiteren Einstellungen trifft. Nach dem Start von Logic Pro wählt man im Audiofenster das ART TubeFire unter Core Audio aus und das war’s schon. Unspektakulär und effektiv, so soll es sein.
Einstellungen und Einsatzgebiete
Das ART TubeFire 8 arbeitet mit den Sample Rates 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2kHz und 96 kHz. Man ist also für alle gängigen Anwendungen gerüstet und mit dem ART sind in jedem Fall professionelle Aufnahmen in allen Umgebungen möglich. Auf der Vorderseite trifft man die Einstellungen für die acht Eingangskanäle und das Routing der Ausgänge. Die ersten beiden Kanäle weichen vom Rest der Eingangskanäle etwas ab, indem sie zusätzlich einen Eingang für Instrumente im Klinkenformat bieten. So hat man - im Rack eingebaut - auch für zwei Kanäle Anschlussmöglichkeit von vorne. Folgende Regelmöglichkeiten pro Kanal sind möglich: Der erste Regler bestimmt die Eingangsempfindlichkeit. Daneben liegen drei beleuchtete Taster für PAD zur Gain-Reduktion, Low-Filter zur Reduktion von tieffrequenten Störsignalen (wie z.B. Pop-Geräuschen oder Trittschall) sowie Noise und Phase zur Phasenumkehr. Darunter liegt der Regler des Ausgangspegels und daneben die 4-Segment Aussteuerungsanzeige. Die Phantomspeisung wird mit Tastern für 1-4 und 5-8 geschaltet. Die Monitorsektion verfügt über einen Stereo-Klinkenausgang und einen Level-Control, der wie folgt funktioniert: In Stellung „0“ (Mittelstellung) ist der Pegel 0dB, nach links drehend erhöht sich der Mono-Pegel, nach rechts drehend erhöht sich der Stereopegel in der Beschaltung (gerade Kanäle links und ungerade Kanäle rechts). Im Output-Mix hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Mit den vier beleuchteten Tastern lassen sich die Ausgänge paarweise entweder auf den Ausgang vom Rechner routen (Stellung „D/A“) oder auf den Ausgang vom Vorverstärker (Stellung „PreAmp“). So lassen sich entweder Ausgänge vom Rechner schaffen oder direkte Ausgänge vom Vorverstärker zum Zwecke des Direct-Monitoring.
Klang und Praxis
Die Arbeit mit dem ART TubeFire 8 gestaltet sich in der Praxis als sehr angenehm und einfach. Das Gerät ist sehr gutmütig und verkraftet auch hohe Pegel sauber und sehr musikalisch. Trotz der geringen Größe der LED-Meter ist eine saubere Aussteuerung problemlos möglich und die großen Regler für den Eingangs- und Ausgangpegel machen eine feinfühlige Aussteuerung möglich. Der Sound ist Röhren-typisch sehr satt und druckvoll und sowohl für Instrumenten- wie auch für Vocal-Aufnahmen sehr gut geeignet. Bei der Arbeit mit dem Computer fällt die sehr hohe Ausgangsreserve der Ausgänge auf. Auch bei sehr hohen Pegeln bleibt das Signal stets klar und präsent. Minuspunkte sind beim TubeFire 8 nicht zu entdecken, und vergleicht man Leistung und Preis hat der ART kaum Konkurrenz zu befürchten.
www.artproaudio.com
UVP: 859 EUR
ART TubeFire 8
Eingangs-Impedanz
Mic 6,4 kOhm
Line 20 kOhm
Instrument 2,5 MOhm
Ausgangs-Impedanz
Symm. Ausgänge 200 Ohm
Kopfhörer-Ausgang 33 Ohm
Frequenzgang
Analog In - Analog Out: 12Hz - 60KHz +0, -1dB
Analog In - Digital Out: 12Hz - 20KHz +0, -1dB @ 44,1 kHz Sample Rate
16Hz – 42kHz +0, -1dB @ 96 KHz sample rate
THD
1kHz < .015% @ -30dB ref clipping
20-20KHz < .033%
Max. Eingangs-Pegel
Mic/Line +18dBu balanced
Instrument +15dBu
Max. Gain
Mic. 70dB Instrument 40dB
Max. Ausgangspegel
Balanced +24dBu
Unbalanced +18dBu
Kopfhörer +6dBu |