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Test: dB Fifty Line Plus 118 - Teil 2 PDF Drucken E-Mail
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„4-Weg Power in der Praxis“

Nachdem wir die technischen Details des dB Technologies Fifty Line Plus Systems schon in Xound-Ausgabe fünf|07 eingehend behandelt haben, kommen wir nun zum versprochenen Praxistest.
Für alle Leser, die unseren Bericht in Ausgabe fünf|07 nicht gelesen haben, hier noch mal eine kurze Beschreibung des Systems. Das dB Technologies Fifty Line Plus ist eine aktive Vierweg-PA und besteht aus drei Systemkomponenten. Der FL 18 Plus-Subwoofer besitzt einen 18 Zoll-Speaker und arbeitet nach dem klassischen Bassreflexprinzip im Bereich bis 100 Hz. Für den Frequenzbereich von 100 bis 250 Hz ist das FL 15 Plus zuständig, diese Box ist als Bandpass ausgelegt und mit einem 15 Zoll-Lautsprecher bestückt. Das Gehäuse beherbergt neben ihrem eigenen Verstärker und der aktiven Frequenzweiche noch die zwei Amps samt Weiche für das Topteil FL 10 Plus.
Das Topteil ist als koaxiales Hornsystem trapezförmig aufgebaut und verfügt über M10 Flugpunkte. Die Gehäuse bestehen aus einer Sandwichkonstruktion mit leichtem Pappelsperrholz als Grundgerüst und Birkensperrholz auf der Oberfläche. Alle Komponenten sind mit einer schwarzen, robusten Polyurethan-Kunstoffbeschichtung versehen. Bis auf den 10-Zöller im Topteil sind alle Lautsprecher mit leichten Neodymmagneten bestückt, damit wurde das Gewicht der Komponenten nochmals reduziert und das Handling weiter optimiert.


Praxis
Wir hatten die Gelegenheit, das Fifty Line Plus in der Konfiguration mit jeweils einem FL 18 Subwoofer pro Seite bei zwei grundsätzlich verschiedenen Veranstaltungen zu testen.
Bei der ersten Veranstaltung lag der Haupteinsatzzweck des Systems in der Sprachbeschallung eines Kabarett-Events. Die Räumlichkeit hatte eine Fläche von ca. 25 x 22 m und die bestuhlten Ränge für 350 Zuschauer waren nicht ausschließlich vor der Bühne angeordnet, sondern zum Teil auch rechts und links daneben. Da sich aufgrund der Raumbeschaffenheit keine Möglichkeit zum Fliegen der Topteile bot, aber den seitlich sitzenden Gästen trotzdem eine gute Sicht auf die Bühne ohne störende Boxentürme ermöglicht werden musste, konnte das System nicht an der vorderen Bühnenkante gestackt werden, sondern wurde im hinteren Bereich seitlich parallel zu der ca. 5m tiefen Bühne aufgestellt. Das sind natürlich nicht die optimalen Voraussetzungen bezüglich der Rückkopplungssicherheit bei Verwendung von Lavalier-Mikrofonen auf der Bühne, aber dieses Problem ließ sich überraschend einfach mit einem Terzband-Equalizer in der Summe und den parametrischen Kanal-EQ’s des Mischpults in den Griff bekommen, so dass genügend „Gain before Feedback“ zur Verfügung stand.
Die Verkabelung des Systems funktionierte schnell und problemlos, alle Stromanschlüsse sind als Powercon-Buchsen ausgeführt und können durchgeschleift werden, so kommt man pro Seite mit nur einer 220 V Netzsteckdose aus. Durch das relativ geringe Gewicht der Einzelkomponenten kann der Aufbau ohne Probleme von einer Person bewerkstelligt werden und ist in 20 Minuten erledigt. Sehr praktisch ist auch das rückseitig angeordnete Kabelfach in den Topteilen, in denen die gesamte Systemverkabelung Platz findet. Das Signal des Mischpults wird mit dem jeweiligen Eingang des FL 18 verbunden, über den X-Over-Out werden die FL 15 angesteuert. Das passive Topteil wird über 4-polige Speakonanschlüsse mit dem FL 15 verbunden. Alle Pegelregler der Endstufen standen auf 0 dB und das -6 dB-Pad für das Topteil war nicht aktiviert. Um den Zuschauern in den ersten Rängen unmittelbar vor der Bühne, welche nicht im optimalen Abstrahlwinkel des Fifty Line saßen, auch eine gute Sprachverständlichkeit zu gewährleisten, kamen zusätzlich zwei dB Technologies Basic-200 Aktivlautsprecher als Near-Fill zum Einsatz. Die Sprachverständlichkeit und die Klangqualität konnte mit diesem Setup an jeder Position im Veranstaltungsraum überzeugen.

Einige Tage später folgte der zweite Praxistest, diesmal galt es, eine Top-40 Coverband auf einer Weihnachtsfeier in einer kleineren Sporthalle mit ca. 300 Besuchern angemessen zu Gehör zu bringen. Der Aufbau gestaltete sich wieder absolut problemlos und war schnell erledigt. Diesmal erfolgte die Aufstellung des Systems konventionell rechts und links seitlich der vorderen Bühnenkante auf einem 1 m hohen Podest, um die Topteile auf entsprechende Höhe über die Köpfe der Gäste zu bekommen. Direkt vor der ca. 8 m breiten Bühne befand sich die Tanzfläche, welche ca.15 m nach hinten in den Raum reichte, danach folgten 12 Reihen mit Biertischgarnituren. Da der Abstrahlwinkel der Topteile 60 x 50 Grad beträgt, wurden die Stacks um 20 Grad zur Bühnenmitte eingedreht und die Tops mittels der praktischen integrierten Schrägstellvorrichtung um ca. 20 Grad vertikal nach unten ausgerichtet. Damit war der Sound da, wo er hauptsächlich erwünscht war, nämlich auf der Tanzfläche, während man sich in den anderen Bereichen noch unterhalten konnte, ohne sich anschreien zu müssen.

Der Soundcheck war dank der disziplinierten und routinierten Musiker schnell erledigt. Es waren nur wenige Korrekturen nötig, um die Vocals und Instrumente aufeinander abzustimmen. Überzeugend ist auch die sehr differenzierte Tiefenstaffelung im Sound der Fifty Line. Räumliche Effekte können genau wahrgenommen werden und verwischten den Sound nicht. Selbst auf deutliche Änderungen an der Klangregelung reagiert das System sehr ausgeglichen und gutmütig. Der Sound ist sehr durchsetzungsfähig und feinzeichnend, ohne nervig oder unangenehm zu werden, die Bässe kommen sehr knackig und mit ordentlichem Druck. Als am späteren Abend die Stimmung im Saal ihren Höhepunkt erreichte und mehr Dampf gefordert war, bot das Fifty Line Plus System noch ausreichend Reserven, ohne überanstrengt zu klingen - dabei wurde es auf der Tanzfläche dann aber schon beängstigend laut.

Fazit
Im Live-Test wusste das Fifty Line Plus 118 im Sound als auch beim Handling absolut zu überzeugen und besitzt erstaunliche Leistungsreserven, die man bei einem solch kompakten System in dieser Preisklasse nicht unbedingt vermuten würde. Robust und roadtauglich gebaut, dennoch gut zu transportieren und vielseitig einzusetzen. Die durchdachte Konzeption dieser Anlage erlaubt dem Anwender auf jede Situation angemessen zu reagieren. Das Fifty Line kann aber nicht nur laut sein, es klingt auch sehr ausgewogen und rund. Hier spielt die koaxiale Hornkonstruktion der FL 10 Plus ihre Stärken aus. Der Mittentonbereich verfügt über ausreichende Leistungsreserven und gewährleistet somit immer eine gute Abbildung von Sprache und Gesang, ein nicht zu unterschätzender Vorteil einer Allround-PA.
Praktisch und sinnvoll sind auch die von Haus aus mitgelieferten Nylonschutzhüllen, welche das System über lange Zeit noch „galatauglich“ aussehen lassen.

Mit einer Systemleistung von 3400 Watt (RMS), verbunden mit dem hohen Wirkungsgrad der Lautsprecherchassis, lassen sich je nach Veranstaltungsart bis zu 400 Personen mühelos mit druckvollem Sound versorgen, darüber hinaus bietet sich die Konfiguration FL 218 an, welche mit zwei 18er Subs pro Stack untenrum nochmals deutlich mehr Druck macht. Des Weiteren lassen sich auch zwei Stacks pro Seite problemlos kombinieren, um noch größere Veranstaltungen abzudecken.
Somit ist das Fifty Line Plus unterm Strich eine sehr gute Empfehlung für Bands, Veranstalter und Verleiher, welche auf guten Sound in Verbindung mit einfacher Handhabung und vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten eines Beschallungssystems Wert legen.

UVPs:
FL118 Plus: 10.070 EUR
FL218 Plus: 12.999 EUR

www.dbtechnologies.de

FL10 PLUS (passives Topteil)
- 2-Weg passives Topteil
- Horngeladen, koaxialer Aufbau, Abstrahlwinkel 60° x 50°
- 10“ Neodym-Woofer
- 1“ RCF Neodym-Kompressionstreiber
- Max. Schalldruck: 131dB(SPL)
- Frequenzgang: 250 Hz - 19 kHz
- 6 x M10 Flugpunkte
- Integrierte Schrägstellvorrichtung zur Ausrichtung des Topteils
- 2 Tragegriffe seitlich

FL15 PLUS (aktiver Systembass)
- Aktiver 15” Fifty Line System-Bass
- Bandpass-Subwoofer
- Integrierte 3-Kanal Class-H Systemendstufen mit 500 W/RMS, 300W/RMS und 100 W/RMS
- 15” Neodym-Woofer mit 3“ Schwingspule
- Frequenzgang: 53 Hz - 250 Hz
- Max. Schalldruck: 132dB(SPL)
- Trennfrequenz: 250 Hz
- Vorbereitet zur Montage von 100 mm Rollen
- 6 Tragegriffe

FL18 PLUS (aktiver Subwoofer)
- Aktiver 18” Bassreflex-Subwoofer
- Leistung 800 W/RMS Class-H, Softclip-Limiter
- RCF 18” Neodym-Woofer mit 4“ Schwingspule
- Frequenzgang: 40 Hz - 100 Hz
- Max. Schalldruck: 133,5dB(SPL)
- Trennfrequenz: 100 Hz
- Hochständerflansch
- Vorbereitet zur Montage von 100 mm Rollen
- 6 Tragegriffe