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Test Mackie HR824 MK2 PDF Drucken E-Mail
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„Die große Variante“

In der letzten Xound-Ausgabe (sechs|07) hatten wir euch bereits die kleine Variante der neuen Mackie HR MK2-Monitore vorgestellt und sie für euch getestet, die HR624 MK2. Pünktlich zum Jahresbeginn erreichte uns das größere Modell, die HR824 MK2. Wie ich ja in der letzten Ausgabe bereits erwähnte, habe ich in der Vergangenheit mit den Vorgängern, den HR824, sehr viele (gute) Erfahrungen in diversen Studios und Produktionsumgebungen gemacht.

Es war immer wieder verblüffend, wie schnell ich mich trotz wechselnder Abhörräumlichkeiten mit diesen Studiomonitoren wohl fühlte und ich somit schnell anfangen konnte, ernsthaft zu arbeiten – ohne mich vorher ellenlang auf die Boxen einhören zu müssen. Umso mehr freute ich mich natürlich, als die HR824 MK2 endlich unser Studio erreichten (wo übrigens auch noch ein Paar HR824 im Einsatz ist – somit hatte ich dann auch den direkten A/B-Vergleich). Da die HR624 MK2 im Test der letzten Ausgabe ja wirklich gut abgeschnitten haben, hatte ich natürlich schon eine Vorahnung, was mich diesmal erwarten würde, was meine Freude auf diesen Test selbstverständlich steigen ließ. Doch nun genug der Anekdoten und Philosophien, widmen wir uns nun der HAR824 MK2.

Konzept und technische Fakten
Wie bereits im letzten Test erwähnt, ist die neue Mackie HR-Serie eine „runde Sache“ geworden. Das kantige Gehäuse der Vorgänger ist gefälligen Rundungen gewichen. Ebenso ist das äußere Erscheinungsbild wesentlich edler und stylisher geworden – ein schwarz glänzendes Klavierlack-Finish der Seiten steht in einem schönen Kontrast zum matten Schwarz der Vorder- und Rückseite. Die Monitore haben die Maße 425x273x351mm (HxBxT) und wiegen satte 15,7kg. Die Vorder- und Rückseite bestehen aus Aluminium, das restliche Gehäuse aus Echtholz – dieser Material-Mix sorgt für eine hohe Gehäusesteifigkeit. Die Frontseite mit ihrer dreidimensionalen Formgebung wurde mit dem Ziel gestaltet, Beugungseffekte so weit wie möglich zu minimieren und eine breite sowie gleichmäßige Abstrahlung zu erhalten. Die HR824 MK2 ist mit einem 8,75“-Woofer (mit 1,6“ Schwingspule) sowie einem 1“ Titanium-Hochtontreiber ausgestattet. Der Ein/Aus-Schalter befindet sich auf der Vorderseite und ist von einem Leuchtring eingefasst, der neben dem „Power On“-Status auch eventuell auftretende Übersteuerungen signalisiert – des weiteren befindet sich hier ein drehbares Mackie-Logo (je nach Aufstellart – liegend oder stehend – kann das Logo entsprechend ausgerichtet werden, damit man sich nicht den Kopf verdrehen muss, um zu sehen, wer denn der Hersteller ist).
Die Anschlüsse und Bedienelemente befinden sich auf der Rückseite der Box. Als Audio-Eingänge stehen XLR, 6,3mm Klinke (beide symmetrisch) sowie Cinch (unsymmetrisch) zur Verfügung – die Anschlüsse befinden sich übrigens von unten senkrecht versenkt, was ich persönlich schon beim Vorgänger-Modell als unpraktisch und fragwürdig empfand (die Netzbuchse liegt auch hier). Die Eingangsempfindlichkeit wird über ein versenktes Kreuzschrauben-Poti eingestellt– der Regelbereich reicht von „Off“ bis +4dBu, als Mittelstellung sind hier -10dBV markiert. Weiterhin finden sich hier vier Wahlschalter:

- „Acoustic Space“: Hier können die Monitore in ihrem Bass-Wiedergabeverhalten je nach Aufstellungsort korrigiert werden. Zur Verfügung stehen die Positionen „A – Quarter“ (Positionierung der Monitore in einer Ecke – die Bässe werden um 4dB abgesenkt), „B – Half“ (Positionierung der Monitore direkt an einer Wand – die Bässe werden um 2dB abgesenkt) und „C – Whole (Normal)“ (Positionierung der Monitore im Freifeld).

- „Low Freq Filter“: Hier steht ein dreistufiges LoCut-Filter zur Verfügung – zur Auswahl stehen: 37Hz (Normal), 47Hz und 80Hz.

- „High Freq Filter“: Hier können die Monitore die Höhen betreffend im Frequenzgang um +/-2dB beeinflusst werden. Die Anhebung bzw. Absenkung wurde als Shelving-Filter realisiert, der ab 10kHz die volle Bearbeitung erreicht hat, jedoch weit vorher (ab ca. 750Hz) mit einer sanften Kurve einsetzt.

- „Power Mode“: Hier kann die Betriebsart des Monitors eingestellt werden (Standby, Auto On, On). Im „Auto On“-Modus schaltet die Box ab einem Eingangspegel von
-45dBu automatisch von „Standby“ in den „On“-Modus. Hier geht es im Prinzip ums „Stromsparen“ – im Standby-Mode verbraucht der Monitor gerade einmal 8 Watt.

Die HR-Monitore arbeiten mit einer Passiv-Membran, die im Inneren auf der Rückseite angebracht ist – dies ist eine durchaus übliche Alternative zum Bassreflex- oder komplett geschlossenen Gehäuse. Mackie möchte mit diesem Konzept eine verbesserte und erweiterte Tieftonwiedergabe erzielen – die untere Frequenz (-3dB) des Übertragungsbereiches der HR824 MK2 ist immerhin mit 35Hz angegeben. Natürlich verfügen auch dieses Monitore über eine magnetische Abschirmung, was zwar im Zeitalter der TFT-Displays (LCD) keine große Rolle mehr spielt, aber eben immer noch zum Standard gehört.
Der Übertragungsbereich ist von Mackie mit 37Hz-22kHz (+/-1,5dB im Freifeld) angegeben, der maximale Schalldruckpegel (pro Paar) mit 120dB(SPL), die Leistung der Woofer-Endstufe mit 150 Watt, die Leistung der Hochtöner-Endstufe mit 100 Watt, die Signal-to-Noise Ratio mit mind. 102dB und der maximale Eingangspegel mit +20dBu. Die Crossover-Frequenz der internen, aktiven Frequenzweiche liegt bei 1,9kHz – hier kommt ein Linkwitz-Riley-Filter zum Einsatz, das mit 24dB/Oktave arbeitet. Als Schutzschaltung verfügen diese aktiven Studio-Monitore selbstverständlich über einen Überhitzungsschutz („Thermo-Protection“). Der Vollständigkeit halber soll hier noch erwähnt sein, dass die HR824 MK2 über eine THX PM3 Zertifizierung verfügen – sicherlich ein nettes Feature im Verkaufsprospekt denn eine Qualitätsgarantie, aber auch kein Kritikpunkt.

Praxis
Wie auch schon bei den HR624 MK2 hatte ich nicht den Eindruck, dass man einen komplett anderen Monitor im Vergleich zum Vorgänger vor sich hat – zum Glück, denn das „alte“ Konzept funktionierte ja im Prinzip bestens. Umso erfreulicher ist es dann, wenn man echte Verbesserungen feststellen kann, so auch bei der HR824 MK2. Die räumliche Abbildung sowie die Tiefenstaffelung wurden wirklich optimiert – man kann die einzelnen Signale nun noch klarer und detaillierter orten. In den Bässen klingen diese Monitore wirklich sehr druckvoll und groß – der zusätzliche Einsatz eines Subwoofers ist hier im Prinzip nicht nötig, zumindest nicht für die eigentliche Arbeit. Möchte man beispielsweise einen HipHop-Mix mal „richtig groß“ im Studio präsentieren, steht es ja jedem frei, zusätzliche Tieftonunterstützung einzusetzen. Die Mitten klingen nun etwas „gefälliger“ und „schöner“ als bei den Vorgängern, was aber zum Glück nicht zu Lasten der Auflösung dieses so kritischen Frequenzbereiches geht – man kann die einzelnen Signale in einem komplexen Mix nach wie vor sehr gut nachvollziehen. Ich möchte es mal so ausdrücken: Das reine Musikhören (damit meine ich jetzt keine Recording- oder Mix-Situation, sondern wirklich nur das entspannte Hören) macht mit der MK2-Version nun mehr Spaß. In den hohen Frequenzen klingen die neuen Monitore seidiger als die Vorgänger, und für meinen Geschmack hat man bei den 824ern die Grenzfrequenz auch besser gewählt als bei den 624ern. Der Gesamtsound wirkt sehr homogen, offen und dynamisch. Wo wir gerade beim Thema wären: Im Punkt Dynamik verdienen sich die HR824 MK2 ebenso gute Noten (wie es bereits bei den HR624 MK2 der Fall war, und auch hier kann man von einer Verbesserung gegenüber dem Vorgänger-Modell sprechen) – man könnte sagen, dass die Membrane den Eingangssignalen bei Fuße folgen.
Zu guter Letzt kann ich mal wieder besten Gewissens sagen, dass auch die MK2-Variante der 824er mit echten Verbesserungen aufwarten können – ich muss mir noch gut überlegen, ob ich den freundlichen Paketdienst zur Rückholung der Monitore aktiviere, denn eigentlich möchte ich mich von diesen Monitoren nicht wirklich trennen.

Fazit
Auch mit der HR824 MK2 ist Mackie der Schritt in die richtige Richtung gegenüber dem Vorgängermodell gelungen. Die Boxen klingen angenehm offen und dynamisch, lösen gut auf, vermitteln einen ordentlichen Druck in den Bässen und sind ausreichend an den jeweiligen Aufstellungsort einstellbar. Das Preis/Leistungsverhältnis ist mehr als fair, wenn man bedenkt, dass man für unter 1.500 EUR ein Paar professioneller Studiomonitore erhält, das auch in größeren Regieräumen einen wirklich guten Job macht.

www.mackie.com

UVP: ca. 772 EUR (pro Stück)

Mackie HR824 MK2
- Tief/Mittelton-Lautsprecher: 8,75“-Woofer
- Hochtöner: 1“ Titanium-Treiber
- Übertragungsbereich: 37Hz-20kHz (+/-1,5dB)
- Maximaler Schalldruckpegel (pro Paar): 120dB(SPL)
- Leistung der Woofer-Endstufe: 150 Watt
- Leistung der Hochtöner-Endstufe: 100 Watt
- Signal-to-Noise Ratio: mind. 102dB
- Maximaler Eingangspegel: +20dBu
- Crossover-Frequenz: 1,9kHz#