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Test: Crate Profiler Model 5 PDF Drucken E-Mail
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„USB Gitarren-Minicombo“

Der Crate Profiler Model 5 ist ein kompakter Übungsverstärker, der mit einem USB-Interface ausgestattet ist. Trotz seiner winzigen Ausmaße ist der Combo stereo ausgelegt. Zwei vier Zoll Lautsprecherchen bringen einen recht plastischen Sound zum Vorschein, der besonders beim Einsatz der zahlreichen integrierten Effekte zum Tragen kommt.

Konzept
Im Prinzip handelt es sich beim Crate Profiler 5 um einen digitalen Verstärker a la POD, der das Gitarrensignal in einen Datenstrom verwandelt, um es in den gewünschten Klangkontext umzuwandeln. Der kleine Combo bietet die Möglichkeit, ihn als Übungsverstärker einzusetzen und auch als Recording-Interface zu verwenden. So kann man Gitarrenaufnahmen mit Hilfe des Profiler 5 auch ohne Mikrofonierung realisieren. Zu diesem Zweck befindet sich auf der Rückseite ein USB-Anschluss. Die dazugehörigen Treiber für Mac und PC befinden sich auf der beigefügten CD.

Gehäusekonstruktion
Der Amp wiegt etwa drei Kilo und eignet sich somit auch perfekt als Leichthantel-Ersatz. Die Gehäusekonstruktion ist wie ein kleiner AC-30 aufgebaut, bei dem sich die Bedienelemente im hinteren Teil der Oberseite befinden. Die Ecken des mit anthrazitfarbenem Kunstleder überzogenen Gehäuses sind mit Hartkunststoffkappen sicher vor Stößen geschützt. Das schwarz lackierte Blechchassis beherbergt auf der Oberseite alle Regler und ist so gebogen, das es die Rückseite den Minicombos komplett abschließt. Alle Bedienelemente heben sich farblich vom Untergrund ab und ermöglichen komfortables Ablesen der Werte. Die für die Potis verwendeten griffigen Knöpfe drehen sich auf leichtgängigen, wackelfrei gelagerten Achsen, wobei es sich bis auf die Gain-, Tone- und Masterregler um Rasterpotis handelt. Hinten befindet sich der USB-Anschluss und das Batteriefach für den „Wireless“-Betrieb.

Die Bedienelemente
Alle Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite des Crate Profiler 5. Neben dem Power-Schalter und der Klinkenbuchse für den Anschluss der Gitarre befinden sich hier drei Potis, mit denen man Eingriffsmöglichkeiten in die allgemeine Klanggestaltung hat. Dieser Bereich beeinflusst alle Presets des Verstärkers. Gain ist für den Zerrgrad zuständig, während ein einsames Tone-Poti ähnlich wie beim altbekannten Ibanez Tube Screamer, stellvertretend für die Klangregelung steht. Mit dem Master-Regler wird die Ausgangslautstärke des 2x 2,5 Watt starken Übungsverstärkers eingestellt. Der Name „Profiler“ kommt nicht von ungefähr. Mit einem 11 Positionen Drehregler, der den Namen „Profiles“ trägt, lassen sich unterschiedliche Presets anwählen. Zur Auswahl stehen drei cleane, vier leicht verzerrte und fünf High Gain Sounds. Des Weiteren sind drei unabhängige Effektprozessoren in diesen Verstärker integriert. Die erste Abteilung ist für Delay-Sounds zuständig. Man hat hierbei keinen Einfluss auf die einzelnen Parameter der Effekte, wie die Delayzeit, das Feedback oder den Mixanteil. Alles ist voreingestellt und kann nicht im Detail verändert werden. Neben der Delayabteilung stehen noch weitere Effekte zu Verfügung, die mittels des „Effects“-Drehstufenreglers angewählt werden. Hier stehen Tremolo, Rotary, Phaser, Chorus, Flanger Octaver, Vibrato, Auto Wah und Phaser zur Auswahl. Also mehr als genug, allerdings immer nur einzeln abrufbar und wiederum nicht editierbar. Dem Hall wurde hingegen ein separater Regler gewidmet.

Praxis und Sound
Der Profiler ist ein sehr einfach zu bedienender Wohnzimmer-Amp, der eine ganze Palette unterschiedlicher Sounds auf kleinstem Raum bietet. Mich haben zuerst einmal die Grundsounds ohne die eingebauten Effekte interessiert. Dazu wählt man erst einmal mit dem „Profiles“-Regler einen gewünschten Grundsound an. Ich hab diesmal im High Gain Bereich angefangen und den Profiles-Regler auf Rechtsanschlag gedreht. Dieser Bereich bietet selbst mit meiner Vintage-Strat eine fette Zerre. Insgesamt stehen fünf unterschiedlich gefärbte High Gain Sounds zur Verfügung, deren Zerrintensität mit dem Gain-Regler zusätzlich gepuscht werden kann. Der Tone-Regler ist nicht wirklich effektiv und ich muss gestehen, dass ich diesen Regler immer in Vollgasstellung eingestellt hatte. Der cleane Bereich ist wirklich ultraclean und auch mit dem Gain-Poti nicht zum Zerren zu bewegen. Der Medium Gain-Bereich ist mit vier Presets vertreten und bietet vom Blues-Sound, bis hin zur AC/DC-Zerre einige interessante Sounds. Die Grundsounds lassen sich mit den Effekten dezent auffrischen oder auch komplett verbiegen. Die internen Effekte sind ja in Hülle und Fülle vorhanden, aber mit Vorsicht zu genießen, denn weniger ist hier mehr. Mit den Hall- und Delay-Effekten kann man einige wirklich brauchbare Sounds einstellen. Die Modulations-Effekte bieten zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten, die kein Auge trocken lassen.

Fazit
Der Crate Profiler Model 5 ist ein „schnuckeliger“, kleiner Mini-Combo, der eine Vielzahl unterschiedlicher Sounds auf kleinstem Raum bietet. Als Bonbon bietet das eingebaute USB-Interface die Möglichkeit, den Amp auch an einen Computer anzuschließen, um Aufnahmen ohne Mikrofonierung zu realisieren. Mit zwei mal 2,5 Watt Endstufenleistung eignet sich der Combo jedoch nicht zum Proben, sondern ist als reines Wohnzimmer-Übungsgerät gedacht.

www.crateamps.com
UVP: 185 EUR

Crate Profiler Model 5
- 11 Verstärker Modelle: Clean, High Watt, Vintage Club, Top Mount,
- 2x 2,5 Watt (stereo)
- 2x 4" Lautsprecher
- USB-Ausgang für Recording
- DSP-Effekte: Delay, Modulation und Reverb
- Regler: Gain/Tone/Level/Profile-Select
- Buchsen: CD/MP3 Stereo-Input, Kopfhörer-Ausgang, Gitarren-Input, USB-Port