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Nachschlag: Digitales Mixen im Computer PDF Drucken E-Mail
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Native Systeme Logic und Nuendo

In Xound vier|04 widmeten wir uns dem Thema „Digitales Mixen im Computer".
Wir stellten fest, dass analoges Summieren einer ProTools HD-Session über entsprechende externe Analog-Geräte, eine Verbesserung gegenüber dem internen, gebounceten ProTools-Mix liefert. Wie bereits in der letzten Ausgabe angekündigt, wollten wir der Frage nachgehen: wie verhalten sich die z.Zt. am meisten verbreiteten nativen Systeme Logic, Cubase SX und Nuendo bei diesem Prozess? Laut Aussage von Steinberg handelt es sich bei Cubase SX und bei Nuendo um die gleiche Mix-Engine, so entschieden wir uns für Nuendo.An unserem Test nahmen neben der Xound-Redaktion Peter Weihe und Tonmeister Phillip Schulz teil.

Vergleichbarkeit
Um die internen Bounce-Mixe der verschiedenen Systeme vergleichen zu können, haben wir zunächst versucht, zwei unserer ProTools Test-Sessions, eine Sarah Brightman Pop-Produktion und eine Orchester-Aufnahme aus den Abbey Road-Studios, auf die anderen Systeme zu übertragen. Dazu haben wir Pegeltöne auf die Spuren gelegt, und die einzelnen Ausgänge der Stereosumme L/R ausgemessen. Wir dachten, dass wir auf diese Weise Panning- und Level-Einstellungen der ProTools-Session reproduzieren könnten. Dabei fiel jedoch auf, dass die Einstellmöglichkeiten für Pan und Level innerhalb der Softwares nicht fein genug abgestuft waren, um 100% identische Mixverhältnisse zu garantieren.

Deswegen stiegen wir um auf Plan B: Alle Fader der ProTools-Tracks wurden im internen Mixer des ProTools HD auf Null gestellt. Alle Panoramapositionen wurden nach musikalischen Gesichtspunkten entweder ganz rechts, ganz links oder exakt in der Mitte platziert. Die Tracks wurden, wie bei unserem ersten Summing Test in Xound Vier/04 in 8 Stereo-Gruppen bzw. Aux-Tracks zusammengefasst, um diese dann beim externen Summieren den Einzelausgängen zuordnen zu können.
Für den internen Mix-Bounce ließen sich die Gruppen dann wieder alle dem Stereo-Summenbus zuordnen.
Diese eindeutigen Session-Verhältnisse wurden zusammen mit den entsprechenden Tracks schließlich in Nuendo 2.2 und Logic 6.3 übertragen und überprüft.

Das Ergebnis
Im nächsten Schritt haben wir die Mischung der Sessions aller drei Systeme intern gebounced und miteinander verglichen. Dabei konnten wir eindeutig feststellen, dass alle drei Mixe sehr unterschiedlich klangen, d.h. jede Software hat ihre eigene Art, die Mix-Einstellungen umzusetzen. Welche Software nun intern besser mixt, lässt sich nicht wirklich beurteilen. Im Vergleich zum ProTools-Mix, den wir nun einmal als Referenz definiert haben, wirkt der Logic-Mix ein wenig aufgeräumter, dadurch aber auch etwas schlanker, während der Nuendo-Mix voller und wärmer wirkt. Je nach Musikstil und persönlichem Geschmack sind somit alle Systeme vergleichbar gut.

Dass der ProTools-Mix durch externes Analog-Summieren eine Verbesserung erfährt, hatten wir ja bereits festgestellt. Nun wurden auch sowohl der Logic- als auch der Nuendo-Mix über die Einzelausgänge mit den darauf verteilten Gruppen in einen Dangerous 2-Bus LT geschickt und die analoge Stereo-Mischung wieder im System aufgenommen. Da wir hier nativ arbeiten mussten, verwendeten wir zwei Motu HD 192 Interfaces. Man sollte wissen: Sobald man mit ProTools-Hardware selbst z.B. in Logic arbeitet, ist die ProTools Mix-Engine für den Mix verantwortlich.
Beim Vergleich der verschiedenen analog-summierten Mixes mit den digitalen Bounces bestätigt sich das Ergebnis, welches wir bereits mit ProTools herausgefunden haben:
Der analoge Summierprozess liefert auch bei Nuendo und Logic eine deutliche Verbesserung. Die Mischungen klingen wesentlich transparenter, offener und präsenter als die internen Mixes der Systeme. Gerade die Auflösung von Sounds, die im Mix sehr leise sind, wie z.B. dezente natürliche Raum-Informationen, funktioniert über das externe analoge Summieren besser.
Beim Vergleich der analog summierten Mischungen, klingen auch plötzlich die Mixe der verschiedenen Software-Plattformen weniger verschieden.
Die Arbeitsweise, über analoge Mix-Systeme abzumischen, bietet neben dem klanglichen Vorteil einen weiteren interessanten Aspekt: Es lässt sich ohne Weiteres analoges Equipment wie EQ´s, Kompressoren usw. bei dieser Art von Mix-Konzept mit einbinden. Hier erweist sich beispielsweise SPL´s MixDream als sehr komfortables Tool.

Auf keinen Fall kann man sagen, dass die nativen Systeme, die ja selbst bei „edler" Hardware-Ausstattung meist preislich unter einem ProTools-System liegen, schlechter klingen.
Wie sich die nativen Systeme nun in punkto Performance und Latenz verhalten, werden wir in Xound sechs|04 berichten.

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