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„Allrounder“

Es gibt technische Neuigkeiten aus dem Land der Kängurus - der australische Mikrofon-Hersteller Rode war mal wieder fleißig und präsentiert uns ein neues Kondensatormikrofon. Das M3, so sein Name, eignet sich laut Hersteller für beinahe alle Anwendungszwecke und Schallquellen. Ganz egal, ob im Studio, Live auf der Bühne oder bei On-Location-Recordings, dieses Mikrofon ist überall zuhause. Der Preis von 139 EUR (UVP) lässt die Spannung umso größer werden, wie sich dieses Allround-Kondensatormikro im Test verhalten wird.

Fakten
Das Rode M3 präsentiert sich im matten Anthrazit-Look und wirkt bereits mit seinen Maßen von 225mm (Länge) und 33mm (Durchmesser) wie eine Mischung aus Groß- und Kleinmembran-Mikrofon. Auch die verwendete 3/4"-Kapsel bestärkt das Allround-Konzept, das Rode für das M3 gewählt hat – dieses Mikro soll eben universell vor den meisten Schallquellen und an den verschiedensten Einsatzorten funktionieren. Doch fahren wir erst einmal mit den „Äußerlichkeiten“ weiter fort. Das Metallgehäuse ist sehr gut verarbeitet und macht einen absolut roadtauglichen Eindruck – also auch dem Einsatz auf der Bühne, wo es ja bekanntermaßen meist etwas „ruppiger“ zugeht, steht nichts im Wege. Der Drahtgeflechtkorb macht ebenfalls einen sehr soliden Eindruck und bietet der Kapsel besten Schutz – um Wind- und Popgeräusche zu minimieren, ist der Korb von Innen mit Schaumstoff ausgekleidet. Im oberen Teil des Mikrofonschafts befindet sich ein 3-Wege Schalter – Position 1 schaltet das Mikrofon aus (sinnvoll, um bei Batteriebetrieb Energie zu sparen) bzw. schaltet das Mikro stumm, Position 2 ist mit „Flat Filter“ bezeichnet, stellt also den „Normalbetrieb“ dar, und Position 3 aktiviert ein zuschaltbares 80Hz Hochpass-Filter. Über dem Schalter sitzt eine LED, die den Batterie-Status signalisiert – ein kurzes Aufleuchten beim Einschalten steht für ausreichende Batterie-Kapazität, ein dauerhaftes Leuchten der LED zeigt eine fast leere Batterie an. Der untere Teil des Mikrofonschafts kann abgeschraubt werden – die Gewinde sind sehr sauber geschnitten, sodass kein Verkanten beim Zusammenschrauben auftritt. Hat man den unteren Gehäuseteil abgeschraubt, offenbart sich das Batteriefach für einen 9V-Block (um das Mikro per Batterie mit der nötigen Phantomspannung zu versorgen – man kann das Mikrofon natürlich auch über einen Preamp bzw. ein Mischpult mit Phantomspannung versorgen) sowie ein kleiner 3-Wege Dip-Schalter, um eine PAD-Abschwächung zu aktivieren (hier gibt es die Positionen „0dB“, „-10dB“ und „-20dB“). Das M3 wird übrigens in einem Kunststoff-Transportkoffer geliefert, der neben dem Mikrofon noch eine Stativklemme sowie einen Schaumstoff-Windschutz enthält (und das alles zu einem Preis von 139 Euro!).
Kommen wir nun noch zu ein paar technischen Daten, bevor wir uns dem Praxiseinsatz widmen. Das Rode M3 verfügt über die feste Richtcharakteristik Niere. Der Übertragungsbereich ist mit 40Hz-20kHz angegeben, die Ausgangsimpedanz mit 200 Ohm, die Empfindlichkeit mit 6,3mV/Pa @94dB(SPL), der äquivalente Eigengeräuschpegel mit 21dBA, der Dynamikumfang mit 121dB und der maximal verträgliche Schalldruckpegel mit 142dB(SPL).

Praxis
Um es gleich vorwegzunehmen: Es ist schon erstaunlich, welch gute Soundergebnisse man mit einem Mikrofon dieser Preisklasse erzielen kann. Das Allround-Konzept, das Rode mit dem M3 verfolgt, geht absolut auf. Das Mikro bietet einen sehr musikalischen Sound vor den verschiedensten Instrumenten und ebenso eine gute Sprachverständlichkeit, was es auch für Reportage-Zwecke, etc. prädestiniert – gerade wenn man bedenkt, dass man das M3 ja auch per Batterie mit der notwendigen Phantomspeisung versorgen kann. Wir haben das M3 hauptsächlich im Zusammenhang mit zwei Akustikgitarren (eine Dreadnought Westerngitarre und eine klassische Konzertgitarre) und Vocals getestet. Die Gitarren kamen ziemlich verfärbungsfrei und naturgetreu rüber, lediglich in den Bässen überträgt das M3 hier und da ein wenig zuviel des Guten, aber dank des zuschaltbaren Hochpass-Filters ist auch dies schnell im Griff. Das Klangbild ist angenehm ausgewogen, mit klaren Höhen und definierten Mitten, die für ein 139Euro-Mikro wirklich erstaunlich fein aufgelöst werden. Der gesamte Klangcharakter ist eher als etwas wärmer zu bezeichnen, was die einzelnen Schallquellen aber niemals übertrieben verfärbt bzw. den natürlichen Charakter verfremdet. Der Sound erhält dadurch eher eine gewisse Dichte und ein solides Fundament, sodass man genügend Frequenzanteile über das gesamte Spektrum erhält, um später gut mischen zu können. Auch bei den Vocals bestätigen sich diese Übertragungseigenschaften – hier sollte man aber schon zu einem separaten Popschutz greifen, da die Poplaute ohne einen solchen schon relativ deutlich übertragen werden. Bei den Vocals zeigt sich as M3 ebenfalls als sehr universell einsetzbar – ob soulige oder rockige Vocals, seichte Pop- oder brachiale Shouter-Vocals, dieses Mikrofon macht so einiges mit und liefert den passenden Sound. Durch den sehr hohen maximalen Schalldruckpegel, den das M3 verkraftet (142dB SPL), lässt es sich auch problemlos an einem Drumkit (Snare, HiHat, Toms, Overhead, sogar Bassdrum) oder vor einem voll aufgerissenen Gitarren-Amp einsetzen.

Fazit
Mit dem M3 hat Rode mal wieder ganze Arbeit geleistet und bewiesen, dass man auch zu einem mehr als fairen Preis ein professionelles Mikrofon präsentieren kann. Dieses Mikrofon ist wirklich ein wahrer Allrounder, sehr gut verarbeitet und mit hilfreichen Features (Hochpass-Filter, Batteriespeisung, PAD-Schalter) ausgestattet. Das M3 hat es sich auf alle Fälle verdient, einmal angetestet zu werden – also los zum nächsten „Rode-Dealer“.

UVP: 139 EUR
www.rodemic.com

Rode M3
- Kondensator-Mikrofon (3/4“ Kapsel)
- Richtcharakteristik: Niere
- Phantomspeisung über 9V-Blockbatterie möglich
- Schaltbares Hochpass-Filter
- Schaltbare PAD-Abschwächung
- Übertragungsbereich: 40Hz-20kHz
- Ausgangsimpedanz: 200 Ohm
- Empfindlichkeit: 6,3mV/Pa @94dB(SPL)
- Äquivalenter Eigengeräuschpegel: 21dBA
- Dynamikumfang: 121dB
- Maximal verträglicher Schalldruckpegel: 142dB(SPL)
- Maße: 225mm (Länge), 33mm (Durchmesser)
- Gewicht: 390g (netto, ohne Batterie)