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"Einsteiger-Multieffekt"
Das Boss ME-20 ist das erste Multieffektgerät aus dem Hause Boss in der Einsteiger-Preisklasse. Boss ist ja für hervorragende Digitaleffektgeräte bekannt, die selbst Analog-Freaks nicht kalt lassen. Bei dem ME-20 handelt es sich um ein bühnentaugliches Gerät in stabilster Boss-Qualität im Metallgehäuse, verbunden mit einfachster Bedienung, ohne verwirrende Untermenus oder sonstigen Schnickschnack. Dank Chips neuester ESC-Generation Firma Roland bekommt der User ungeheure Rechenleistung zu einem äußerst moderaten Preis geliefert, die noch vor wenigen Jahren für die Einsteiger-Zielgruppe unerschwinglich gewesen wäre.
Die Bedienoberfläche
Das Boss ME-20 ist ein Bodeneffektgerät, und dementsprechend fallen einem die drei Fußtaster und das Expressionpedal als erstes ins Auge. Deren Aufgabe ist eigentlich klar, denn es handelt sich hierbei um die Anwahl der drei Effekttypen „Zerrer“, „Modulationseffekte“ und „Delay“ bzw. „Reverb“. Das Pedal ist für Wah-Wah-Effekte zuständig und arbeitet nebenberuflich als Volumepedal-Schweller. Taster 1 bietet fünf unterschiedliche Verzerrermodelle und einen Kompressor. Pedal 2 ist für Chorus, Phaser, Flanger, Tremolo und Rotary zuständig und mit dem dritten Fußtaster ist man im Delay- und Hall-Bereich. Zur Verfügung stehen unterschiedliche Delaybereiche und ein anständiger Reverb. Die Programmierung geschieht mittels vier Drucktaster und vier Potis. Diese sind Koordinatenkreuz-mäßig auf der Bedienoberfläche angeordnet. Mit den Drucktastern wird also zunächst der Effekt angewählt, die Potis übernehmen dann die Rolle der jeweiligen Effektparameter. Die Eigenschaften der Regler ändern sich natürlich je nach angewähltem Effekt, aber es gibt zumindest keine verschachtelten Untermenus – sehr löblich. Die Eigenschaften der Parameter lassen sich sehr gut ablesen und vereinfachen das Arbeiten mit dem Gerät ungemein. „NS Threshold“ ist für das integrierte Noise-Gate zuständig und ermöglicht selbst bei mördermäßigen Gain-Einstellungen ruhiges Arbeiten. Das Wah-Pedal wird bei Druck mit der Fußspitze aktiviert. Ansonsten arbeitet das Pedal immer als Volume-Schweller. Der Masterregler ist für die Gesamtlautstärke des ME-20 zuständig. Bei zu hohem Pegel zerrt hier leider das Gesamtsignal schon im Kopfhörerbetrieb.
Die Anschlüsse
Auf der Stirnseite befinden sich sämtliche Anschlussbuchsen des ME-20. Input ist für den Anschluss der Gitarre zuständig und die beiden Output-Buchsen leiten das Signal zum Amp bzw. Mischpult. Für den nächtlichen Ausflug ins Rock´n´Roll-Land ist der Kopfhörerausgang die ideale Connection. An die „Aux In“-Buchse kann ein Audioplayer (MP3- oder CD-Player) angeschlossen werden, um zu Songs zu spielen oder zu üben. Die Lautstärke des Aux-Eingangs kann am Gerät nicht eingestellt werden. Für den Anschluss eines externen Fußschalters ist der „Foot SW“-Eingang zuständig. Hier kann entweder der Solo-Mode oder das Wechseln der Bank-Nummern geschaltet werden. Die Solo-Funktion aktiviert übrigens automatisch den Overdrive/Distortion-Effekt und erhöht die Lautstärke, um den ambitionierten Saitenquäler ins rechte Licht zu rücken. Bliebe noch den obligatorischen DC-Netzteilanschluss zu erwähnen, wobei das Gerät auch mit sechs 1,5 Volt AA Batterien in Betrieb genommen werden kann (ein Netzteil gehört übrigens nicht zum Lieferumfang, sondern kann optional erworben werden). Liebe Gauner und solche, die es werden wollen, wenn ihr ein ME-20 haben wollt, müsst ihr leider sparen oder ein anderes Gerät „stibitzen“, denn ein „Security Lock“ ermöglicht das Sichern des Gerätes vor Diebstahl mit Hilfe einer Stahlkette.
Praxis und Sound
Das ME-20 geht automatisch an, wenn ein Gitarrenkabel eingesteckt wird. Das Gerät ist mit einem internen Schutzschaltkreis ausgestattet, der nach dem Einschalten überbrückt wird, wodurch das Einschalten erst nach einer kurzen Verzögerung stattfindet. Wegen Knacksern und um Schäden an den angeschlossenen Geräten zu vermeiden, sollte man die Lautstärke beim Ein- und Ausschalten herunterregeln. Dann kann man eigentlich auch sofort losgehen, denn das Teil ist absolut Plug&Play-tauglich. Die Effektreihenfolge ist festgelegt. Zuerst kommt das Wah-Wah-Pedal, dann die Zerrer-Abteilung, gefolgt vom Equalizer, dem Noisegate, dem Volume-Pedal, den Modulations-Effekten und dem Hall. Diese Reihenfolge ist auch absolut sinnvoll, denn es klingt nicht besonders, wenn beispielsweise das Wah-Wah hinter dem Verzerrer liegt, oder hinter dem Hall, obwohl man sich ja im digitalen Kosmos alles zurechtstricken kann. In der Realität benutzt kein Mensch solche Sounds. Aber weiter zu den unterschiedlichen Sounds. Fußtaster 1 ist für die Anwahl der Zerrer zuständig. Geboten werden Overdrive, Blues Drive, Distortion, Metal und Fuzz, also alles, was im Laufe der bisherigen Zerrer-Evolution das Licht dieser Welt erblickt hat. Der Zerrgrad jedes dieser modulierten Verzerrer ist großräumig regelbar. Von weichen Anzerrungen bis zum Mörderbrater ist alles da, was das Herz begehrt. Die Eingriffsmöglichkeit in die Soundgestaltung gleicht einem klassischen Bodentreter a la Tubescreamer. Zur Verfügung stehen Drive, also der Zerrgrad, Tone und der Ausgangslevel. Ich habe ja schon sehr viele digitale Effektprozessoren probiert, und ich finde, dass die Stärke der Zerrer-Abteilung besonders im härteren Bereich liegt. Das soll jetzt kein Vorwurf sein, denn ich realisiere Zuhause gerne Sounds mit Hilfe beider Welten, also weiche, analoge Sounds in Kombination mit digitalen Geräten. Eine gewisse Ähnlichkeit kann ich bei digitalen Verzerrer-Simulationen leider nicht leugnen. Ideal für cleane Sounds, bis hin zu knackigen Country-Klängen ist der Kompressor, der die Pegelspitzen „plättet“. Die Modulationseffekte sind ebenfalls gut vertreten. Chorus, Flanger, Phaser und Rotatry, was will man mehr. Auch hier lassen sich sehr gute Klänge einstellen, immer mit dem Hintergedanken „Weniger ist mehr“ , sonst wird’s schnell schwammig. Besonders der Chorus gefällt mir sehr gut in Verbindung mit dem Distortion-Bereich des ME-20. Um dem Sound Tiefe zu verleihen, bietet die Delay-Sektion Echo- und Halleffekte, die ebenfalls bestens in das Konzept passen und klanglich sehr gut arbeiten. Ebenfalls eine klasse Idee ist die Equalizer-Abteilung. Hier kann der User den Sound nach Herzenslust verbiegen. Vier Bänder, Bässe, tiefe Mitten, hohe Mitten und Höhen, lassen kein Auge trocken. Es macht riesigen Spaß, mit dem Gerät zu experimentieren, und gerade für Einsteiger bietet das ME-20 ein phänomenales Preis/Leistungsverhältnis.
Fazit
Das Boss ME-20 ist ein tolles Einsteiger-Multieffektgerät mit allem, was der Nachwuchs-Gitarrenheld braucht. Die Qualität und Verarbeitung ist Boss-typisch sehr gut und dank neuester Chiptechnologie wird eine Technik geboten, die noch vor wenigen Jahren ein Vielfaches des ME-20 gekostet hat. Das Gerät ist sowohl für den Live-Betrieb, als auch zum Homerecorden geeignet.
UVP: 199 EUR
www.rolandmusik.de
Boss ME-20
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Metallgehäuse |
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30 User Speicherplätze |
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OD/DS Solo Funktion |
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Tuner |
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2 Modi - Standardmodus (wie separate Effekte zu bedienen) oder Memory-Modus 30 User Speicherplätze (10 Bänke à 3 Presets) |
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3 Fußtaster (als Presetwähler oder Effekt on/off) |
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5 Echtzeit Editier- und Control-Regler: stets alle 3 Effektgattungen mit vielen Parametern direkt im Zugriff. Beim Drehen des ausgewählten Knopfes wird der Wert im Display zweistellig angezeigt. |
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Memory Banks intern oder per externem Doppel-Fußtaster schaltbar |
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Eingebautes Expression-Pedal wahlweise als Volume oder Wah-Wah |
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Netz- oder Batteriebetrieb möglich |
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