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Test: My Music 2008 PDF Drucken E-Mail

Internationale Musik-Expo
14. - 16. November 2008
Friedrichshafen, Bodensee


Im Herbst 2007 fand in Friedrichshafen zum ersten Mal die „My Music“ statt.
Das Konzept der My Music war vielversprechend: Endlich eine Musik-Messe-Veranstaltung, bei der Musiker mehr als willkommen sind. Und die Resonanzen des Debuts war durchaus positiv. Insgesamt kamen 15.600 Besucher und 260 Aussteller aus acht Ländern zur ersten Musik-Expo nach Friedrichshafen.

Jeder Besucher fand „seine Musik“ (My Music): Streicher, Zupfer, Bläser, Drummer, Sänger sowie die Freunde der Gitarren und der Tasteninstrumente kamen bei der Premiere des Musik-Events auf ihre Kosten. Neben der Ausstellungsmesse wurde den Besuchern ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Workshops, Seminaren, Wettbewerben und Konzerten geboten.
Die Planungen für den zweiten Auftritt der My Music im Herbst 2008 laufen bereits auf Hochtouren. „Wir haben aus Musikerkreisen viele lobende Worte gehört, das Konzept der neuen Musik-Expo kam bei Ausstellern und Musikern sehr gut an“, freuten sich Messechef Klaus Wellmann und das My Music-Team. Die nächste My Music findet von Freitag, 14. bis Sonntag, 16. November 2008 auf dem Messegelände in Friedrichshafen statt.

Wir hatten Gelegenheit zu einem Gespräch mit Roland Bosch (R.B.) von der Messe Friedrichshafen.

Xound: Wie ist die Idee für die My Music entstanden?

R.B.: Die Idee für diese Messe ist bestimmt schon mehr als drei Jahre alt. Wir hatten in den USA einen Mitarbeiter der Messe Friedrichshafen, der u.a. für die Eurobike arbeitet. Dieser Mensch ist sehr musikalisch, spielt Gitarre und hat ein kleines Tonstudio. So war er auch immer wieder auf der Namm-Show oder der Frankfurter Musikmesse und hatte dort erfahren, dass es gewisse Unzufriedenheiten bezüglich der Veranstaltungen gab. Da wird ein „Messe-Mensch“ natürlich sofort hellhörig. Wir haben das Thema dann weiter verfolgt und dabei feststellen müssen, dass Frankfurt eigentlich sehr gut läuft. Wir haben allerdings auch festgestellt, dass es keine Messe für den Musiker - also eine Art Endverbrauchermesse - direkt gibt. Auf dieser Basis wurde – über diverse Umwege - das heutige Konzept der My Music entwickelt.

Xound: Eine völlig neue Veranstaltung aus dem Boden zu stampfen ist sehr mutig.

R.B.: Grundsätzlich ist eine Erstveranstaltung immer schwierig. Man geht auf den Markt, ohne auf irgendwelche Erfahrungen oder Referenzen zurückgreifen zu können. Die meisten Gespräche fangen ganz vorne an, man muss vieles erklären. Obwohl der Messestandort Friedrichshafen bereits über 60 Jahre alt ist, muss man denjenigen, die unser Messegelände nicht kennen, erklären: wo liegt Friedrichshafen, was läuft hier, wie sind unsere Vorteile, was ist unser Konzept. Manche verstehen es auf Anhieb, manche erst beim zweiten Mal. Andere wiederum wollen es nicht verstehen. Das ist eigentlich eine typische Geschichte.
Dass die Erstveranstaltung mühsam war, ist ganz klar. Es sind auch viele Aussteller weggeblieben, die wir gerne gehabt hätten, aber es sind auch viele da gewesen, die Pionierarbeit geleistet haben.

Xound: Geht es beim zweiten Mal einfacher?

R.B.: Ich würde sagen, von denen, die da gewesen sind, waren die meisten zu 80 oder sogar 100% zufrieden. Viele potentielle Aussteller, die nicht auf der Messe vertreten waren, haben die Erstveranstaltung besucht und waren überrascht, wie gut die Infrastruktur unseres Messegeländes ist. Wir haben 2002 ein neues Messegelände eingeweiht - bis dahin das modernste in Baden Württemberg. Es war erkennbar, dass unser Konzept in die richtige Richtung geht. Daher wird es beim zweiten Mal sicherlich etwas einfacher sein.

Xound: Kommen die Aussteller der Erstveranstaltung wieder?

R.B.: Ich denke, auf alle Fälle. Wir haben im Januar 08 die Ausstellerunterlagen verschickt, und wir haben bereits jetzt schon einen ordentlichen Rücklauf. Ebenso haben schon viele Gespräche mit den Key Accounts stattgefunden. Es läuft wirklich gut und wir sind überzeugt, dass wir es bei der zweiten My Music nicht so schwer haben werden wie beim ersten Mal.

Xound: Aus welchen Regionen kamen die Besucher der Erstveranstaltung?

R.B.: Unsere Besucherumfrage hat ergeben, dass 16% ortsansässig waren, 24% wohnen im Umkreis von 25 km, 16% im Umkreis von bis zu 50 km, 18% bis zu 100 km und 23% kamen über 100 km angereist. Da wir hier im Dreiländereck mit Österreich und der Schweiz liegen, kamen auch viele aus dem benachbarten Ausland wie Italien/Tirol, dem Fürstentum Liechtenstein und dem Elsass. Direkt neben dem Messegelände liegt der Flughafen Friedrichshafen. Von Berlin, Köln, Hamburg und anderen Städten gibt es günstige Flüge, was für Tagesbesucher aus dem Norden interessant ist.

Xound: Wurde gegenüber der Erstveranstaltung etwas Grundlegendes verändert?

R.B.: Auf Wunsch der Aussteller und Besucher haben wir die Öffnungszeiten geändert. Der Donnerstag wurde gestrichen. Freitag beginnt die Ausstellung um 12 Uhr, Samstag ab 11 Uhr und geht bis 20 Uhr, jeweils gefolgt von einem musikalischen Rahmenprogramm am Abend. Sonntag geht die Veranstaltung von 10 bis 17 Uhr.

Xound: Was unterscheidet das Konzept der My Music nun im Wesentlichen vom Konzept der Frankfurter Musikmesse, wo sehen sie ihre Chance?

R.B.: Die Frankfurter Musikmesse ist eine B-to-B-Geschichte. Wir sind auf den Musiker ausgerichtet. Unser Ziel ist es, dass die Industrie hier präsent ist, sie soll die Musiker begeistern, Markenpflege betrieben, für Nachwuchs sorgen und schauen, dass die Leute „in die Tasten hauen“. Es gibt keine Messe, die erst einmal den Bodensatz abdeckt, die zunächst einmal die Leute begeistert. Die Industrie hat sich über viele Jahre darauf spezialisiert, zu produzieren, und der Vertrieb ist über den örtlichen Handel gelaufen. Wenn dieser gut war, hat er etwas verkauft, wenn er schlecht war, hat er nichts verkauft. Die Vertriebsstrukturen haben sich u.a. durch das Internet geändert. Die Hersteller und Vertriebe müssen, wenn sie etwas verkaufen wollen, ein Markenimage aufbauen, müssen Basisarbeit leisten. Dies kann, meines Erachtens, der Handel nicht alleine leisten. Daher sehen wir in der My Music eine Veranstaltung, die den Handel stärkt.
Entscheidend ist, dass die My Music eine Expo ist, d.h. wir haben nicht nur die pure Ausstellung sondern jede Menge drum herum, vom Konzert bis zum Workshop.
Bei uns steht die Motivation des Musikers im Vordergrund.
Wenn die Musiker begeistert sind, dann gehen sie zum Händler und der Händler geht nach Frankfurt und ordert die Produkte.

www.mymusic-expo.de