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Test: KRK VXT-Serie PDF Drucken E-Mail

„Lupenrein“

Im Sommer 2005 hatten wir euch bereits die gesamte Palette an Aktiv- und Passivmonitoren in der KRK-Story vorgestellt. Hierzu zählten die passive ST-Serie, die aktive V-Series 2, die RP-Palette (Rockit powered), eine preisgünstigere Aktiv-Variante, und die professionellen Exposé-Monitore.
Sowohl die ST-Serie als auch die V-Serie 2 gehören nun zur „Discontinued“-Abteilung. Die ST-Serie lief aus, da KRK seinen Focus ganz auf die Aktiv-Lautsprecher legen wollte und die erfolgreiche V-Serie 2 sollte einen Nachfolger erhalten.
Die V-Serie 2 erfreute sich wegen ihrer extrem guten Auflösung im Mittel-/Hochtonbereich großer Beliebtheit, bis sie Mitte vergangenen Jahres auslief. In diesem Segment bot KRK für jeden Zweck und für jedes Budget ein Paar Studiomonitore an.
Die neue VXT-Serie bietet mit ihren drei Modellen (VXT4, VXT6 und VXT8) die gleiche Bandbreite. Neu sind auf den ersten Blick die abgerundeten Ecken der Monitore, was wir auch bei anderen namhaften Monitorherstellern schon beobachten konnten.
Für September letzten Jahres war die VXT-Serie angekündigt, doch die erste Auslieferung erfolgte erst im November. Doch auf die VXT-Serie zu warten, hat sich gelohnt, so viel sei schon mal vorab verraten.

Das Design der VXT-Serie
Die Monitore sind durch ihre Bauform besonders auffällig. Die klassische Quaderform ist einer Bauweise mit abgerundeten Ecken gewichen. Die Oberflächen der VXT-Serie sind in einem edlen, seidenmatten, schwarzen Finish gehalten.
Das Gehäusedesign ist von der deutlich kostspieligeren Exposé E8T übernommen worden. Die Chassis sind aus einem ABS-Strukturschaum mit extrem hoher Dichte gegossen, welcher das gesamte Resonanzverhalten der Box deutlich verbessert, da durch diesen gussfähigen Strukturschaum abgerundete Formen möglich sind, die bei reiner Verwendung von MDF nicht realisierbar sind. Bei herkömmlichen Chassis sind Ecken durch die Verarbeitung von Platten materialbedingt und somit auch stehende Wellen innerhalb des Gehäuses nahezu unvermeidbar. Stehende Wellen sind hiermit auf ein Minimum reduziert. Außerdem ist das verwendete Material deutlich weniger resonanzanfällig als MDF. Mit dem Strukturschaum sind zudem dünnere Wände im Gehäuse-Inneren realisierbar, was zu einem größeren Innenvolumen führt und somit eine tiefere Basswiedergabe ermöglicht.
Durch das Fehlen der Ecken auf der Frontseite ändert sich das Abstrahlverhalten des Lautsprechers, da es nunmehr keine Reflexionen an den Ecken mehr gibt, was insgesamt zu einem direkteren Abstrahlverhalten und somit zu einer klareren Ortung und einem erweiterten Sweetspot führt.
Alle Lautsprecher sind als aktive 2-Wege Systeme und wie auch die V-Serie 2 als Bassreflexboxen ausgeführt. Die Bassreflex-Öffnung des Gehäuses finden wir auf der Frontseite unterhalb des Basstreibers als rechteckigen horizontalen Spalt mit abgerundeten Ecken vor.
Sobald der Aktivmonitor eingeschaltet wird, leuchtet das Firmenemblem von KRK Systems, welches auf der Front zwischen den beiden Treibern zu finden ist, hell auf. Unterhalb des Firmenlogos sind zwei LEDs untergebracht, die Clippings rot und den Einsatz des Limiters grün signalisieren.
Auf der Rückseite der Monitore finden wir noch allerhand Möglichkeiten in Form von geschützten Kippschaltern, um die Lautsprecher an die jeweilige Abhörsituation oder an die Vorlieben des jeweiligen Users anzupassen, doch dazu später mehr.

Eckdaten der VXT-Serie
Der kleinste Kandidat, die „VXT4“, kommt, wie die Bezeichnung des Modells bereits vermuten lässt, mit einem 4“-Basstreiber daher und hat eine seidene 1“- Hochtonkalotte mit auf den Weg bekommen. Mit dem vorhandenen Treibersystem gibt die VXT4 den Frequenzbereich zwischen 56Hz und 22kHz mit einer maximalen Abweichung von +/-2dB wieder, kommt also für einen Lautsprecher mit einem derart kleinen Volumen erstaunlich tief herunter, was sich auf das gut abgestimmte Bassreflex-System zurückführen lässt. Natürlich erfolgt die Ansteuerung der Treiber nach dem Bi-Amping-Prinzip, was bedeutet, dass zwei separate Endstufen für die Speisung der beiden Lautsprecher zuständig sind. Die Hochtonendstufe ist mit einer maximalen Ausgangsleistung von 15 Watt und die Tieftonendstufe mit 30 Watt angegeben.
Alle Basstreiber sind aus einem Kevlar-Gewebe gefertigt. VXT6 und VXT8 sind mit konusförmigen 6“ bzw. 8“ Basstreibern ausstaffiert worden. In beiden Modellen ist der gleiche Hochtöner verbaut - hierbei handelt es sich ebenfalls um eine seidene 1“ Hochtonkalotte, die aber anders verarbeitet wurde als der Hochtontreiber der VXT4. Bei allen drei Modellen sind die Hochtöner nicht besonders tief in das Chassis eingelassen, der Waveguide ist kreisrund, leicht trichterförmig und hat einen nur etwas größeren Durchmesser als die Kalotte selbst. Die VXT6 erreicht mit dieser Bestückung eine Wiedergabe aller Frequenzen zwischen 49Hz und 22kHz, während die VXT8 sogar bis auf 37Hz herunterkommt. Bei beiden Modellen wird eine Abweichung von maximal 1,5dB angegeben.
Die maximale Leistung der Hochtonendstufen wird bei der VXT6 mit 30Watt und bei der VXT8 mit 60Watt angegeben. Im Tieftonbereich gibt KRK 60Watt für die VXT6 und 120Watt für die VXT8 an.

Ausstattung der VXT-Serie
Alle Modelle sind eingangsseitig mit einer Kombibuchse ausgestattet, welche sowohl 6,3mm Klinken- als auch XLR-Stecker entgegennimmt und unsymmetrische wie symmetrische Signale verarbeiten kann.
Bei allen drei Modellen finden wir auf der Geräterückseite diverse Kippschalter, um Anpassungen an den jeweiligen Raum oder an die individuellen Hörgewohnheiten vorzunehmen, wobei bei der VXT4 aufgrund der Preisdifferenz ein wenig gespart wurde.
Allen drei Monitoren gemein ist ein „System Level Adjustment“, welches durch ein schmales Drehpoti repräsentiert wird und einen Regelbereich von -30dB bis +6dB ermöglicht, um die Monitore an die Ausgänge von Abhörcontrollern anzupassen.
Der „Clip-Indicator-Switch“ verfügt über drei Stellungen. In der On-Position ist die rote frontseitige Clip-LED eingeschaltet und der Limter steht auf Bypass. In der Off-Position sind sowohl die Clip-LED wie auch der Limiter „gebypassed“. In der „Limit“-Stellung arbeitet der Limiter, welches durch die grüne frontseitige LED signalisiert wird. Je stärker der Limiter arbeitet, desto heller ist die Farbintensität der LED.
Alle drei Modelle verfügen über einen Groundlift-Schalter und eine Auto Mute-Funktion, welche in reinen Musikproduktionsstudios gut funktioniert. Nach ungefähr 20 Minuten schaltet der Lautsprecher seine Hauptstromversorgung ab und schaltet sich bei erneut anliegendem Audiosignal wieder ein.
User, die viel mit niederpegeligem Audiomaterial arbeiten, also sich mit Games-Mix, Surround-Mix oder Hörspielproduktionen beschäftigen, sollten von der Auto Mute-Funktion Abstand nehmen, da der Monitor einen Pegel als Einschaltsignal erwartet, den jenes Audiomaterial oft gar nicht liefert, somit ist ein regelmäßiger kurzer Griff an den Abhörcontroller unvermeidbar, es sei denn, man verzichtet eben auf die Auto Mute-Funktion.
Die VXT6 und VXT8 haben eine Hochton- und Tieftonanpassung (HF & LF Adjust) spendiert bekommen. Die Tieftonanpassung ist dreistufig: „Whole Space“ für Freifeld (Aufstellung des Monitors ohne eine Wand in der Nähe) „Half Space“ für die Aufstellung vor einer Wand und „Quarter Space“ für die Aufstellung in einer Ecke.
Bei der VXT6 aktiviert die Stellung „Half“ das Highpassfilter, welches bei 60Hz seinen 3dB-Punkt hat, die Position „Quarter“ schaltet das Filter bei 75Hz. Bei der VXT8 haben die Filter ihren 3dB-Punkt bei 48Hz (Half) und 62Hz (Quarter).

Sound und Praxis
Wie erwartet, beweisen sich die VXT-Monitore als sehr gute Werkzeuge. Insbesondere die VXT8 hinterlässt den überzeugendsten Gesamteindruck, was die Vollkommenheit, sprich die Kombination aus Leistungsreserven, Impulstreue und Auflösung über den gesamten Frequenzbereich angeht.
Wichtig anzumerken, dass es sich hier um meine subjektive Meinung handelt und nicht zwingend auf die Allgemeinheit geschlossen werden kann. Jemand anderes mag das ganz anders sehen als ich, denn ich glaube, dass die KRKs polarisierend wirken können. Nicht jeder will immer die ganze Wahrheit hören, denn Schwächen eines Mixes decken die VXT-Monitore sofort auf. Sie wirken wie eine Lupe, mit der man in das Klanggeschehen hineinzoomt. Dabei zeigen sich die VXT8 als ganz besondere Werkzeuge, da sie zum einen eine sehr tiefe Basswiedergabe haben (37Hz!), eine extrem hohe Auflösung im Mittel- und Hochtonbereich zeigen und das spielend bei allen vorstellbaren Lautstärken mitmachen. Kurz gesagt: Sie sind so, wie ich mir ein Studiowerkzeug vorstelle - Prädikat: besonders wertvoll! Doch Vorsicht! Wer mit dem Gedanken spielt, sich diese Lautsprecher zu kaufen, sollte sich beim Probehören unbedingt eine Menge Zeit nehmen oder die Monitore mitnehmen und im Studio daheim aufstellen, da sie eben sehr präsent sind und ein echtes Arbeitswerkzeug darstellen, mit denen man nicht den ganzen Tag einfach nur mal so Musik hört. Außerdem benötigen sie ein wenig mehr Platz, um ihren wirklichen Klang zu entfalten, sprich in meinen Augen eher ein Monitor für Midfield- als für Nahfeldanwendungen.
Die VXT6 bringen das gleiche Auflösungsvermögen zu Tage, klingen unten herum ein wenig schlanker, haben aber nicht die großen Reserven der 8er. Allerdings reicht mir die Lautstärke, mit der die 6er noch verzerrungsfrei darstellen, völlig aus, wirklich! Wem es um die „Audiolupe“ geht, ist hier bestens bedient, erst recht, wenn in der Zukunft noch in einen Subwoofer investiert werden soll. Doch auch ohne Sub sprechen 49Hz eine klare Sprache!
Die VXT4 wird manchem das Staunen ins Geicht treiben, da bin ich mir sicher, kaum größer als eine Milchtüte und dann solch kontrollierte Bässe! Von der präzisen Stereoabbildung und Tiefenstaffelung kann sich manch kostspieligere Box ein Scheibchen abschneiden.

Fazit
Mit der VXT-Serie ist KRK in meinen Augen ein sehr guter Wurf gelungen. Die Arbeit, die der amerikanische Hersteller in das neue Gehäusedesign und die neue Elektronik investiert hat, hat sich gelohnt. Hinsichtlich des Preis/Leistungsverhältnisses kann man auch nicht meckern. Man erhält hier sehr viel Präzision zu absolut angemessenen Preisen.
Professionellen Studios kann ich die VXT8 für Midfield-Anwendungen in Regien größer / gleich 25 qm besonders ans Herz legen.
Die VXT6 eignet sich hervorragend für professionelle Musiker und ambitionierte Produzenten, sowie Studios, die noch in eine zweite gute Abhöre neben einem Fullrange System investieren wollen oder die 6er als Satelliten in einem Verbund mit Subwoofer sehen.
Die VXT4 ist eine preisgünstige, angenehm und sauber klingende Aktivbox für Nahfeldanwendungen, insbesondere zu empfehlen für Postproduction-Zwecke, sprich Schnittplatzbestückung.

www.krksys.com

UVPs (pro Stück):

VXT4: 399 EUR
VXT6: 571 EUR
VXT8: 773 EUR



KRK VXT-Serie

  VXT4 VXT6 VXT8
Kombibuchse ja ja ja
Hochtöner 1" Silk Dome Neodym 1" Silk Dome Ferrite 1" Silk Dome Ferrite
Tieftöner 4" Kevlar 6" Kevlar 8" Kevlar
Hochtonendstufe 15 Watt 30 Watt 60 Watt
Tieftonendstufe 30 Watt 60 Watt 120 Watt
Frequenzgang 56Hz-22kHz (+/-2dB) 49Hz-22kHz (+/-1,5dB) 37Hz-22kHz (+/-1,5dB)
System Gain -30dB bis +6dB -30dB bis +6dB -30dB bis +6dB
Ground Lift ja ja ja
Auto Mute ja ja ja
Clip-Anzeige ja ja ja
Limiter ja ja ja
HF-Adjust nein ja ja
LF-Adjust nein ja ja
Max SPL (Peak) o.A. 107dB SPL 111dB SPL 114dB SPL
Abmessungen (HxBxT) 25,6cm x 18,6cm x 17,7cm 36,8cm x 26,3cm x 24,6cm 43,8cm x 31,8cm x 30,0cm