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Test: Jackson RR24 PDF Drucken E-Mail

Die Randy Rhoads Gitarre ist das erste Serienmodell des amerikanischen E-Gitarren-Herstellers Jackson. Es wird seit 1982 in unterschiedlichen Ausführungen angeboten. Randy Rhoads, seines Zeichens einer der Top Rock-Gitarristen der 70er Jahre, soll seine ersten Entwürfe dieser Gitarre während einer Achterbahnfahrt gezeichnet haben. Der bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommene Gitarrenvirtuose hat ja zunächst mit Vorliebe Les Paul und Flying V Modelle aus dem Hause Gibson gespielt. Daher verwundert es auch kaum, dass die Form dieser Gitarre an die der Flying V angelehnt wurde. Dieses Instrument weist jedoch eine asymmetrischere Form auf, denn die beiden Zargen laufen nach hinten unterschiedlich weit und spitz heraus. Das Modell wurde bereits aus verschiedenen Holzarten hergestellt. Sowohl am Hals als auch am Korpus kamen oft Erle bzw. Ahorn zum Einsatz. Es gab und gibt sowohl Ausführungen mit durchgehendem als auch mit verschraubtem Hals sowie zahlreiche Sondermodelle mit den verschiedensten Effektlackierungen und elektronischen Schaltungen. Selbst völlig individuelle Einzelstücke oder Kleinst-Serienmodelle werden im werkseigenen Custom-Shop hergestellt.

Konzept
Als Variation der Flying V von Gibson präsentiert sich die RR24 als eine reine Rockgitarre für die Liebhaber harter Gitarrenmusiken. Die »24« steht für die Anzahl der Bünde, und so brilliert der ambitionierte Saitenquäler auf zwei kompletten Oktaven. Wenn bei so vielen Tönen nicht mehr viel Gehirnleistung übrig bleibt, macht das nichts, denn die Elektronik lässt sich auch unter den widrigsten Bedingungen bedienen. Ein Pickup und ein Volumen-Regler, das war’s.

Korpus
Der Body der RR 24 ist komplett aus Erle gefertigt. Dieses Holz bringt man auch mit zahlreichen Stratocaster-Modellen in Verbindung. Erle ist ein klassischer Baustoff für E-Gitarren und bringt einen ausgewogenen, weichen Klang mit angenehmem Attack in den Mitten zu Tage. Die beiden Zargen verlaufen unsymmetrisch nach hinten und machen das Spielen im Sitzen so gut wie unmöglich. Das Instrument rutscht einfach immer zur Seite weg. Wer denn unbedingt im Sitzen üben möchte, muss mit dem rechten Bein zwischen den Zargen das Wegrutschen verhindern, aber wer übt schon mit einer solchen Gitarre im Sitzen? Es befindet sich ein aktiver EMG Humbucker in der Stegposition, der in Zusammenarbeit mit dem einzigen Regler den Sound aus dem Instrument leitet. Die Klinkenbuchse ist übrigens im oberen Zargen untergebracht. Das sieht nicht nur sportlicher aus, sondern verhindert sehr effektiv das versehentliche Herausziehen des Gitarrenkabels während der Bühnenshow. Auf der Rückseite des deckend schwarz lackierten Bodys befinden sich drei Kunststoffabdeckungen für das Batteriefach, das Elektrofach und die Federkammer des Floyd Rose Tremolos. Dieses besonders in den 80er Jahren beliebte System ermöglicht den exzessiven Umgang mit dem Tremoloarm, ohne Verstimmungen befürchten zu müssen. Hier werden die Saiten geklemmt und verschraubt, so das alle mechanischen Fehlerquellen, die ein Verhaken der Saiten beim Tremolieren verursachen könnten, ausgeschaltet werden.

Der Hals
Der einteilige Hals der RR 24 besteht aus Ahorn mit aufgeleimtem Ebenholz-Griffbrett. Ahorn ist ein relativ hartes Holz und verleiht dem Ton einen direkten, spritzigen Ton. Im Zusammenspiel mit dem Ebenholz-Griffbrett bekommt die gesamte Halskonstruktion Stabilität und einen warmen Klangcharakter. Wenn man die Gitarre von hinten betrachtet, fällt der fließende Hals/Korpus-Übergang auf. Dank des verleimten Halses stimmt die Klangübertragung der unterschiedlichen Hals- und Korpushölzer einwandfrei. Die 24 perfekt abgerichteten Jumbo-Bünde bieten anständigen Spielkomfort und ermöglichen alle erdenklichen »Saiten-Ziehereien« ohne Kratzen. Sechs Präzisions-Mechaniken aus eigener Produktion runden das Bild ab.

Bespielbarkeit und Sound
Die Randy Rhoads 24 ist ein spezieller und ausgefallener Vertreter der elektrifizierten Gitarrenwelt. Vom Spielkomfort vergleichbar mit der Flying V von Gibson ist dieses Instrument vor allem für die Bühne konzipiert. Die abgefahrene Korpusform ist nichts fürs heimische Üben, es sei denn, man steht währenddessen im Wohnzimmer. Der flache, in Tradition der 80er Jahre typische, Griffbrettradius ermöglicht komfortables Greifen bis in die höchsten Lagen. Mich persönlich stört jedoch das riesige Floyd Rose Tremolosystem, das bei starkem Anschlag schnell ins Trudeln gerät. Ich gebe zu, dass ich kein Freund dieser klobigen Systeme bin, aber das ist ja bekanntermaßen Geschmackssache. Kommen wir zum Sound. Diese Gitarre ist mit einem aktiven EMG 81 Pickup ausgestattet. Die Spannungsversorgung der dazugehörigen Elektronik übernimmt ein neun Volt Block, der von der Rückseite aus hinter einer Kunststoffabdeckung sitzt. Der verstärkte Sound der Randy Rhoads ist relativ laut, mit sehr viel Output und einem messerscharfen Attack, das den eher weichen Grundcharakter des unverstärkten Instruments sehr gut ausgleicht. Der EMG 81 wird ja auch vom Metallica-Gitarristen Kirk Hammett verwendet, der diesen Pickup in nahezu alle seinen Gitarren einbauen ließ. Daher eignet sich diese Gitarre besonders für Rock/Metal und ambitionierte Flitzefinger.

Fazit
Die Randy Rhoads RR 24 ist eine reine Rock-Gitarre für Leute, die auf extrovertierte Instrumente mit hohem Showeffekt stehen. Mit nur einem aktiven EMG Tonabnehmer in der Stegposition und seiner aussehrgewöhnlichen Korpusform soll vor allem die Zielgruppe des »metallverarbeitenden« Gewerbes angesprochen werden. Dieses Instrument ist sicher nicht jedermanns Sache und kein Allrounder unter den Gitarren, aber eins kann das Teil richtig gut, abrocken bis der Arzt kommt!


www.jacksonguitars.com
UVP: 1 299 EUR

Jackson RR24 Randy Rhoads BK R

Body: Erle
Hals: Ahorn
Griffbrett: Ebenholz
Bünde: 24
Pickup: EMG 81
Tremolo: Floyd Rose
Sattelbreite: 43 mm
Farbe: Schwarz mit Red Bevels