Advertisement

Die QSC-Story PDF Drucken E-Mail

Große Namen gibt es viele innerhalb der Audio- und MI-Branche – von A wie Ampeg bis Z wie Zildjian – doch was steht eigentlich hinter diesen großen Namen? Ganz häufig ist es so, dass sich hinter diesen heutzutage erfolgreichen Companies eine wirklich interessante, witzige oder aber teilweise auch dramatische Story verbirgt – ungefähr so, als hätte sie ein Drehbuchautor geschrieben. Nicht anders sieht es bei dem kalifornischen Hersteller QSC aus, der übrigens in Orange County beheimatet ist, genauer gesagt in der Stadt Costa Mesa – und dass man in Orange County nicht nur hochwertige, individuelle Custom-Bikes bauen kann (»Orange County Choppers« lassen grüßen), sondern eben auch erstklassiges Audio-Equipment, wissen wir heute natürlich. Doch die Geschichte von QSC (QSC steht übrigens für »Quilter Sound Company«) fing erst einmal gar nicht so rosig und strukturiert an, sondern eher zufällig, klein und eigentlich von vornherein zum Scheitern verurteilt. Doch nun der Reihe nach.

Wie alles begann
Treffenderweise startet die Story mit dem, wodurch Orange County in letzter Zeit eher publik wurde, nämlich mit einem Motorrad. Es begann, als ein gewisser Barry Andrews im Jahre 1968 mit seinem Bike durch ein Industriegebiet in Costa Mesa fuhr und plötzlich eine Panne hatte. Als er auf einen Freund wartete, der ihn abholen sollte, kam er zufällig mit einem vorbeikommenden Typen ins Gespräch, der in einer nahe gelegenen Werkstatt arbeitete, sein Name war Pat Quilter. Pat erzählte Barry, dass er Verstärker entwirft und baut, was Barrys Interesse gleich weckte. Zu dieser Zeit war die Musik von Legenden wie Hendrix und Cream geprägt, deren Musik natürlich nach entsprechenden Verstärkern schrie. Pat und Barry merkten schnell, dass sie auf einer Wellenlänge lagen und sie sich gut ergänzen könnten, so dass die beiden sich dazu entschlossen, gemeinsame Sache zu machen.

Von einem kleinen, überfüllten Ladenlokal aus entwarfen, fertigten und verkauften sie ihre ersten Produkte, den »Quilter Sound Thing« und den »Duck Amp« – die beiden Männer wollten damit also die Musik-Welt verändern. Man hatte große Ziele, doch es gab ein großes Problem, es war kein Kapital vorhanden, um wirklich durchstarten zu können. Der Grundstein für QSC war zwar gelegt, doch ihrem jugendlichen Optimismus folgten erst einmal einen Menge Schulden. Pat und Barry bauten ihre Verstärker weiter und schafften es sogar, einige Endstufen in bekannten Clubs am Sunset Strip unterzubringen – man brachte sich also ins Gespräch. Die Amps verdienten sich jede Menge Lob, unter anderem sogar von Größen wie Led Zeppelin oder The Doors. Trotz all der positiven Resonanz schien es nicht bergauf zu gehen, denn die Schulden wuchsen unaufhörlich weiter und Pat und Barry befanden sich schnell wieder am Nullpunkt. Doch plötzlich erschien Licht am Ende des Tunnels, als es zu einem Deal mit einem Berkeley Music Shop kam, nach dem Motto: »Kauf’ einen Amp, bekomm’ die Gitarre umsonst dazu«.

Im vorderen Teil des winzigen Ladens sollten Pat und Barry ihre Verstärker direkt an den Mann bringen, quasi durch direkte Mund-Propaganda. Doch auch dieser Deal hatte seine Schattenseiten. »Es war ein Teufelskreis.«, erzählt Pat. »Leute kamen, um sich unsere Amps anzusehen. Wir waren mit Verkaufen beschäftigt und hatten keine Zeit, neue zu bauen. Dann waren unsere Verstärker irgendwann ausverkauft – also mussten wir den Laden für ein paar Tage schließen, um für Nachschub zu sorgen.«
Aber auch durch diese Umstände ließen sich die beiden Enthusiasten nicht unterkriegen und hielten an ihren Werten fest: harte Arbeit, Ehrlichkeit und Integrität.

Umdenken
Pat und Barry wurde sehr schnell klar, dass wesentlich mehr dazu gehörte, ein Unternehmen aufzubauen und zu leiten, als »nur« gute Produkte zu entwerfen und zu fertigen. »Wir waren ziemlich planlos.«, gesteht Barry. »Wir hatten noch viel zu lernen.« Man hatte die kaufmännische Seite vernachlässigt bzw. hatte man auch keine große Ahnung von dieser Materie, geschweige denn von Marketing und Vertrieb. Die beiden mussten sich die Aufgabengebiete also aufteilen, und so konzentrierte sich Pat auf die Entwicklung und Produktion, während Barry sich den Bereichen Marketing und Vertrieb annahm. Man firmierte nun unter dem Namen »QSC Audio Products Inc.«. Nun kam auch noch eine dritte Person ins Spiel, Barrys Bruder John, der gerade sein kaufmännisches Diplom absolviert hatte und sich fortan für die Finanzen verantwortlich zeichnete.


Die 70er Jahre – Der Aufbruch
Anfang der 70er Jahre dominierten Firmen wie Marshall, Vox, Ampeg und Kustom den Gitarrenverstärker-Markt – hier schien also nicht mehr viel zu holen zu sein. Auf einmal läuteten Bands wie Yes, King Crimson und Emerson, Lake & Palmer die Ära des Progressive-Rock ein und das Instrument Synthesizer wurde immer wichtiger. Ein neuer Markt war also entstanden, denn auch die Tasten-Fraktion benötigte natürlich entsprechende Verstärkung. Dies war auch die Zeit, als ein gewisser Greg Mackie (der Grün


Pat Quilter
(das Q in QSC) zu Produktqualität:
»Unser Produktqualitätsprozess sah in den Anfängen noch ganz anders aus. In den 70ern waren es vor allem Crown, BGW oder Yamaha, die gute professionelle Verstärker anboten. Diese waren meist schwer, teuer und kompliziert verarbeitet – aber auch sehr zuverlässig. Man konnte sehen, dass jede Menge Arbeit und viele Testläufe in ihnen steckten. QSC befand sich noch in den Kinderschuhen und wir hatten natürlich nicht die Ressourcen, um mit den damaligen Platzhirschen der Branche konkurrieren zu können. Also entschieden wir uns dafür, das Design extrem zu vereinfachen und uns auf die inneren Werte zu konzentrieren; sprich, dafür zu sorgen, dass die Technik im Inneren maximalen Schutz erfährt und allen Anforderungen gewachsen ist. Damals testete ich jedes Produkt selbst und für mich war ein Verstärker erst dann akzeptabel, wenn er reibungslos funktionierte und allen Belastungen standhalten konnte. So schufen wir die erste Generation Endstufen, die gute Performance zu einem erschwinglichen Preis bot.

Heute haben wir ein umfangreiches Testprozedere, viele Seiten lang. Natürlich geht es dabei auch um Klangqualität, aber auch um viel mehr. Unsere Produkte müssen jeder denkbaren Belastung standhalten, um sicherzugehen, dass sie auch die ganz alltäglichen Anforderungen meistern. Wir arbeiten mit großen Spannungen, Stromausfällen, Erschütterungen, lassen die Verstärker aus großer Höhe auf den Boden krachen, frieren sie ein, erhitzen sie wieder, setzen sie großer Feuchtigkeit und elektrostatischen Entladungen aus. Natürlich testen wir auch, was passiert, wenn einzelne Komponenten des Verstärkers ausfallen. Geschieht dies, ohne dass er Schaden nimmt oder in Brand gerät, sind wir auf dem richtigen Weg. Und erst, wenn unsere Produkte all diese Torturen heil überstanden haben, gehen sie in Produktion.«

 

 

Xound zwei 08

. .