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Der kalifornische Hersteller Apogee präsentiert nun schon seit einiger Zeit immer wieder Produkte, die in enger Anlehnung an Apple-Produkte (Hard- und Software) entstehen bzw. exklusiv auf der Mac-Plattform nutzbar sind. Diese Tatsache ist einerseits sicherlich sehr ärgerlich für alle PC-User, da die Apogee-Produkte generell immer einen hohen Qualitätsstandard aufweisen und sehr begehrt sind, auf der anderen Seite kann man sich so bei der Entwicklung kompromisslos auf einer Ebene bewegen und sich darauf konzentrieren. Mit »Ensemble« und »Symphony« brachte Apogee bereits zwei Audio-Lösungen auf den Markt, die perfekt auf den Mac und das Zusammenspiel mit Logic abgestimmt waren – der Erfolg gab diesem Konzept also recht. Um die Linie der Mac-Audiotools nach unten abzurunden, bietet Apogee nun mit dem »Duet« ein zweikanaliges Firewire-Audiointerface an, das sich sowohl für den mobilen wie auch (kleinen) stationären Einsatz anbietet. Wollen wir also nun mal sehen, wie sich Apogees jüngster Spross in die »Familientradition« einreiht.
Die Fakten
Bereits der erste Kontakt mit dem Duet-Interface vermittelt eine hohe Wertigkeit und macht klar, dass man es hier wohl mit bekannter Apogee-Qualität zu tun haben wird. Vom Äußeren her könnte man meinen, dass an diesem Gerät die Apple-Designer aus Cupertino mitgearbeitet haben. Der matt-silberne Aluminium-Look passt perfekt zu einem MacBook Pro oder einem Mac Pro, die Verarbeitung verdient sich ebenfalls Bestnoten. Mit seinen Maßen von 160 * 101 * 23 mm (H * B * T) findet das Duet in fast jeder Jackentasche problemlos Platz und eignet sich somit bestens für den mobilen Einsatz. Zum Lieferumfang gehören neben dem eigentlichen Interface ein 1m langes Firewire-Kabel und ein Breakout-Kabel sowie die entsprechende Software und natürlich das Manual. Als einziges Bedienelement thront auf der Oberfläche des Duet ein großer, gerasterter Endlosdrehregler, der zudem über einen Druckpunkt verfügt, um zwischen der Pegeleinstellung für Eingangs- und Ausgangssignal zu wählen. Außerdem ist es möglich, über den Regler MIDI-Controller- und Song-Position-Daten an Softwares zu übermitteln (dies wird einfach in der mitgelieferten Maestro-Software eingestellt). Drei LEDs (»IN-1«, »IN-2« und »OUT«) signalisieren, welchen Signalpegel man gerade mit dem Regler einstellt. Zwei siebenstellige LED-Ketten dienen als Aussteuerungsanzeige inkl. Over-LED. An der Vorderseite des Interfaces wurden zwei weitere LEDs eingelassen, die die aktivierte Phantomspeisung für die beiden Kanäle signalisieren – des Weiteren findet sich hier ein Kopfhörerausgang (6,3 mm Klinken-Buchse). Die Rückseite beherbergt neben dem Firewire 400-Anschluss eine 15-poligen Sub-D Buchse, die an eine serielle Computerschnittstelle (Com-Port) vergangener Tage erinnert – hier wird das Breakout-Kabel angeschlossen. Das Breakout-Kabel endet auf der anderen Seite des Multipin-Steckers auf folgende Buchsen: zwei Mikrofon/Line-Eingänge (symmetrische XLRs), zwei Instrumenten/Line-Eingänge (unsymmetrische 6,3 mm Klinken) und zwei Line-Ausgänge (unsymmetrische 6,3 mm Klinken). Hardwareseitig war es das an Anschlüssen und Bedienelementen – aber wir werden sehen, dass sich hier durch die ausgefuchste Softwareanbindung eine Menge Möglichkeiten ergeben.
Als Systemanforderungen sind ein G4 mit mind. 1 GHz, ein G5 oder ein Intel-Mac angegeben, der Arbeitsspeicher sollte mind. 1 GB betragen (2 GB wären besser), und als Betriebssystem ist Mac OS X 10.4.10 (oder neuer) gefordert. Ich habe das Duet übrigens mit einem MacBook Pro 2,33 GHz mit 2 GB RAM unter Mac OS X 10.4.11 getestet.
Nach der Instaallation des Apogee-Softwarepaketes muss das Interface nur noch über den Firewire 400-Port angeschlossen werden und es wird Apple-like sofort problemlos erkannt und steht in den entsprechenden Softwares (Logic, Soundtrack, GarageBand) sowie als System-Sound uneingeschränkt zur Verfügung. Zur komfortablen Steuerung des Duet, zum Speichern und Editieren von Konfigurationen sowie für ein Low-Latency-Monitoring steht die Apogee Maestro Software bereit. Maestro bietet grundsätzlich zwei verschiedene Fenster, »Maestro Control« und den »Maestro Mixer«. Das Control-Fenster unterteilt sich nochmals in eine »Levels«- und eine »Advanced«-Sektion. Unter »Levels« können folgende Parameter eingestellt werden: »Input« (XLR Mic, XLR Line + 4 dBu, XLR Line –10 dBV und Instrument), »Phase Reverse« (180° Phasendrehung des Signals), »48 V« (Phantomspannung), »Group« (die Gain-Einstellungen der beiden Kanäle werden gruppiert), »Input-Level«, »Output-Level« (»Line Out« und »Instrument Amp«) und »Mute«. Des Weiteren stehen hier Pegelanzeigen für die beiden Eingangs-Kanäle sowie den Output bereit.
Die Advanced-Abteilung des Control-Fensters stellt folgende Parameter bereit: »Out Muting« (hier wird festgelegt, ob der Kopfhörer- oder der Line-Out-Weg, oder eben beide, stumm geschaltet werden, wenn Mute aktiviert wird – dies macht Sinn, um die optimale Einstellung für eine Aufnahme- oder Wiedergabe-Situation zu treffen), »Mic/Instrument Gain Mode« (Modus des Eingangs-Gain wird eingestellt – »Max Gain Range« für den gesamten Gain-Bereich inkl. Releais-Schaltung nach den ersten 10 dB und »Clickless Operation« für einen eingeschränkten bzw. optimierten Gain-Bereich ohne Relais-Schaltung), »Meters Display« (hier wird festgelegt, welcher Pegel über die LED-Ketten des Duet angezeigt wird (In, Out oder der jeweilig aktiven Einstellung folgend), »Over Hold« (Arbeitsweise der Over-LEDs), »Number of MIDI Controllers« (ein bis vier MIDI-Controller können hier eingestellt werden) sowie die vier Sektionen für die MIDI-Controllersteuerung (Nummer des MIDI-Controllers, MIDI-Kanal, Werte-Einstellung und Art, also Controller oder Song-Position).
Über den Maestro-Mixer können die Input-Signale des Duet mit dem Playback-Signal der Recordingsoftware gemischt werden, ohne dass die Eingangssignale zuerst eine Verzögerung (Latenz) über die Software erfahren. Es stehen hier Fader für die entsprechenden Signale inkl. Mute- und Solo-Buttons bereit (»Input 1«, »Input 2«, »From Mac« und »To Hardware«, wobei letzteres den Hardware-Ausgang meint und ohne Mute/Solo-Funktion auskommt).
Des Weiteren stehen unter der Maestro-Software noch einige Einstellungen unter »Preferences« bereit, um die Mausbewegung, die Zusatztaste für Feineinstellungen, etc. für die Regler-, Fader- und Pan-Einstellungen festzulegen. Hier kann auch entschieden werden, ob die Maestro-Software automatisch starten soll, sobald das Duet an den Mac angeschlossen ist. Zu guter Letzt können hier noch die so genannten »Duet Pop-Ups« aktiviert werden – diese entsprechen der Halbtransparenten Lautstärke-Anzeige von Mac OS X, die automatisch eingeblendet wird, sobald eine Einstellung geändert wird. Diese Pop-Ups werden dann eingeblendet, wenn am Duet eine Einstellung (Pegel bzw. MIDI-Wert) geändert wird.
Wie man sieht, bietet dieses kleine »Audio-Kästchen« trotz der sehr übersichtlichen Bedienoberfläche eine Menge Möglichkeiten.
Praxis
Wie bereits erwähnt, verlief die Installation des Duet sowie der mitgelieferten Software absolut problemlos und alles funktionierte auf Anhieb. Die Bedienung des Interfaces sowie der Maestro-Software erklärt sich nach kürzester Zeit im Prinzip von selbst – und so soll es ja auch sein, denn schließlich möchte man ja direkt loslegen. Die Audio-Qualität des Duet, seien es die Eingänge oder die Ausgänge, lassen ebenfalls keinerlei Grund zur Beanstandung aufkommen. Die Mic/Line-Eingangsstufen klingen offen, klar und besitzen einen angenehm warmen Klangcharakter. Die Instrumenten-Eingänge klingen sehr neutral und überraschen durch ihre gute Auflösung sowie ihre Brillanz – das ist bei Interfaces dieser Größenordnung/Preisklasse nicht unbedingt selbstverständlich. Auch der Kopfhörerausgang sowie die Line-Outs klingen sehr gut und nahezu neutral, auch hier ist der Klangcharakter eher von etwas »wärmerer« Natur, was aber nicht negativ auffällt, sondern vielmehr einen vollen Sound vermittelt. Die Möglichkeit, über den Maestro-Mixer einen latenzfreien Monitormix zu erstellen, ist in der Praxis quasi unbezahlbar und funktioniert einwandfrei.
Fazit
Mit dem Duet ist Apogee ein wirklich großer Wurf gelungen – das Interface reiht sich nahtlos in die qualitativ hochwertigen Mac-Audiolösungen ein. Es ist schon erstaunlich, wie viele Möglichkeiten man mit diesem kleinen Interface dank der cleveren Software-Anbindung hat. Die Audio-Qualität des Duet ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben – hiermit lässt sich definitiv professionell arbeiten.
www.apogeedigital.com
UVP: 533,12 EUR
Apogee Duet
- 2 Kanäle 24 Bit/96 kHz Audio I/O
- 2 symmetrische XLR-Eingänge, Phantomspeisung separat zuschaltbar
- 2 unsymmetrische Hi-Z Instrumenteneingänge
- Stereo-Kopfhöreranschluss
- 2 unsymmetrische –10 dBV Line-Outputs zum Anschluss aktiver Lautsprecher
- Multifunktions-Controller für Lautstärkenregelung, Eingangsverstärkung und MIDI Controller-Daten
- Multi Segment LED für Input/Output Pegelkontrolle
- FireWire 400, kompatibel mit allen Mac OS X Core Audio Anwendungen
- Integration in Apples Logic Pro, Logic Express, GarageBand und Final Cut
Studio (Soundtrack Pro)
- Apogee Maestro Software für fortgeschrittene Kontrolle und Low Latency Mixing |