RCF M18

w-IMG 4725Mit dem M18 bietet RCF seinen ersten Digitalmixer an. Bereits auf den ersten Blick vermittelt der RCF M18 den Eindruck eines durchaus gelungenen Einstiegs in die Produktwelt der digitalen Mischpulte. Der M 18 kommt im coolen, schwarzen Mini-Rack - robust und doch mit einer gewissen Eleganz. Der Mixer wirkt sehr kompakt – trotz seiner 18 Eingangs-Kanäle.

Konzept

Beim M18 handelt es sich um einen 18-kanaligen, über WLAN fernsteuerbaren Digitalmixer. In erster Linie wurde das Gerät für den Livebetrieb konzipiert und zielt in Richtung Bands, Musiker und kleine Live-Clubs.
8 der 18 Eingänge des kompakten RCF-Digitalmixers sind als Mikrofoneingänge, die restlichen 10 Kanäle sind als symmetrische Line-Eingänge konzipiert, wobei die Eingänge 9 und 10 sogar als direkte Instrumenten-Eingänge (Hi-Z) genutzt werden können. Die Instrumenten-Eingänge machen gerade beim M18 Sinn, da der Mixer gleich mit 11 realistischen Gitarren- und Bass-Amp-Simulationen ausgestattet ist.
Jeder Eingangskanal hat drei unterschiedliche parametrische 4-Band-EQs zur Auswahl (Standard, Vintage und Smooth) dazu kommen noch Dynamikprozessoren wie Gate und Kompressor.
Neben den EQ- und Dynamikprozessoren liefert der M18 insgesamt 19 gleichzeitig nutzbare Effekte, wie man sie von professionellen Multieffektprozessoren her kennt.
Der Master-Ausgangsprozessor bietet zusätzlich für den Main-Mix-Ausgang einen Stereo-Grafik EQ sowie diverse Effekte inkl. „Valve Warmer“, „Xciter“ und „Maximizer“.
Außer dem Stereo-Hauptausgang bietet der RCF Mixer 6 symmetrische AUX-Ausgänge, die z.B. als unterschiedliche Monitorwege genutzt werden können. Selbst der Kopfhörer-Ausgang lässt sich im Notfall als zusätzlicher Stereo-Monitorweg verwenden. Jeder AUX-Send ist mit einem parametrischen 4-Band EQ sowie mit einer Dynamiksektion ausgestattet, bestens geeignet zum feintunen des Monitorsounds. Für die internen Effekte stehen weitere drei Sends zur Verfügung.
Zum Abspielen von Audiofiles oder zum Aufnehmen von Stereofiles verfügt der neue RCF Digitalmixer über einen integrierten Audioplayer/Rekorder. Als Abspiel- bzw. Recordingmedium verwendet man einen einfachen USB-Stick. Unterstützt werden Formate wie WAV, AIFF und MP3.
Der RCF M18 verfügt außer dem Netz Ein- und Ausschalter über keinerlei Bedienelemente, denn die gesamte Bedienung erfolgt über ein iPad – und das recht komfortabel.
Für die Kommunikation mit dem iPad haben die RCF-Entwickler dem M18 einen qGHz betrieben werden und arbeitet mit einer WPA2 Verschlüsselung. Standardmäßig kommt man mit der internen Antenne zurecht. Muss man doch größere Strecken wireless überbrücken, so schraubt man einfach die mitgelieferte externe Antenne auf, was die Reichweite deutlich erhöht.
Darüber hinaus steht noch ein Ethernet-Port zur Verfügung – als Alternative.
Untergebracht ist der M18 im Rack-ähnlichen Gehäuse. Die Kühlung der Hardware übernimmt ein kleiner Lüfter, der seitlich positioniert ist. Während die Vorderseite, die Seite die zum Publikum gewandt ist, im eingeschalteten Zustand lediglich eine, aus dem Geräteinneren schimmernde, dezente Beleuchtung liefert, finden wir auf der Rückseite sämtliche Anschlüsse sowie den Netzschalter.

Anschlusspanel

Das Anschlussfeld des M18 ist sehr übersichtlich gestaltet. Die obere Reihe der Anschlussbuchsen zeigt zunächst die beiden XLR Summenausgänge (links und rechts) inkl. zweier Signal-LEDs. Diese LEDs zeigen an, ob ein Signal anliegt.
Gleich daneben finden wir 2 XLR/Klinke-Kombibuchsen, die als Mikrofoneingänge wie als Line-Eingänge verwendet werden können. Dazu kommen 6 normale, symmetrische XLR-Buchsen als reine Mikro-Inputs.
Bei den 8 Mikrofoneingängen lässt sich blockweise die Phantompower aktivieren, was durch zwei LEDs signalisiert wird (LED 1 für Kanäle 1-4; LED 2 Kanäle 5-8).
In der zweiten und dritten Reihe der Anschlussbuchsen finden wir rechts die symmetrischen Klinkenbuchsen für die Line-Eingänge 9 bis 18. Der Eingangspegel der Line-Eingänge lässt sich zwischen +4dBu und -10dBV umschalten, so dass man den meisten Signalquellen gerecht werden kann.
Die beiden Eingänge 9 und 10 dienen auch als Hi-Z-Eingänge zum direkten Anschluss von Instrumenten wie E-Gitarren, E-Bässen oder Piezo-Pickups.
Die 6 Ausgänge für die Aux-Wege befinden sich ebenfalls in der zweiten Reihe links. Die Aux-Outs sind als symmetrische Klinkenbuchsen ausgelegt und können z.B. an Bühnenmonitore oder an In-Ear-Monitorsysteme angeschlossen werden.
Der Kopfhörerausgang des M18 (6,3 mm Stereoklinke) kann je nach Anwendung zum Abhören einzelner Kanäle im PFL-Modus oder zum Abhören der Haupt-Mix-Summe genutzt werden. Falls es mit den Aux-Ausgängen beim Monitoring zu knapp werden sollte, lässt sich der Kopfhörerweg auch für das Personal Monitoring einsetzen.
Die MIDI Buchsen In und Out dienen in erster Linie zum Anschließen von MIDI-Controllern, auf diese Weise kann der M18 auch über Hardwarecontroller fernbedient werden.
Eine weitere komfortable Möglichkeit einzelne Funktionen des M18 steuern zu können, bietet der zweikanalige Fußschalter-Anschluss (Stereo-Klinke). Welche Funktionen der Fußschalter kontrollieren soll, lässt sich frei programmieren.
Der USB-Port widmet sich dem internen 2 Kanal-Player/Recorder. Hier steckt man einfach einen USB-Stick als Speichermedium ein.
Ansonsten bietet der M18 noch eine LAN-Buchse zum Anschluss eines externen Access Points.
Über einen kleinen versteckten Reset-Taster lässt sich das Gerät auf die LAN- und WiFi- Werkseinstellungen zurücksetzen.
Ganz links auf dem Anschlusspanel finden wir schließlich neben der Netzbuchse und dem Netzschalter eine verschraubbare Buchse für den Anschluss der externen Antenne.

Auswahl der Mikrofon-Typen bei der Amp-SimulationiPad-Software

Die M18 Steuersoftware lässt sich im App-Store kostenlos downloaden, die anschließende Installation dauert wenige Minuten. Hat man sich im M18-eigenen Netzwerk angemeldet, so bekommt man Zugriff auf den M18. Da jeder Mixer sein eigenes WLAN-Netzwerk aufbaut, ist kein Problem auch mehrere M18 gleichzeitig einzusetzen. Zum Steuern eines M18 wechselt man einfach in das Netzwerk des zu steuernden Gerätes.
Ebenso ist es möglich, mit mehreren iPads gleichzeitig auf einen M18 zuzugreifen. Dies hat den Vorteil, dass die Band Darkface-Emulationihren Monitorsound auf der Bühne mit einem eigenen iPad kontrollieren kann, während man mit dem zweiten Tablet vor der Bühne den perfekten FOH-Sound einstellen kann. Man muss lediglich darauf achten, dass man nicht den falschen Regler bedient.
Bereits auf den ersten Blick vermittelt die M18-Software einen sehr übersichtlichen Eindruck. Das Design ist schlicht und modern - irgendwie cool.

Fader Menü

Nach dem Starten der M18-Software befindet sich die Software im Fadermodus. das globale Settings-MenueDie einzelnen Modi bzw. Untermenüs werden am oberen Bildrand angezeigt.
Das iPad-Display zeigt im „FADERS“-Menü eine Darstellung von 8 Mixer-Kanälen (Kanäle 1 bis 8) plus Main-Out Kanal. Über kleine Pfeile rechts und links am unteren Bildrand lässt sich nun in beide Richtungen zum nächsten 8er-Kanalblock springen. Alternativ lässt sich aber auch durch Wischen stufenlos entlang der Kanäle scrollen.
Ganz links im Display sehen wir eine Spalte mit verschiedenen Buttons die Funktion der Fader festlegen. Ist der Button „Input“ angewählt, so repräsentieren die Fader den Pegel jedes einzelnen Kanals im Main Mix. Wurde dagegen einer der Buttons FX1, FX2, FX3Fader-Tab der Eingangskanaele oder einer der AUX-Buttons (1 bis 6) angewählt, so bestimmen die Fader den Pegel des Kanals für den ausgewählten FX- oder AUX-Bus - eine Art „Sends on Fader“. Jeder Kanal des Mixers lässt sich individuell benennen, so dass das Setup stets übersichtlich bleibt. Gleich oberhalb des Faders finden wir eine Mute-Taste, darüber wiederum ein Anzeige-Feld, welches die Panoramaposition des Kanals darstellt. Bewegt man einen Fader, so wird hier der Faderpegel angezeigt. Tippt man einfach auf das Anzeigefeld, so öffnet sich ein Panoramaregler. Über das obere, Zahnrad-ähnliche Icon jedes Kanals lassen sich die Processing-Module öffnen. Diese Module werden grafisch in Form von einzelnen Rack-Geräten dargestellt, die Bedienung erfolgt direkt über die Knöpfe dieser Rack-Geräte, ein kleines Display Gitarrenamp-Simulationzeigt den gerade relevanten Parameter-Wert an, sobald man einen der Bedienknöpfe bewegt.
Jeder Kanal verfügt über eine Preamp-Vorstufe gefolgt von den Dynamikprozessoren wie Gate und Kompressor sowie einem parametrischen 4-Band EQ. Manche Kanäle sind sogar noch mit einem eigenen Multieffektprozessor ausgestattet.
Während gleich links vom Hauptdisplay weiterhin der gerade angewählte Kanal angezeigt wird,
erscheint daneben eine Anordnung mehrerer Buttons, mit dem sich die Ansicht des Hauptdisplays zwischen Dynamikeinheit, EQ und Sends umschalten lässt. Bei vier Kanälen findet man noch einen weiteren Button für die Multieffekte, aber dazu später mehr.
Insert-Effekte von Kanal10Ganz rechts sieht man stets den Summenkanal für Main Out, unabhängig von den angewählten Kanal-Modulen.

Preamp-Modul

Das Vorverstärker-Modul bietet neben einem Gain-Regler (0 bis 60 dB), einem Trim-Regler (-10 bis 0 dB) und einem Phasenumkehrschalter ein zuschaltbares Trittschallfilter, variabel im Bereich von 10 Hz bis 500 Hz. Ist die Phantom-Power für den angewählten Kanal eingeschaltet, so wird dieser Status durch eine virtuelle LED auf der virtuellen Frontplatte des Vorverstärkers angezeigt.Kanal-Equalizer

Gate

Dieses Modul übernimmt die Funktion eines normalen Noisegates. Einstellbar sind Parameter wie Attack, Release, Threshold und Range. Zum einfachen Einstieg findet man bereits 10 Gate-Presets für die verschiedenen Anwendungen.

Kompressor

Markbass Amp-SimulationDer Kompressor verfügt ebenfalls bereits über 10 Presets und lässt sich in zwei Modi betreiben. Im Easy-Modus bietet der Kompressor nur einen einzigen Parameter-Regler, mit dem man die Intensivität regelt. Im Advanced-Modus dagegen hat man gleich 5 Parameter zur Verfügung: Attack, Release, Threshold, Ratio und schließlich Post-Gain zum Pegelausgleich.

 
EQ

Generell sind die M18 Kanäle mit parametrischen 4-Band EQs ausgestattet, dabei stehen 3 verschiedene EQ-Typen Standard, Vintage und SmoothRouting der Insert-Effekte in jeweils zwei Versionen zur Auswahl. Der Standard-EQ zeigt eine grafische EQ-Darstellung, unter der EQ-Grafik befinden sich die entsprechenden Parameter wie Gain, Frequenz und Güte in Form kleiner Schieberegler. Es sei erwähnt, dass die beiden mittleren Bänder ein Glockenkurvencharakteristik (Q-Parameter zwischen 1 und 20) bieten, während die äußeren Bänder einer Kuhschwanzcharakteristik entsprechen. Der Gain-Parameter ist einstellbar zwischen -12 dB und +12 dB. Die Frequenzen der mittleren Bänder sind im Bereich zwischen 100 Hz und 10 kHz, das untere Band zwischen 40 und 400 Hz und das obere Band zwischen 1 kHz und 16 kHz variabel.
Der Vintage EQ erinnert ein wenig an einen alten NEVE-EQ, und tatsächlich Send-Effekte Auswahlmenue zeigt die verschiedenen Effekttypengeht auch der Soundcharakter in die Vintage-Richtung. Vintage- wie Smooth-EQ verfügen im Wesentlichen über die gleichen Parameter wie der Standard-EQ, allerdings erfolgt die Bedienung über virtuelle Drehregler.
Ähnlich wie in der Dynamiksektion hat man auch beim EQ die Wahl zwischen „Advanced“ oder „Easy“ Betrieb. Beim Easy-Mode sind je nach EQ-Typ einige Parameter abgeschaltet, beim Standard-EQ sind u.a. die Q-Regler der mittleren Bänder sowie die Frequenzregler der äußeren Bänder deaktiviert.
Auch der EQ verfügt bereits über 10 Presets, die sich als Basiseinstellungen verwenden lassen.

System-Parameter des Settings-MenuesSends

Wählt man diese Buttons an, so bekommt man Zugriff auf die verschiedenen Sends (3 x Effekte; 6 x Aux) eines einzelnen Kanals - Anders als bei der o.g. Sends on Fader Funktion, bei der man die Sendlevel verschiedener Kanäle für einen ausgewählten Effekt- bzw. Aux-Send sehen kann.

Hat man die Klangbearbeitung abgeschlossen, so klickt man einfach auf den „zurück“-Pfeil und kommt so zum ursprünglichen Fadermenu zurück.

Vorverstaerker- Gate- und Kompressor-Module der EingangskanaeleEFFECTS-Menu

Über dieses Menü gelangt man zu den internen Effekt-Prozessoren des M18. Man unterscheidet beim M18 zwischen den Effekten die über die Effektsends angesteuert werden und den Insert-Effekten. Die drei über Effektsends erreichbaren Effekte sind ähnlich wie die o.g. Preamp- und Dynamik-Module als virtuelle Geräte im Rack dargestellt. Mit über 40 Presets und 12 verschiedenen Hall- oder Raumarten bietet der M18 Digital Reverb eine Vielzahl an interessanten Hallprogrammen.
Die nachfolgenden Effekt-Module liefern Delays mit jeweils 20 Presets und 5 verschiedenen Effekttypen: Vintage, Stereo, Modern, Dual und ER (Early Reflections). Das dritte Effektmodul kann sogar auch auf Chorus/Flanger-, Tremolo- und Pitch-Shifter-Betrieb umgeschaltet werden.

Selbstverständlich können alle Presets auch umfangreich bearbeitet werden, wobei man alle wichtigen Effektparameter über die virtuellen Regler und das jeweilige Display kontrollieren kann.

Master-Prozessor

Der Main Out-Kanal unterscheidet sich von den anderen Ausgangs-Kanälen vor allem durch die speziellen Effekte. Neben einem 32-Band Grafik-EQ verfügt der Main Out über eine Röhren-Emulation, einen Xciter sowie einen Maximizer.

Multieffekt-Prozessoren

Die vier Multieffektprozessoren des M18 lassen sich, anders als die o.g. Send-Effekte in bestimmte Kanäle einschleifen. Die Prozessoren MFX1 und MFX2 mit ihren jeweils drei Effekten lassen sich wahlweise in die Kanäle 5/6 oder 7/8 einfügen, während die MFX3- und MFX4-Prozessoren fest den Kanälen 9 und 10 zugeordnet sind. Dies macht auch Sinn, da MFX3 und MFX4-Prozessoren mit fünf Effekten inkl. Amp-Simulationen ausgestattet sind.
Die Effekt-Module werden auf dem iPad als virtuelle Bodeneffekte dargestellt, deren Regler und Schalter sich direkt bedienen lassen.
Die Prozessoren MFX1 und MFX2 bieten jeweils drei Effekte und können völlig unabhängig von einander arbeiten. Oberhalb der grafischen Darstellung von zwei Effektpedalen finden wir drei Icons, die die drei Effektprozessoren repräsentieren. Die beiden, gerade angezeigten Effekte erscheinen mit blau leuchtenden Icons. Gewechselt wird entweder direkt über die Icons oder über Pfeile innerhalb der Effektpedal-Grafik.
Im Angebot der Effektprozessoren gibt es neben einem Delay - umschaltbar zwischen Mono- Vintage- und ER-Delay - auch Effekte wie Chorus, Flanger und Tremolo sowie einen Pitch Shifter. Es ist sogar möglich, die Reihenfolge der Effekte im Signalfluss zu tauschen – sehr effektiv.
Alle Einstellungen lassen sich als komplette Effektpatches (bis zu 200 möglich) abspeichern und jederzeit wieder aufrufen.
Die MFX3 und MFX4-Prozessoren bieten neben den bereits genannten Effektarten der Prozessoren MFX1 und MFX2 auch Distortion- und Overdrive-Effekte sowie die bereits erwähnten Amp-Simulationen. Insgesamt hat der M18 11 solcher Amps inkl. Boxen-Emulation an Bord. Hier findet man nahezu alle typischen Amp- und Boxen-Charaktere per Knopfdruck abrufbereit. Dazu lassen sich auch verschiedene virtuelle Mikrofone auswählen sowie deren Positionen verändern.
Sobald ein Amp bzw. eine Box angewählt wurde, erscheint im Display eine entsprechende grafische Darstellung, die dem Original-Vorbild doch recht ähnelt, grafisch wie in Bezug auf das Soundverhalten. Aus rechtlichen Gründen hat man die Darstellungen und Bezeichnungen dezent abgewandelt – trotzdem weiß jeder, welcher Amp, welche Box und welches Mikrofon gemeint ist. Die Simulationen wurden von Overloud sowie von Markbass kreiert.
Auch hier lassen sich die Reihenfolge der Effekte im Signalfluss verändern, und alle Setups als Patches abspeichern.

OUTPUTS

Dieses Untermenü liefert uns eine Darstellung der sechs Aux-Busse sowie des Kopfhörer-Ausgangs. Die dargestellten Fader wirken wie Send-Master und lassen sich darüber hinaus noch mit einem parametrischen 4-Band-EQ bearbeiten. Klickt man auf das Zahnradsymbol des PHONES-Ausgangs, so kommt man zum EQ des PHONES-Ausgangs und das OUTPUTS Tab wechselt zum PHONES Tab.

Ansonsten wären noch einige andere Untermenüs zu nennen:

PLAY/REC - dieses Menü widmet sich dem Onboard Stereo-Recorder und Player. Hier lassen sich alle Files verwalten, die Transportfunktionen bedienen und die Audiosignale mit einem parametrischen 4 Band-EQ bearbeiten. Bei der aktuellen Firmware ist die Recorder-Funktion noch deaktiviert.

METERS – liefert mit seinen großen Aussteuerungsanzeigen einen Gesamtüberblick über die Pegelverhältnisse an den Ein- und Ausgängen.

LOAD/SAVE – erlaubt das Speichern und Laden von Snapshots und Shows; bis zu 200 Speicherplätze sind vorhanden.

SETTINGS – in diesem Bereich erfolgen alle Grundeinstellungen. Das SETTINGS-Menü ist wiederum unterteilt in vier Untermenüs:

NETWORK – hier werden alle Netzwerkeinstellungen vorgenommen für LAN wie für WLAN inkl. Netzwerkadressen, Passwörtern, Sicherheitseinstellungen und Auswahl der Funkfrequenz (2,4 oder 5 MHz umschaltbar).

MIDI – hier werden die MIDI Kanäle individuell festgelegt für die generelle MIDI-Kommunikation sowie für die Kommunikation mit den einzelnen MFX-Prozessoren

GLOBAL – diese Menüseite erlaubt die Kanal- und Routing-Konfiguration. Mit zwei Buttons lässt sich die Phantompower für die Kanäle 1-4 bzw. 5-8 blockweise einschalten. Ebenso lässt sich wählen, ob die MFX1- und MFX2-Prozessoren in die Kanäle 5/6 oder 7/8 eingeschleift werden sollen. Für den Kopfhörer-Ausgang lässt sich hier zwischen PFL und Personal-Mix umschalten. Als weiteres Feature finden wir im Global-Menü die Möglichkeit, einzelne Kanäle als Stereo-Pärchen zu verkoppeln. Unter dem Punkt Footswitch lässt sich der Fußschalter mit zwei Funktionen programmieren, zur Auswahl stehen Steuerung des internen File-Players, Umschaltung von Snapshots für den Mixer oder Patches der Effekte. Es lassen sich sogar einzelne Effektmodule per Fußschalter ein- und ausschalten.
Zuletzt wäre noch das Output-Routing zu nennen. In diesem Feld lässt sich z.B. das Ausgangssignal der AUX-Ausgänge auch von anderen Bussen wie Phones und Main ableiten.

SYSTEM – in diesem Setup-Bereich lässt sich für jeden einzelnen MFX-Prozessor festlegen,
ob ein Snapshot auch die Einstellungen des jeweiligen MFX-Prozessors abspeichern soll. Ebenso lässt sich definieren, wie der Mixer starten soll: mit der zuletzt gespeicherten Show, oder ganz leer. Ansonsten lässt sich der M18 von hier aus Online oder Offline schalten, auf Werkseinstellungen zurücksetzen, oder mit Updates versorgen. Auch App- und Firmwareversionen lassen sich im System-Setup nachlesen. Bei unserem Test haben wir die APP-Version 1.01 sowie Firmware-Version 1.35.0177 verwendet.

Praxis

Nach dem Einschalten baut der M18 zunächst mal sein WLAN-Netz auf. Genau in dieses M18 wählt man sich mit dem iPad ein. Dann startet man die M18-App und schon kann’s losgehen (Die kostenlose M18 Bediensoftware MIXREMOTE findet man im App-Store). Das Handling des M18 ist einfach und übersichtlich. Alles funktioniert auf Anhieb.
Ich hätte mir beim M18 mehr Mikrofon-Kanäle als Line-Kanäle gewünscht. Ich denke, dass man auf der Bühne nicht so viele Line-Inputs benötigt. Bei nur acht Mikrofonkanälen bedarf die Abnahme einer kompletten, „normalen“ Band schon eines durchdachten Kanalmanagements.
Wenn man ein Schlagzeug mit drei Toms komfortabel abnimmt, benötigt man schon acht Kanäle. Dann könnte man den Gesang ggf. über Funkmikros abnehmen und die Empfänger an die M18 Line-Eingänge anschließen. Bleiben noch Bass und Gitarre, die man über die beiden Hi-Z Eingänge mit entsprechender Amp-Simulation laufen lassen kann.
Ansonsten kann man auch die Tom-Mikros weglassen, dann passt es schon.
Beim ersten Antesten beeindruckt die Reichweite des WLAN-Routers. Die Übertragung funktionierte bis in andere Räume, sogar bis in eine andere Etage. Man spart sich somit einen speziellen Stagerouter.
Die Klangqualität des Mixers überzeugt auf Anhieb. Alles klingt sauber und transparent – von den Mikro- bis zu den Line-Eingängen. Die EQ-Sektion kann zwar schon kräftig zupacken, trotzdem wirken die EQs stets sehr musikalisch. Auch die Dynamikprozessoren liefern ein recht authentisches Dynamikverhalten. Interessant ist vor allem, dass die EQs und Kompressoren nicht nur als gute Werkzeuge fungieren, sondern je nach Setup auch einen typischen Vintage-Charme vermitteln können.
Die Amp-Simulationen und Gitarren bzw. Bass-Effekte gefallen mir für ein Onboard-Tool schon sehr gut. Die einzelnen Simulationen treffen den Charakter ihrer Vorbilder recht gut. Auch wenn eine Emulation generell nur selten den echten Original-Verstärker ersetzen kann, praktisch ist es definitiv.
Aber auch die anderen Effekte des M18 können sich durchaus sehen bzw. hören lassen, und sind vergleichbar mit gehobeneren Multieffektgeräten.
Auch wenn die Amp-Simulationen selbst für die Studiosituation interessant wären, muss man dem M18 doch zugestehen, dass er konsequent für den Live-Einsatz konzipiert ist. Daher wurde auch auf die Funktion als Audio-Interface verzichtet.
Für meinen Geschmack könnte der Lüfter des M18 etwas leiser sein. Das Lüftergeräusch unseres Vorab-Testgerätes würde zwar beim Rockkonzert untergehen, bei leisen Events dagegen könnte der Lüfter jedoch schon als störend empfunden werden.
Da das Audio-Processing des M18 im Gerät erfolgt, spielt der Mixer auch weiter, wenn das iPad ausgeschaltet wird, oder sich aufgrund des leeren Akkus verabschiedet. Generell fiel auf, dass die Kommunikation zwischen iPad und M18 sehr schnell ist.

Fazit

Der neue RCF M18 stellt eine interessante Digitalmixer Alternative für die Bühne dar, ganz gleich ob für Bands, Entertainment-Combos, kleine Theaterbühnen oder kleine Live-Clubs. Mit einem UVP von 1.096 und einem Straßenpreis von unter 900 EUR zählt der Mixer nicht zu den günstigsten Modellen, jedoch hat der M18 gegenüber diversen Konkurrenten einen wichtigen Vorteil: Der integrierte WLAN-Router hat eine große Reichweite. Man kann daher auf einen separaten Stagerouter verzichten, was auch wiederum den Preis relativiert. Dazu kommt noch das außergewöhnliche Onboard-Sortiment an wirklich brauchbaren Effekten und Amp-Simulationen, was ebenfalls einen echten Mehrwert darstellt.
Alles in Allem ein gelungener Einstieg.


UVP: 1.096 EUR

Autor: Hagü Schmitz

www.rcf.it


Facts

Geräteart: digitales Mischpult mit iPad-Steuerung
Eingangskanäle: 18
Mikrofoneingänge: 8 (6 x XLR symmetr. ; 2 Combibuchsen XLR/Klinke)
Line-Eingänge: 10 (2 davon mit Hi-Z)
Busse: 6
Ausgänge: 6 (6,3 mm Klinke symmetr.)
Stereo Main Out: 2 x XLR (symmetr.)
Kopfhöreranschluss: 1 (kann auch für personal Monitoring genutzt werden)
MIDI: IN/OUT
Digitalports: Ethernet Anschluss; USB2.0 Anschluss für Recording und Playback (wav, mp3, aiff)

Effekte: bis zu 19 (gleichzeitig nutzbar)
EQ: 3 unterschiedliche EQ-Typen

Besonderheiten:

11 Realistische Ampsimulationen für Gitarre und Bass integriert (Markbass und Overloud)
Integrierter WiFi-Router (2,4 oder 5 GHz umschaltbar; WPA2 Verschlüsselung) mit 2 integrierten Antennen plus externer Antenne (im Lieferumfang).
Interner Audioplayer/Rekorder
Fußschalter-Anschluss



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